Title:
Deutsche Konkurrenzen
Creator:
Neumeister, Albert Häberle, Ernst
Shelfmark:
XIX/493.4-2,1893
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1554189511460_2_1893/410/
  
Wo immer es mit Rücksicht auf die Fassadenbildung thunlich ist, soll so- 
wohl in den Maler- wie in den Bildhauer-Ateliers die Mittellinie des Nordfensters 
nicht in die Axe des Atelierraumes gelegt, sondern etwas nach Osten zu ver- 
schoben werden, damit der westlich neben dem Fenster verbleibende Raum breiter 
wird als der östliche. 
Für die einzelnen Stockwerke sind folgende Bestimmungen einzuhalten : 
Erdgeschoss, Es soll hier kein Corridor angeordnet werden, sondern 
der Zugang zu den seitlich des Treppenhauses liegenden Ateliers direkt von 
Aufsen erfolgen und zur Verbindung der letzteren mit Treppenhaus und Aborten 
ein offener Gang, durch ein Vordach geschützt, hergestellt werden. 
In den Eckräumen sind im Niveau mit dem äusseren Boden 2 grosse Ateliers 
mit Vorräumen für Bildhauer einzurichten in einer Breite von 7,50 m, Tiefe von 
etwa 8,00 m und lichten Höhe von 5,70 m. Wünschenswert sind nach Norden 
zu erkerartige Glasausbauten von 5 m Breite, 2—4 m Vorsprung und mit Ober- 
licht versehen. Die gegen Süden liegenden Vorräume dieser Bildhauerateliers 
sollen Fenster nach Osten, bezw. Westen, sowie 2 m breite und 5 m hohe Thüren 
nach Süden erhalten, die mit kleinen Eingangsflügeln zu versehen sind; ebensolche 
Thüren sind in der Zwischenwand anzuordnen. 
In der Mitte des Baues ist ein drittes, kleineres Bildhaueratelier mit einer 
Breite von 5—6 m und einer Tiefe von 7 m, mit 2—3 m breitem Nordfenster, 
welches in ı m Höhe vom Fufsboden ab beginnt, anzuordnen. Der Fulsboden 
dieses Ateliers und der Zugang zu demselben muss im Niveau mit dem äußeren 
Boden liegen. Eventuell erhält dieses Atelier eine grosse Thüre nach Norden 
unter dem Fenster, mit abnehmbarem Kämpfer, und Fensterflügeln, die zum 
Oeffnen nach seitwärts eingerichtet sind. 
Ferner sind im Erdgeschoss noch 2 Malerateliers unterzubringen von 5 m 
Breite und 7 m Tiefe bei 4,5 m lichter Höhe, mit einem Vorraum gegen Süden, 
der nach dieser Seite hin Thür und Fenster erhält, letzteres von gewöhnlicher Gröfse. 
Für den Diener ist in der Nähe des Hauseingangs ein Zimmer vorzusehen. 
Erster Oberstock. Von den 5 in diesem Stock unterzubringenden 
Malerateliers sollen die beiden Eckateliers Glasausbauten nach Süden von 3 m 
Tiefe erhalten, mit Glasdach von mindestens 2,5 m Höhe; die Oeffnung des 
Ateliers gegen den Glasbau soll mindestens 4 m breit und durch eine Schieb- 
wand oder einen Rollladen verschliessbar sein. An der Ost- und Westseite der 
Eckateliers ist ein Fenster gewöhnlicher Grösse anzubringen. 
Die Höhe dieses Stockes soll 4,50—4,80 m im Lichten betragen, die 
Corridorbreite 2 m. 
Zweiter Oberstock. Auch in diesem Stock sind 5 Malerateliers herzu- 
stellen. Die beiden Eckateliers sollen durch eine Querwand abgeteilt werden 
und der südliche Vorraum eine Glaswand gegen Süden, sowie ein Glasdach er- 
halten; dieser Vorraum darf nicht die volle Breite des nördlichen Raumes haben, 
damit zu diesem ein direkter Zugang vom Corridor aus ermöglicht wird. An 
Ost- und Westseite ist in den Vorräumen der Eckateliers je ein Fenster gewöhn- 
licher Gröfse anzuordnen. Die Oeffnung der nördlichen Eckateliers gegen deren 
Südraum soll mindestens 4 m breit und durch eine Schiebwand oder einen Roll- 
laden verschliefsbar sein. Dieses Stockwerk ist im Lichten 4 m hoch zu halten. 
Dachstock. Die Wohnung des Atelierhausdieners ist im Dachstock unter- 
zubringen, und soll zwei geräumige Zimmer und eine Küche enthalten. Der, 
übrige Raum ist zu kleinen Malerateliers zu verwenden. Lichte Höhe des Dach- 
stocks 3,60—4,00 m. 
  
OTTEEEEEEEEEEEHEET
        

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