Volltext: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1913)

6. Dezember 1913 
BAUZEITUNG 
401 
Vereinsmilteilungen 
Württ. Baubeamten-Verein. Bestellungen auf das Ge 
werbeblatt mit Beilagen pro 1914 durch den Verein kön 
nen beim Kassier, Bezirksbaumeister Grotz, Teckstraße 40 
in Cannstatt, nur bis längstens 15. Dezember d. J. gemacht 
werden, welcher auch die Beiträge hiefür mit dem Jahres 
beitrag zum Einzug bringt. 
Württ. Verein für Baukunde. Der diesjährige Fami 
lienabend fand am 29. November in den Sälen des Oberen 
Museums statt. Auf ein Trio, vorgetragen von den Her 
ren Stud. Ehrlein und Weitbrecht und begleitet von Frl. 
Kräutle, folgte eine Theateraufführung, an der sich neben 
verschiedenen Damen des Vereins eine Anzahl Studieren 
der der Technischen Hochschule beteiligten. Es schloß 
sich das Abendessen mit nachfolgendem Tanz an. Beim 
Essen begrüßte der Vorsitzende, Baurat Euting, die Er 
schienenen und dankte sämtlichen Mitwirkenden verbind 
lichst für ihre Bemühungen. An dem Tanz beteiligte sich 
Alt und Jung, bis erst in der späten Nachtstunde durch 
eine Blumentour die Festlichkeit ihr Ende fand. W. 
Akadem. Arch.-Verein „Motiv“. Der Verein eröffnete 
das W.-S. 1913—14 mit einem Begrüßungsabend am 24. 
Oktober. Der Termin war etwas früh angesetzt und so 
fand die Begrüßung nur in engem Kreise statt. Größeren 
Besuch lockte der Vortrag von Herrn Privatdozent W. 
Weigel über „das Ornament und seine Funktion in der 
Architektur“ am 31. Oktober. Herr Weigel, der seit die 
sem Semester Uebungen in „ornamentalem Entwerfen“ 
abhält, setzte die theoretischen Beziehungen zwischen Or 
nament und Architektur, zwischen Schmuck- und Kon 
struktionsform auseinander und erläuterte sie an Hand 
von interessanten Bildern aus verschiedenen Zeitaltern. 
— Am 6. Nov. suchte in einem „Romanischen Abend“ 
unser Vorstand, cand. arch. W. Schulz, ein Bild der deut 
schen Kultur und Kunst im frühen Mittelalter zu entrollen. 
Auch er ließ die Kunst selbst sprechen, indem er Abbil 
dungen aus der romanischen Kunstepoche zeigte und auch 
mittelhochdeutsche Literaturproben gab. 
Den meistbesuchten Abend brachte die Besprechung 
der Ferienkonkurrenz durch Prof. Dr. Fiechter am 25. No 
vember. Die Aufgabe war bekanntlich eine Neugestaltung 
der Umgebung der Garnisonskirche. Die Wucht der in 
ihren großen Formen imposanten Kirche sollte durch 
enge Umbauung mit niederen Gebäuden gesteigert und 
der Blick vom Detail mehr aufs Große abgezogen wer 
den. Nach einer äußerst anregenden Besprechung wur 
den ein 2. und ein 3. Preis an die Herren Reg.-Bauf. Eger 
und cand. arch. Scholl verteilt. 
Mit dem S.-S. 13 hatten uns eine große Anzahl Motiv 
brüder verlassen, darunter auch der wohlverdiente letzte 
Vorstand W. Kehlstadt, der als Dipl.-Ing. die Alma mater 
verlassen hat. Doch haben sich die Lücken schnell wie 
der geschlossen, so daß wir ohne Sorgen den nächsten 
Zeiten entgegensehen können. 
Im Dezember wird zunächst am 8. nachm. 3 Uhr eine 
Besichtigung der Heilandskirche unter Führung von Hrn. 
Oberbaurat Eisenlohr stattfinden. Der Schriftführer. 
Wettbewerbe 
Berlin. Der Verein für Deutsches Kunstgewerbe zu 
Berlin erläßt ein Preisausschreiben für Kleinmöbel, wie 
man sie zur Ergänzung vorhandener Wohnungseinrich 
tungen gebraucht, also z. B. Servanten und Anrichte 
schränkchen, oder Teetische und Teewagen, oder Rauch- 
und Klubtische, Frisiertoiletten, Ziertische, Näh- und Ar 
beitstische usw. Besonderer Wert wird auf Entwürfe zu 
einfachen Tischen gelegt. Ausgesetzt sind zwei erste 
Preise zu je 400 M., drei zweite Preise zu je 200 M. und 
vier dritte Preise zu je 100 M., außerdem 24 Ankäufe zu 
je 50 M., so daß im Ganzen für Preise iundfAnkäufe
	        
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