Full text: Grundordnung der Universität Stuttgart (1969)

   
  
  
  
durchgeführt werden, dürfen Lehre und Forschung 
nicht beeinträchtigt oder einseitig auf außeruniversi- 
täre Interessen ausgerichtet werden. 
(2) Der Verwaltungsrat kann Auskünfte über die Art und 
den Umfang von Forschungs- und Entwicklungsauf- 
trägen, die in Universitätseinrichtungen durchgeführt 
werden, verlangen. Er kann, wenn die Gefahr einer 
Beeinträchtigung der Lehre und Forschung besteht, 
auch auf Antrag des zuständigen Fachbereichs, ver- 
langen, daß ein solcher Auftrag abgelehnt oder be- 
endet wird. 
(3) Die Veröffentlichung wissenschaftlicher Ergebnisse 
der Auftragsforschung darf grundsätzlich nicht be- 
hindert werden. 
   
  
8 60 Versammlungen der Angehörigen des Lehrkörpers 
(1) Die Universitátslehrer nach 853 Abs. 1 Nr.2 sowie 
die Angehórigen des Lehrkórpers nach $53 Abs. 2 
Nr. 1—4 bilden je eine Versammlung, die als Wahl- 
gremien für die Selbstverwaltung gemäß dieser 
Grundordnung tätig werden können. 
(2) Die Versammlung wird, solange nichts anderes fest- 
gelegt ist, vom dienstältesten Angehörigen der 
Gruppe einberufen. 
(3) Die Versammlung gibt sich eine Satzung, die mit 
2/3 Mehrheit der anwesenden Mitglieder beschlossen 
wird und der Genehmigung des Senats bedarf. Die 
Satzung muß insbesondere Bestimmungen über das 
Wahlverfahren für die Kollegialorgane enthalten. In 
der Satzung ist vorzusehen, daß eine Vertreterver- 
sammlung gebildet wird, die sich aus einem Vertre- 
ter je Fachbereich und der zentralen Universitätsein- 
richtungen zusammensetzt. Die Vertreter der einzel- 
nen Fachbereiche werden in Versammlungen der 
einzelnen Fachbereiche bzw. der zentralen Universi- 
tätseinrichtungen gewählt. Das Nähere regelt die 
Satzung. 
   
Die ordentlichen Professoren 
8 61 Neubesetzung von Lehrstühlen 
(1) Wird ein Lehrstuhl frei, so hat die Fakultät, zu der er 
gehört, zu beschließen, für welches Fachgebiet er 
wiederbesetzt werden soll. Wenn er für ein anderes 
Fachgebiet als bisher verwendet werden soll, bedarf 
diese Umwandlung der Zustimmung des Senats. 
(2) Soll ein Lehrstuhl in einen anderen Fachbereich ver- 
legt werden, müssen die abgebende und die aufneh- 
mende Fakultät sowie der Senat zustimmen. 
8 62 Berufung 
Die ordentlichen Professoren werden auf Grund eines 
begründeten Vorschlags der Universitát, der drei Namen 
in einer bestimmten Reihenfolge enthalten soll, durch 
das Kultusministerium berufen. 
8 63 Berufungsverfahren 
(1) Die für die Besetzung eines Lehrstuhls zuständige 
Fakultät teilt die beabsichtigte Eröffnung eines 
Berufungsverfahrens allen anderen Fakultäten und 
dem Senat der Universität mit. 
(2) Die zuständige Fakultät schließt sich mit einer ande- 
ren Fakultät, die dem Fachgebiet des zu besetzen- 
den Lehrstuhls am nächsten verwandt ist, zur 
Durchführung des Berufungsverfahrens zusammen. 
Sind weniger als 12 ordentliche Professoren betei- 
ligt, so muß eine weitere Fakultät hinzugezogen wer- 
den. Jedes Mitglied einer nichtbeteiligten Fakultät 
kann sein Interesse an dem Verfahren anmelden 
und an den betreffenden Sitzungen der beiden 
Fakultäten mit beratender Stimme teilnehmen. 
12 
  
(3) Die beiden zusammengeschlossenen Fakultäten, 
erweitert um die Einzelmitglieder, bestimmen eine 
Berufungskommission, die einen  Berufungsvor- 
schlag ausarbeiten muß. Der Kommission gehört 
auch je ein Vertreter des Lehrkôrpers nach 853 
Abs. 2 Nr. 2—4 und der Studentenschaft an. 
(4) Bei Meinungsverschiedenheiten über die Durchfüh- 
rung des Berufungsverfahrens entscheidet auf An- 
trag von mindestens drei Mitgliedern der beteiligten 
Fakultäten der Senat über das weitere Vorgehen. 
)er Senat erläßt eine Geschäftsordnung über das 
rfahren. Dabei muß geregelt werden, daß 
1. ein Angehôriger der Universität Stuttgart in der 
Regel nur berufen werden kann, wenn der Betref- 
fende bereits auf der Berufungsliste einer ande- 
ren Universität gestanden hat; 
2. der Lehrstuhlinhaber, dessen Lehrstuhl neu zu 
besetzen ist, bei dem Verfahren zur Auswahl sei- 
nes Nachfolgers höchstens zweimal von der Be- 
rufungskommission zur Beratung zugezogen wer- 
den kann; 
. bei der Behandlung der Berufungsliste im Senat 
der Vorsitzende der Berufungskommission mit 
beratender Stimme zuzuziehen ist. 
  
  
  
  
Ww 
e 
8 64 Ausschreibung 
(1) Jeder Lehrstuhl ist grundsätzlich auszuschreiben. 
Von der Ausschreibung kann nur in begründeten 
Ausnahmefállen abgesehen werden. Soll keine Aus- 
schreibung erfolgen, müssen die beteiligten Fakulta- 
ten diesem Vorgehen zustimmen. 
Die Berufungskommission kann auch Personen vor- 
schlagen, die sich nicht beworben haben. 
N 
8 65 Berufungsvorschlag 
(1) Im Falle der Entpflichtung des bisherigen Lehrstuhl- 
inhabers wegen Erreichung der Altersgrenze haben 
die zuständigen Fakultäten zwei Jahre vor dem 
Wirksamwerden der Entpflichtung eine Berufungs- 
kommission zu bestimmen. Diese hat den betroffe- 
nen Fakultäten mindestens 8 Monate vor der Ent- 
pflichtung einen Vorschlag vorzulegen. 
(2) Auf Einspruch von ?/s der Mitglieder einer der betei- 
ligten Gruppen nach 853 Abs.1 Nr.1 oder Nr.2 
oder Abs. 2 Nr. 2—4 sowie ?/s der beteiligten Studen- 
ten wird der Berufungsvorschlag in einer neuen 
Fakultátsssitzung behandelt und endgültig beschlos- 
sen. 
(3) Stimmt der Senat einem Vorschlag auf Besetzung 
eines Lehrstuhls nicht zu, so leitet er ihn mit seiner 
Stellungnahme der zuständigen Fakultät zur erneu- 
ten Beratung zu. Die Fakultät muß innerhalb eines 
Monats nach Rückgabe erneut einen Vorschlag vor- 
legen. Danach entscheidet der Senat. 
8 66 Akademische Rechte der Entpflichteten 
(1) Entpflichtete ordentliche Professoren kónnen Lehr- 
veranstaltungen nach Anzeige an die Fakultät abhal- 
ten und in Promotions- und Habilitationsverfahren 
mitwirken. 
(2) Entpflichtete ordentliche Professoren kónnen die 
Universitátseinrichtungen ihres Fachgebiets weiter- 
hin in einem von der Fakultät festzulegenden Um- 
fang mit in Anspruch nehmen. 
(3) Entpflichtete ordentliche Professoren sind auBeror- 
dentliche Mitglieder der Fakultat. Solange sie mit 
der Vertretung ihres Lehrstuhls beauftragt sind, wir- 
ken sie in der Fakultät mit vollem Stimmrecht mit. 
  
  
ing A 
  
  
  
  
 
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.