Volltext: Galvanismus und Elektrodynamik (4)

II. Beabsichtigte Einführung eines galvan. Widerstands-Etalons oder Standards. 13 
Methode und um die Bedeutung der damit zu gewinnenden Resultate 
gehandelt, als um die quantitative Ausführung, die nur als Probe mit 
den zu anderen Untersuchungen vorhandenen Hülfsmitteln und Instru- 
menten bewerkstelligt wurden. 
Sollten nun aber diese absoluten Widerstandsmessungen weitere 
Anwendung finden, nämlich um allen quantitativen Resultaten wichtiger 
yalvanischer Beobachtungen und Forschungen einen bleibenden Ausdruck 
zu geben, so würde ein ähnlicher Fall eintreten wie bei der Messung 
der Sekundenpendellänge und anderen Fundamentalbestimmungen: es 
würde das Bedürfniss eintreten, eine absolute Widerstandsmessung nach 
den strengsten Vorschriften, mit den vollkommensten Instrumenten und 
mit allen Kunstgriffen feinster Beobachtung auszuführen. Es ist dies 
eine Aufgabe, welche sich nur von sehr geschickten Händen, bei un- 
gestörtester Musse und mit festeren Einrichtungen, als es jetzt für physi- 
kalische Forschungen giebt, lösen liesse. Wenn aber die British Asso- 
ciation und Royal Society die Aufgabe wirklich in die Hand nehmen, 
wird gewiss alles Erforderliche irgendwo dazu besonders beschafft werden. 
Dieser feinsten Ausführung einer absoluten Widerstandsmessung 
sind aber noch mancherlei Untersuchungen vorauszuschicken, von denen 
ich hier einige vorlege. 
Man unterscheidet Galvanometer und Galvanoskope. Jene, zu denen 
die Tangenten-Boussolen gehören, dienen nur für stärkere Ströme, deren 
Intensität aber damit nach genau bestimmtem Maasse ausgedrückt er- 
halten wird; diese dagegen dienen zur Beobachtung der geringsten 
Spuren von Strömen, von denen sonst nichts wahrgenommen werden 
kann. Die höchste Empfindlichkeit der letzteren wird aber nur durch 
engste Umschliessung der Nadel mit ihrem Multiplikator erreicht, Wo- 
durch die genauere Kenntniss des Maassstabes verloren geht, die sich 
bei der Tangenten-Boussole aus ihrer Konstruktion von selbst ergab. 
Um dennoch ein solches Galvanoskop zu wirklichen Messungen zu ge- 
brauchen, bedarf es ausser der Beobachtung des vom Strome hervor- 
gebrachten Ausschlags noch irgend einer Beobachtung als Maassstab 
für die Empfindlichkeit des Instruments. In der Regel sucht man diesen 
Maassstab ein für alle Mal festzusetzen durch vorausgeschickte korre- 
spondirende Beobachtungen am Galvanometer und Galvanoskope. Ab- 
gesehen aber davon, dass solche korrespondirende Beobachtungen, wegen 
der so sehr verschiedenen Empfindlichkeit beider Instrumente kein ge- 
naues Resultat ergeben, ist jener Maassstab für sehr empfindliche Gal- 
vanoskope keineswegs konstant und kann daher gar nicht vorausbestimmt 
werden. Dagegen lässt sich mit der Beobachtung des Ausschlags eine 
andere Beobachtung, nämlich die der Schwingungs-Dämpfung, welche 
jenen Maassstab unmittelbar giebt, verbinden. 
 
	        
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