Full text: Bauordnung vom 28. Juli 1910

  
  
Artikel 95-97. 81 
eine ſolche nicht besteht, durch Ortsbauſatzung näher 
beſtimmt werden. 
Art. 97. 
(1) Künſtleriſch oder geſchichtlich wertvolle Bauwerke 
(Baudenkmale) sollen in ihrem Beſtand und Gesamt- 
bild möglichſt erhalten werden. 
(2) Zu dieſem Zweck ſind Neubauten und Bauver- 
änderungen am Äußern der Baudenkmale oder in deren 
Umgebung, wodurch die Wirkung der Baudenkmale 
wesentlich beeinträchtigt würde, von der Baupolizei- 
behörde zu untersagen. Vor der Untersagung iſt ein 
Gutachten der ſstaatlich bestellten Kunſstverſtändigen 
einzuholen und dem Bauenden Gelegenheit zu einer 
Äußerung darüber zu geben. 
(3) Wenn dem Bauenden durch die zur Erhaltung 
des künſtleriſchen oder geschichtlichen Werts des Bau- 
denkmals erforderliche Ünderung der Bauausführung 
ein erheblicher Mehraufwand oder ſonſt ein weſent- 
licher Schaden entstünde, kann er Erſaß des Schadens 
oder wahlweise statt des Schadenserſates, falls er 
Eigentümer des Baudenkmals oder Nachbargrundſtücks 
(Abs. 2) ist, desſen Erwerbung durch die Gemeinde oder 
den Staat beanſpruchen. 
(4) Über das Zutreffen der Voraussetzungen des 
erhobenen Anspruchs hat die Baupolizeibehörde zu er- 
kennen. Erachtet sie ihn für nicht gerechtfertigt, ſo hat 
sie die Bauausführung zu unterſagen und es sind gegen 
die Untersagung Beschwerde und Rechtsbeſchwerde nach 
Art. 115 Abſ. 2 bis 5 statthaft. Wird aber der An- 
ſpruch als begründet erachtet, ſo hat die Baupolizei- 
Bauordnung. 6 
 
	        

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