Volltext: Neue Allgemeine Bau-Ordnung für das Königreich Württemberg

I. Bau- Ord. Art. 58, 59 u. 60. 
Art. 58. 
Dem Eigenthümer iſt nicht gestattet, Küchenwasser oder ande 
Flüssigkeiten aus seinem Gebäude auf das Grundstück des Nachbars 
abzuleiten. Ausgüsse sind auch da, wo es polizeilich nicht gebotett 
iſt (vergl. Art. 25 Abſ. 2) mit einer bis auf den Boden gehendet 
Röhre zu versehen, insoferne dies zum Schutze des benachbarten 
Grundstücks erforderlich ist. 
Art. 59. 
Steht die Umfaſſungswand eines Gebäudes nicht wenigstens 
0,6 Meter von der Grenze zurück, so ſind die darin angebrachte 
Lichtöffnungen mit fest eingelassenen eiſernen Gitterſtäben oder mit 
starkem, unbeweglich angebrachtem Metallgeflecht zu verwahren. 
Die Gitter dürfen nicht über 100 Quadratcentimeter, das Ge- 
flecht nicht über 10 Quadratcentimeter weite Oeffnungen haben. 
Dieselben Bestimmungen sind auch für bedeckte Altane, Erker 
oder Gallerien maßgebend, wenn deren äußerſter Vorsprung nicht 
wenigstens 0,6 Meter von der Grenze zurücksteht. Sind derartige 
Gebäudetheile unbedeckt, ſo muß das Gitter an denſelben, vom 
Boden der Altane tc. aus gemessen, eine Höhe von mindestens 
2 Metern erhalten. 
Das Recht auf Luft und Licht befreit von dieſer Verpflichtung 
und ertheilt die Befugniß, einen auf dem dienenden Grundstücke 
beabsichtigten Bau zu untersagen, wenn dieser nicht 1 Meter von 
der Eigenthumsgrenze entfernt bleibt. 
Art. 60. 
Bei der Errichtung neuer Gebäude außerhalb des geschlossenen 
Wohnbezirks oder Ortsbauplanes ist der Bauende verbunden, zu 
Gunsten landwirthſchaftlich benützter Nachbargrundstücke eine an- 
gemessene Entfernung von der Eigenthumsgrenze einzuhalten. ; 
Das Maß dieser Entfernung wird durch das Ortsbauſtatut 
bestimmt. In Ermanglung einer ſolchen Bestimmung muß die 
Entfernung zwiſchen den einander zunächst gelegenen Punkten des 
 
	        

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