Title:
Deutsche Konkurrenzen
Creator:
Neumeister, Albert Häberle, Ernst
Shelfmark:
XIX/493.4-2,1893
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1554189511460_2_1893/11/
  
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von dessen Durchführung er grössere. Feuersicherheit und bequeme 
Verkehrsverhältnisse erhoffte. Es ist ihm auch gelungen, eine für den 
Betrieb brauchbare Anordnung der Geschäftsräume zu erreichen. Es 
wird aber durch die volle Inanspruchnahme der Baustelle die Er- 
weiterung erschwert. Die Beleuchtung des Lesesaals ausschliesslich 
durch ein zu kleines Oberlicht, dessen Wirkung überdies durch eine 
sehr aufwendige Kuppel beeinträchtigt wird, die zu grosse Längen- 
entwickelung der kostspieligen Aussenwände, die Heranziehung der 
Keller zur Aufstellung von Büchern, endlich ‚die ungewöhnlichen 
schwerlich: ausführbaren Konstruktionen drücken jedoch den Wert 
dieses Entwurfes erheblich herab. 
6. Vivere. militare est, Der Grundriss. ist im allgemeinen 
brauchbar, obgleich er die vorhandene Strassenfront nicht ausnutzt 
und dadurch eine zu grosse Tiefenentwickelung zeigt. Zu tadeln sind 
die Beleuchtungsverhältnisse des in den Mafsen zu knapp gehaltenen 
Treppenaufganges zum Lesesaal und der angrenzenden Räume. Diese 
Mängel entspringen aus dem unmittelbaren Anschluss des sehr breiten 
Magazingebäudes an den Vorderbau; sie werden bei einer weniger 
starken Höhenentwickelung des Daches wieder empfindlich auftreten, 
Der äussere, in den Formen holländischer Renaissance gehaltene 
Aufbau zeigt Gewandtheit und Formenkenntnis, 
7. Roland. An einen die ganze Strassenfront einnehmenden 
Hauptbau schliesst sich. ein niedriger, den Lesesaal enthaltender An- 
bau an der Hinterfront an. Eine Erweiterungsfähigkeit der Bücher- 
räume wird durch diese Anordnung ausgeschlossen. Die Kanzlei mit 
Bücherausgabe wird durch das in der Mitte liegende Treppenhaus 
von dem Lesesaal in unzulässiger Weise getrennt. Die Architektur 
ist mit grossem Geschick und monumentaler Würde in reichen Formen 
moderner Renaissance entworfen. Der Reichtum der Durchbildung 
der Hauptfronten nötigt jedoch den Verfasser zu einer wohl nicht 
mehr zulässigen Verkümmerung der von Strassen her immer noch 
sichtbaren Hinterfront. Die geringe Höhe des Einganges und der 
Zugang zu dem stattlichen Haupttreppenhause steht zu den grossen 
Mafsen des letzteren ausser jedem Verhältnis. Die Kostengrenze des 
3auprogramms wird durch diesen Entwurf erheblich überschritten, 
8. Hinaus zur Wahl, bring’ Ehr’ einmal. Dieser Entwurf ist 
durch die ausserordentlich gedrängte Gestaltung des Grundrisses be- 
merkenswert; er geht darin bei Bemessung der Eingangshallen etc, 
etwas zu weit, Die Anordnung der Geschäftsräume ist ohne Ver- 
änderungen, die jedoch leicht durchführbar sind, für den Betrieb 
nicht brauchbar, Das Aeussere zeigt, abgesehen von einigen un- 
wesentlichen Missgriffen, eine geschlossene, würdige Form, die sich 
auch der Eigenart der Bibliothek gut anschliesst. Die weit vor- 
springenden, weiten Säulen der Vorderfront beeinträchtigen jedoch 
die Beleuchtung. Die Erweiterungsfähigkeit durch Anbau von Flügeln 
ist gesichert, 
  
 
        

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