Title:
Deutsche Konkurrenzen
Creator:
Neumeister, Albert Häberle, Ernst
Shelfmark:
XIX/493.4-2,1893
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1554189511460_2_1893/221/
  
  
Entwurf mit Zugrundelegung dieser Einheitspreise nach dem Urteil des Preis- 
gerichtes ausführbar sein muss, Durch jede wesentliche Ueberschreitung dieser 
Endsummen wird der betreffende Entwurf von der Preisverteilung ausgeschlossen. 
Bedingungen für den Wettbewerb. 
1. Zur Darstellung des Entwurfes werden verlangt: 
a) ı Lageplan im Mafsstabe 1: 1000, die Grundrisse sämtlicher Geschosse, 3 An- 
sichten und 2 Durchschnitte im Mafsstab ı:200. Alle Zeichnungen sind nur 
in einfacher Linienzeichnung mäfsig schraffiert darzustellen; farbige Zeichnungen 
bleiben von der Beurteilung ausgeschlossen. 
b) Ein Erläuterungsbericht, der auch die Heizungs- und Lüftungs- Anlage klar- 
stellen soll. 
c) Ein Kostenüberschlag, der den umbauten Kubikraum der Gebäude berechnet 
und mit Einsetzung der vorbestimmten Baupreise den Nachweis liefert, dass der 
Bau innerhalb der festgesetzten Höchstsummen ausführbar ist. 
, Die Ablieferung hat spätestens. bis Sonnabend, den 24. Juni 1893, nachmittags 
6 Uhr, an die städtische Bau-Deputation zu erfolgen; später einlangende Entwürfe 
bleiben von der Preisbewerbung ausgeschlossen. 
3. Die rechtzeitig eingelangten Entwürfe werden zur Beurteilung einem Preisgericht 
unterbreitet, das aus den Herren 1. Stadtbaudirektor Zzc%f, Leipzig, 2. Baurat Wallot, 
Berlin, 3. Regierungs- und Baurat Egwer/, Wiesbaden, 4. Gymnasial- Direktor 
Dr. Reinhardt, Frankfurt a. M., 5. Sanitätsrat Dr. Spzess, Frankfurt a. M., 
6. Stadtbaurat Behnke, Frankfurt a. M. besteht. 
4. Für denjenigen Entwurf, der nach dem Mehrheits - Urteil des Preisgerichts der ge- 
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;tellten Aufgabe am besten entspricht, wird ein ers/er Preis von Dreitausend 
Mark und für die nächstbesten ein zwezter Preis von Zweitausend Mark und ein 
dritter Preis von Eintausend Mark gewährt. Sind die Preisrichter in ihrer 
Mehrheit der Ansicht, dass keiner der eingelangten Entwürfe einen der beiden 
ersten. Preise verdient, so ist es zulässig, die im ganzen für die Preiserteilung aus- 
gesetzte Summe in anderen Beträgen zur Auszeichnung der verhältnismäfsig besten 
Entwürfe zu verwenden. 
5, Die preisgekrönten oder der vorhergehenden Bestimmung gemäfs durch Geld- 
zuerkennung an die Verfasser ausgezeichneten Entwürfe gehen in das unbeschränkte 
Eigentum der Stadt Frankfurt a. M. über, die berechtigt, aber nicht verpflichtet 
ist, diese Entwürfe ganz oder teilweise für die Bau-Ausführung zu benutzen, 
Bericht des Preisgerichts. 
In dem Wettbewerbe zur Erlangung von Plänen für den Neubau eines städti- 
schen Gymnasiums in Frankfurt a. M. sind 131 Entwürfe eingegangen, von denen 
115 den Bauplatz an der neuen städtischen Promenade, 16 den an der Rheinstrasse 
zu Grunde legen. 
Diese Entwürfe sind von den im Ausschreiben vom 15. Februar d. J. be- 
zeichneten Preisrichtern in der Zeit vom 6. bis 8. Juli beurteilt worden, Bei einer 
ersten Durchsicht wurden zunächt diejenigen wenig zahlreichen Entwürfe ausgeschie- 
den, die auf einer zu niedrigen Stufe der allgemeinen Durchbildung standen, und 
ferner eine nicht unbedeutende Zahl von solchen, welche wesentliche Bestimmungen 
des Programms ausser Acht gelassen hatten, so namentlich die Vorschriften über die 
Entfernung der Gebäude von der Nachbargrenze (3 m), über die Orientierung der 
Klassen (nach Nord oder Nordwest) und über den Abstand der Fenster der Klassen- 
zimmer von der Nachbargrenze (20 m). Auch diejenigen Entwürfe mussten von vorn- 
herein zurückgewiesen werden, die von der Freiheit, die Grenzen der zur Bebauung 
bestimmten Grundstücke zu verschieben, einen zu weit gehenden Gebrauch gemacht 
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