(bb. 61 Emil Holzhauer, Neuyork: Aquarell „Der Kanaı
Gmünder Kunst der Gegenwurt
Hüchtig der Mensch mit seinen Plänen und Stürmen, aber feststehend und
kalt im Rinnen der Zeit, im Branden des Meeres, ragt der Fels durch Ail-
macht gegründet,
Dieser Stimmung sucht Holzhauer in seinen Werken gerecht zu werden,
‚Bollwerk “, „Die Vorposten“, „Der Schöpfungstag* zeigen die einsame (Grösse
anberührter Wildnis, in der das Licht über das schwer hinlastende Kosmos
in Füllhorn von Farbe und wuchtender Tiefe ergiesst. Bei monumentalen
Aufgaben ist es nicht leicht, den Eindruck einer gewissen Leere zu ver-
neiden. Amerika ist noch Neuland, wo die Urform noch zu spüren ist,
zrosse Lösungen erfordern neuen Geist. Welch eigenartige Schönheit bietet
die amerikanische Grossstadt. Ein Riese scheint mit Würfeln gebaut zu
haben, in giyantischer Grösse wachsen die Häuser gleich leuchtenden
Klötzen über die Niederung hinaus und schliessen sich zu einer Silhouette
von bezaubernder Wirkung. Die silbernen Bänder des Kast River und
Hudson werden durch die Fähren und Dampfer mit bunter Farbe belebt
und bei Nacht sprüht ein Feuerwerk von Lichtern aus dem dunklen Chaos
ampor und gleich einem Wunderwerke spannt sich im Bogen das eiserne
Gerüste über den träg hintfliessenden Fluss, und wird zum Zeugnis des rech-
nenden Menschengeistes, der kühnste Phantasien zur Wirklichkeit gestaltet.
Holzhauers Kunst im Porträt ist beachtenswert. „Der Kubist“ und der
‚Spanische Fechter- (Abb. 61 und 62) sind in Komposition und Farbe Lei-
stungen, die Kindruck erwecken und Grösse des Vortrags verraten. Das
‚Kanalbild* (Abb. 64) ist von flüssigem Reize. Jedenfalls darf Holzhauers
Werk wie in der neuen so auch in der alten Heimat der besonderen Be-
achtung sicher sein.
Gleich Holzhauer machte auch Karl Faber, geb. 28. April 1885, seine
arsten künstlerischen Studien in der heimatlichen Schule, Spätere Studien
führten ihn an die Kunstgewerbeschulen in Stuttgart und Barmen, Seit
[910 ist Faber in München ansässig, um als Schilderer der immer von
aeuem bezaubernden Bergwelt Bayerns, der klaren Luft, der blauen schim-
nernden Berge, wie der düster drohenden Wetter seiner Kunst zu leben.
Neue Wege betritt Alois Schenk, nicht ohne den dornenvollen Pfad
ler Verkennung und der Ablehnung vegyangen zu sein, der dem selbsti-
schen Wollen aller Zeit beschieden war. Geboren am 4. Februar 1888 in
Gmünd hat er seine Studienzeit an der Stuttgarter Akademie unter dem
künstlerischen Einfluss der Professoren Landenberger, Keller und Hölzel
zugebracht. Landenberger hat mit seinem kühleren Farbton und lyrischen
Ausdruck vielleicht bestimmender auf ihn eingewirkt, als die stark glühende
Farbigkeit Hölzels. Die Komposition ist vom letzteren nicht unbeeinflusst
zeblieben. Schenks Werk hängt aufs enyste mit dem Kirchenbau zusammen,
denn seine bisher bedeutsamsten Leistungen liegen auf dem Gebiete des
Freskos. Schenk hat mit Kaiser-Iygingen zusammen den Chor des Strass-
lorfer Kirchenbaues ausgemalt, der ja samt der Architektur Herkommers