Full text: Neue Allgemeine Bau-Ordnung für das Königreich Württemberg

26 ]. Bau- Ord. Art. 63, 64 u. 65. 
gewerbeordnung fallen und mit obrigkeitlicher Genehmigung errichte 
sind, der Art. 65 Abſ. 3 dieses Gesetzes zur Anwendung. q 
Beigen von Holz, Brettern, Faßdauben und dergleichen, welch 
nicht über 2 Meter hoch sind, müſſen 0,5 Meter von der Gre ze 
entfernt bleiben; für jede weitere Höhe kann der Nachbar ein 
weitere Entfernung von gleichem Maße verlangen. 
Eine Entfernung von 0,5 Meter iſt einzuhalten bei Gerüſtet 
und ähnlichen Anlagen, soferne nicht die Beschaffenheit der Anlagl 
eine größere Entfernung zur Abwendung eines Schadens erfordert. 
Art. 63. j 
Wer auf seinem Grundstück einen Keller, einen Brunnen, eint 
Cisterne c. graben will, muß von der Grenze so weit entfernl 
bleiben, oder solche Vorkehrungen treffen, daß der Grund des 
Nachbars nicht nachſtürzen kann, und daß das Gebäude oder die 
Mauer des Nachbars keinen Schaden leidet. ' 
Art. 64. 
In Beziehung auf das Recht, Brunnen und Cisternen zu 
graben, sowie hinsichtlich des Waſsserlaufes und der Waſserbenützung 
bleibt es vorerſt bei den bestehenden Rechts-Normen (vergl. Bau- 
ordnung Titel von Bronnen S. 69). *) 
Art. 65. 
Der Grundeigenthümer ist nicht befugt, auf seinem Grund- 
stücke Vorrichtungen zu haben oder etwas vorzunehmen, wodurch 
*) Der angeführte Titel der Bauordnung vom 2. Januar 1655 
lautet folgendermaßen: 
Von Bronnen und Ciſternen gra ben und haben, auff 
eines eigenen Grund. z 
Welcher auff seinem eigenen Grund ein Bronnen, oder Ciſtern 
graben will, oder der einen hievor graben und gebauen hätte, der 
ſoll in allweg fürsehen, daß dardurch dem gemeinen Nutz, und 
seinem Nachbauren, ob, und unter der Erden, kein Schad entstehen, 
und widerfahren möge. 
  
 
	        

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