Full text: Neue Allgemeine Bau-Ordnung für das Königreich Württemberg

I. Bau- Ord. Art. 66 u. 67. 27 
anderen Grundstücken Dämpfe, Gaſe, Gerüche, Rauch, Ruß, Kalk- 
oder Kohlenstaub und dergleichen in solcher Art oder Menge zu- 
geführt werden, daß die Be wo h ner des Nachbargrundstücks nach 
Maßgabe der gewöhnlichen Empfänglichkeit in ihrer Gesundheit 
gefährdet oder sonst ungewöhnlich belästigt, oder die daſelbſt befind- 
lichen Geg enſtände erheblichem Schaden ausgesetzt werden, es 
wäre denn, daß sie von ausnahmsweise empfindlicher Natur ſind. 
Er darf auf seinem Grundstück auch keine solche Anlagen 
haben, welche durch Erſchütterung des Bodens auf andere Grund- 
stücke nachtheilig wirken. 
Im Falle des Zuwiderhandelns kommt gegenüber von den- 
jenigen Anlagen, welche unter die F§ 16 und 24 der Reichsgewerbe- 
Ordnung fallen und mit obrigkeitlicher Genehmigung errichtet ſind, 
die Bestimmung des § 26 der Reichsgewerbe-Ordnung zur An- 
wendung. 
Gegenüber von Eiſenbahn- und Dampfſchifffahrts-Unterneh- 
mungen findet nur eine Klage auf Entschädigung, nicht auf Be- 
seitigung oder Aenderung der Anlage statt. 
Art. 66. 
Eine zweien an einander stoßenden Gebäuden dienende Scheide- 
wand gilt als gemeinſchaftlich, ſo lange nicht das Sondereigen- 
thum des einen Nachbars nachgewieſen oder nach der Natur der 
Anlage oder vermöge beſonderer Zeichen zu vermuthen ist. 
Art. 67. 
Eine solche gemeinſchaftliche Scheidewand darf jeder Mit- 
eigenthümer auf seiner Seite inſoweit benützen, als dies mit der 
Bestimmung der Wand verträglich und ohne Beeinträchtigung des 
gleichen Rechtes des Anderen, so wie ohne Schaden für die Wand 
möglich ist. 
In Ermanglung anderweitiger Festsetzung erstreckt sich dieſes 
Benütungsrecht bis zur Hälfte der Dicke der Wand. 
 
	        

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