Full text: Neue Allgemeine Bau-Ordnung für das Königreich Württemberg

  
I. Bau-Ord. Art. 22 u. 23. 11 
kann mit den für die Fundamente erforderlichen Mauerabſätzen 
die Baulinie gegen die Straße überſchritten werden. 
Dem Ortsbauſtatut bleibt vorbehalten, das Zurückſeßen der 
Gebäude hinter die Baulinie im Allgemeinen zuzulassen und hie- 
für die näheren Voraussezungen und Vorſchriften festzuſetzen. 
Auch das Hervortreten einzelner über den Boden hervor- 
stehender Gebäudetheile über die Baulinie kann durch das Orts- 
bauſtatut in soweit gestattet werden, als dies mit den Rücksichten 
auf Geſundheit, Sicherheit und Verkehr auf den Straßen und 
Plätzen vereinbar und nicht für die Nachbargebäude mit erheb- 
lichen Nachtheilen verbunden ist. 
Wenn ein Ortsbauſtatut nicht vorhanden, oder in demſelben 
in vorliegender Beziehung eine Beſtimmung nicht gegeben iſt, ſo 
hängt die Gestattung des Zurückſeßzens von Gebäuden, wie des 
Hervortretens einzelner Gebäudetheile über die Baulinie, letteres 
nach den hievor bezeichneten Rücksichten, von dem Ermesſſen und 
den Vorſchriften der Polizeibehörde ab. 
Bei bestehenden Gebäuden ist durch das Ortsbauſtatut oder 
polizeiliche Vorschrift das Aufschlagen von Thüren'’, Thoren und 
Läden gegen Straßen von größerem Verkehr und öffentliche Plätze 
dann zu unterſagen, wenn der Gebrauch der Straßen und öffent- 
lichen Plätze dadurch gefährdet oder erheblich beeinträchtigt wird. 
Gleiches gilt für die Weichſteine, Freitreppen, Gitter und 
ähnliche Vorrichtungen. 
Art. 22. 
In Beziehung auf die Art der an den Straßen und öffent- 
lichen Plätzen zuläßigen Gebäude und auf die Stellung der Ge- 
bäude mit der Trauf- oder Giebelseite gegen die Straße oder 
öffentliche Plätze finden nur insoweit Beſchränkungen statt, als 
solche durch das Ortsbauſtaut festgesetzt ſind. 
Art. 23. 
Die größte zuläßige Höhe der Gebäude an beiderseits an- 
gebauten oder anzubauenden Ortsstraßen soll, von der Oberfläche 
 
	        

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