Full text: Bauordnung vom 28. Juli 1910

         
   
Artikel 98. 83 
    
           
       
         
   
    
    
    
    
   
    
    
      
Art. 98. 
(1) Neubauten und Bauveränderungen, durch die ein 
eigenartiges Orts-, Straßen- oder Landſchaftsbild 
gröblich verunſtaltet würde, ſollen vermieden werden. 
Solche Bauausführungen sind nach Vernehmung der 
ſtaatlich bestellten Kunſstverſtändigen von der Bau- 
polizeibehörde zu unterſagen, wenn durch ihre Unter- 
laſſung oder Änderung die Verunsſtaltung ohne wesent- 
liche Schädigung des Beteiligten abgewendet werden 
kann. Durch Ortsbauſatßung können hierüber nähere 
Vorſchriften getroffen werden. 
(2) Durch Ortsbauſatzung kann beſtimmt werden, 
] daß die Außenſeiten der Gebäude, die von öffentlichen 
| Wegen und Plätzen aus dauernd ſichtbar bleiben, ent- 
| ſprechend der Zweckbeſtimmung der Gebäude und ſo- 
weit es ohne namhafte Steigerung der Baukoſten 
möglich iſt, ein ihrer Umgebung angemessenes, ge- 
fälliges Äußere nach Bauſtoff, Form und Farbe erhal- 
ten. Auch können durch Ortsbauſatzung für einzelne 
Ortsteile oder Ortsstraßen weitergehende Anfor- 
derungen hinsichtlich des Äußeren der Gebäude gestellt 
werden. 
(3) ; Durch Ortsbauſatßung und, soweit eine ſolche 
nicht beſteht, durch Verordnung kann die Anbringung 
neuer und die Belaſſung vorhandener Reklameſchilder, 
Schaukästen und Aufschriften unterſagt werden, wenn 
dadurch ein Orts-, Straßen- oder Landſchaftsbild ver- 
unſtaltet oder die Erscheinung von Baudenkmalen 
beeinträchtigt wird. Darüber, ob im einzelnen Fall die 
Voraussetzungen eines Verbots zutreffen, entſcheiden 
die Verwaltungsbehörden endgültig. s» 
 
	        

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