Full text: Deutsche Konkurrenzen (1893, Bd. 2, H. 13/24)

  
Urteil des Preisgerichts. 
Es sind im ganzen 35 Entwürfe, rechtzeitig eingegangen, nach 
deren eingehender Prüfung das Preisgericht sich über folgende Grund- 
sätze einigte: 
Es muss in erster Linie Gewicht gelegt werden auf eine bequeme 
Verwaltung, sowie auf eine zweckmässige Lage der Geschäftsräume 
zu einander, sowie ihre Verbindung einerseits mit den für den Ver- 
kehr des Publikums bestimmten Räumen, andererseits mit den Bücher- 
magazinen, Es können deshalb Entwürfe, welche die Kanzlei und die 
Bücherausgabe in unzulässiger Weise von dem Lesesaal trennen, für 
die Ausführung nicht in Betracht kommen. Es ist zwar die Not- 
wendigkeit eines Zusammenhanges zwischen Kanzlei und Lesesaal 
im Programm nicht ausdrücklich betont worden; da aber nach dem 
Programm die Bücherausgabe mit der Kanzlei zu verbinden ist, so 
musste die Folgerung, dass der Lesesaal von der Kanzlei nicht zu 
trennen ist, hieraus gezogen werden. Es muss ferner auf eine .gute 
Beleuchtung der Magazine Wert gelegt werden, und Entwürfe, welche 
diese in 9 m Tiefe und mehr bei einseitiger Beleuchtung anordnen, 
sind deshalb als minderwertig anzusehen, Auf das stetige Wachstum 
der Bibliothek ist bereits in dem Programm hingewiesen, darum 
musste denjenigen Entwürfen, welche die Baustelle mit Rücksicht auf 
eine möglichst ausgiebige spätere Erweiterung ausnutzen, eine bevor- 
zugte Rangstellung eingeräumt werden. Endlich wurde die Einhaltung 
des richtigen Mafses in der räumlichen Anordnung und dem archi- 
tektonischen Aufwande, sowie die Anwendung einfacher und gesunder 
Konstruktionen, namentlich in Berücksichtigung der vorgeschriebenen 
Kostengrenze als. wesentliches Moment für die Beurteilung heran- 
gezogen. 
Um in letzterer Beziehung eine zuverlässige Unterlage für den 
Vergleich der verschiedenen Entwürfe zu gewinnen, sind diese sämt- 
lich auf den Inhalt des umbauten Raumes geprüft und unter Zu- 
grundelegung eines einheitlichen Preises für die Raumeinheit, sowie 
unter pauschalen Zuschlägen für besonders aufwendige Anordnungen 
überschläglich veranschlagt worden. 
Nach einstimmiger Annahme dieser allgemeinen‘ Grundsätze 
mussten 15 Entwürfe, als für die Preisbewerbung nicht. weiter in 
Frage kommend, ausgeschieden werden. Es sind das die Entwürfe 
mit folgenden Kennworten: 
1. Wappen. 2. Mehr Licht. 3. Nutrimentum spiritus. 
4. Urbi et literis. 5. Dies. 6, Bücherschatz. 7. Musfe. 
8. Stein und KEisen. 09. Renaissance. 10. Dreibund, 
11. Quod hamus, damus. 1ı2. 7. 1ı3. Den Bremern ein 
Bremer. 14. Kreis, 15. Helios. 
Wenngleich bei einer zweiten Gruppe von Entwürfen die vor- 
gedachten Mängel wenig schroff hervortreten und sogar hier und da 
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