Full text: Deutsche Konkurrenzen (1893, Bd. 2, H. 13/24)

  
sondere Schwierigkeit des Zusammenschlusses der Längsflügeldächer 
und des Daches über dem Kopfbau, mit der sich manche der besten 
Entwürfe nicht zufriedenstellend abzufinden vermochten, in ange- 
messener. Weise überwunden. Weniger gut, wenn auch praktisch 
kaum anfechtbar, ist die Dächerbildung über den inneren Bauteilen. 
Bei allseitiger Anerkennung des Architektursystems in den Längs- 
fronten konnte jedoch der Kopfbau- Architektur der Vorwurf einer 
gewissen Nüchternheit bei unverhältnissmäfsigem Aufwande an Schmuck- 
mitteln nicht erspart werden. 
No. 51 (Auf müärkischer Erde, aus müärkischer Erde) — zum 
Ankauf empfohlen — ist ein Entwurf von kerniger Haltung, guter 
Architekturauffassung und künstlerischer Originalität, nur hat der Bau 
zu sehr Burgcharakter. Das Gebäude-Innere ist ausserordentlich 
schön. Dabei ist in diesem Entwurfe weises Mafs gehalten und 
Gewähr für die Ausführbarkeit geboten, Vorgeworfen wird der Arbeit 
die unregelmäfsige, perspektivisch nicht von allen Seiten gut wirkende 
Grundrissform des Turmaufbaues. Auch ist die Lösung an der 
Südwestecke im Grundrisse nicht ganz geglückt. 
Bei No. 48 (Märkisch II) — zum Ankauf empfohlen — 
sind die schöne Raumfolge in der Hauptachse und die bei Einhaltung 
der schrägen Fluchten gute Form des Glashofes rühmend hervor- 
zuheben, dagegen bieten die Hofgalerien nicht genügend brauchbare 
Ausstellungsfläche, und ebenso stören in den Sammlungssälen die 
eingestellten Stützen. Die Architektur besitzt viele Vorzüge, hat aber 
infolge Anwendung einzelner, teils zu kirchlicher, teils zu wehrhafter 
Motive den Museumscharakter eingebüsst, Die Komposition ist zwar 
für den Standpunkt der gezeichneten Perspektive schön, würde jedoch, 
von der Wallstrasse her gesehen, in ihrer Linienführung wenig 
günstig wirken. 
No. 67 (1640) — zum Ankauf empfohlen —, die einzige, 
zur engeren Wahl gelangte Arbeit in Renaissanceformen, leidet bei 
grossen Schönheiten ihres Architektursystems daran, dass in der Ge- 
samtkomposition die Massen des mit zu hoher Kuppel‘ gekrönten 
Kopfbaues und der rückwärtigen Hauptbauteile nicht glücklich zu- 
sammengestimmt sind. Der Grundriss ist zwar etwas nüchtern, aber 
klar und brauchbar und hat eine an der dem Eintretenden gegen- 
überliegenden Seite des Oberlichthofes schön entwickelte Haupttreppe 
aufzuweisen, Als fehlerhaft muss das Aufgeben der Fenster des 
Obergeschosses an den Strassenfronten zu Gunsten der hier keines- 
wegs begründeten Oberlichtbeleuchtung bezeichnet werden, 
Unter den noch übrigen 8 Entwürfen sind noch 2 in märkischem 
Backsteinbau durchgeführt. Der eine, No. 14 (Brennibor), hat die 
überlieferten Formen weiterentwickelt und im Aeusseren mit Erfolg 
für die moderne Aufgabe verarbeitet. Der Museumscharakter ist gut 
getroffen. Leider stehen Grundriss und Inneres nicht auf der Höhe 
des Aeusseren. Im Gegensatz dazu plant der schon eingangs er- 
wähnte Entwurf No. 65 (Markig-märkisch II) über einem der 
 
	        

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