Title:
Deutsche Konkurrenzen
Creator:
Neumeister, Albert Häberle, Ernst
Shelfmark:
XIX/493.4-2,1893
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1554189511460_2_1893/327/
  
  
  
    
    
wertig in zweite‘ Reihe gestellt worden, So’ dass für die Preisverteilung ‘nur 7° Ent» 
würfe in Frage kommen, 
i. „Dir, mein Löbau, zur Zier“! Das Gebäude steht‘ in der Axe‘ der 
Baustelle und wird von dem. durch beiderseitige Verbreiterung ‚der alten Terrasse 
gewonnenen Konzertgarten auf 3 Seiten umgeben. An der nordöstlichen Ecke des 
Gartens, die von der Stadt aus am meisten zur Erscheinung tritt, ist zur Belebung 
des Gesamtbildes ein massiver Wartturm angeordnet worden, in dem eine Treppe 
nach der unterhalb ‘der Terrasse liegenden Bergfläche führt. Eine spätere Aus- 
führung dieses Gedankens könnte 'vielleicht in Frage gezogen werden. Dagegen 
erscheint die hintere Begrenzung der Anlage nach der Zufahrtstrasse nicht erforder- 
lich. Der Grundriss des Hauses zeichnet sich 'durch Klarheit und Zweckmässig+ 
keit aus: insbesondere‘ ist der unmittelbare Eingang zum Hauptsaal in keinem 
anderen Entwurfe schöner angeordnet, Die Anlage zweier getrennter Büffets für 
die inneren Räume und den. Konzertgarten, die aber beide mit der Küche in 
Verbindung stehen, darf als durchaus zulässig gelten. Störend ist nur die etwas 
auffällige Lage der in einem; Anbau angeordneten Aborte. 
In Bezug auf seine architektonische Haltung trifft der Entwurf, der eine 
Vereinfachung noch zulassen dürfte, nicht nur am besten das Gepräge einer Berg- 
wirtschaft, sondern es zeichnet sich derselbe auch durch schöne Verhältnisse und 
ein interessantes Umrissbild sehr vorteilhaft aus, ohne dass zur Erzielung :des 
letzteren die Anlage in unzulässiger Weise aufgelöst wäre. Auch der mit einem 
Gewölbe aus Rabitz-Putz zu versehende Hauptsaal zeigt eine gelungene Anordnung, 
Der Entwurf eignet sich unter allen übrigen wohl am meisten dazu, der 
Ausführung zu Grunde gelegt zu werden, wenn er für die Zwecke der letzteren 
und auf Grund eines eingehenderen Studiums der örtlichen; Verhältnisse auch 
noch einer Umarbeitung müsste unterzogen werden. 
2. „Natur“. Das den Konzertgarten nach der Bergseite abschliessende 
Gebäude zeichnet sich gleichfalls durch einen sehr zweckmässigen; einfachen und 
klaren Grundriss aus, der eine verhältnismässig sehr kleine Grundfläche bedeckt. 
Letzteres hat, da die Küche mit den Wirtschaftsräumen in einem nur einge- 
schossigen linken Flügel ‚liegt, allerdings notwendig gemacht, dem. übrigen Teil 
des Hauses und insbesondere. dem Mittelbau eine ziemlich beträchtliche Höhe zu 
geben, so dass die Obergeschosse die Gesamterscheinung etwas zu sehr beherr- 
schen und das Haus mehr das Gepräge eines Logier-Gasthofes, ’als das einer 
Restauration trägt. Die architektonische Behandlung der Fassaden ist an sich 
reizvoll, wenn auch zu aufwendig. Der Saal ist untergeordneter gehalten. 
3. „Deutsch“. Der Grundriss des Hauses, vor dem sich der ansehnlich 
verbreiterte, seitlich mit Kolonnaden eingerahmte Konzertgarten erstreckt; hat 
dadurch eine grosse Klarheit und Einfachheit gewonnen, dass alle Wirtschafts- 
räume ins Untergeschoss verlegt sind, während im Erdgeschoss nur die Restau- 
rationsräume und das zum Mittelpunkt der ganzen Anlage gemachte‘ Büffet sich 
befinden. Die Einteilung des Obergeschosses ist dagegen etwas gekünstelt. Trotz 
eines entschieden künsllerischen Zuges und vieler reizvoller Einzelheiten entbehrt 
die Architektur des Aeusseren doch zu sehr der Einheit und ist zu kleinlich im 
Mafsstabe. Ungleich gelungener ist der grosse Hauptsaal des Innern, dessen 
oberer Teil sehr zweckmäfsig in den Dachraum hineinreicht. 
4. „Pomhay-Böhl“ Der sehr anerkennenswerte Vorzug des Entwurfs 
besteht darin, dass der Verfasser sich mit strenger Selbstbeschränkung gemüht 
hat, die im Programm festgesetzte Bausumme wirklich "einzuhalten. Er hat dies 
— zum mindesten annähernd — erreicht, indem. er einerseits zur Herstellung 
   
  
 
        

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