Volltext : Galvanismus und Elektrodynamik (4)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bemerkungen zu der Abhandlung: „Untersuchung
 über den galvanischen Lichtbogen“ von
Prof. E, Edlund.‘)

Herr Professor EpDLunD in Stockholm hat im 181. Bande von
PoGGENDORFF’S Annalen interessante Versuche und Messungen, welche
den galvanischen Lichtbogen betreffen, mitgetheilt. Durch einen für
diese Versuche besonders eingerichteten Rheostaten konnte er nämlich
die durch eine Tangentenboussole gemessene Stromstärke einer BunsEn’-schen
 Säule von 70 bis 80 Elementen konstant erhalten, auch wenn
die zur Schliessung der Kette dienenden Kohlenspitzen ausser Kontakt
und in verschiedene Entfernungen von einander gebracht wurden, wobei
zwischen ihnen der galvanische Lichtbogen entstand. Bei jeder Vergrösserung
 der Entfernung musste eine Verminderung des Rheostatenwiderstands,
 bei jeder Verminderung der Entfernung eine Vergrösserung
des Rheostatenwiderstands erfolgen; abgesehn vom Vorzeichen ergab
sich aber aus den Messungen die Grösse der Entfernungsänderung der
Grösse der Widerstandsänderung des Rheostaten sehr nahe proportional.
Hiernach setzt Herr EnD.unD den wirklichen Widerstand in dem einer
Entfernungsänderung der beiden Kohlenspitzen zugehörigen Stromstücke
der entsprechenden Widerstandsänderung des Rheostaten gleich.
Bei allmähliger Annäherung der beiden Kohlenspitzen bis zum Kontakt
 ergab sich aber im Augenblicke, wo der Kontakt eintrat, ausserdem
 noch eine plötzliche Widerstandsverminderung, welche durch eine
erhebliche Vergrösserung des Rheostatenwiderstands kompensirt werden
musste, welche Herr EDiLunD von jenem wirklichen Widerstande des
Stromstückes zwischen den beiden Kohlenspitzen unterscheidet, weil er
mit der Länge dieses Stromstückes in keiner Beziehung steht. Herr
EDLunD betrachtet dieselbe nur als eine scheinbare Widerstandsänderung,
welche in einer für die gemessene Stromstärke äquivalenten Aenderung
der elektromotorischen Kraft ihren Grund habe. Es leuchtet ein, dass

*) [Dieser Aufsatz, welchen W. WzBEr nach dem Lesen von EpLunp’s Abhandlung
 niedergeschrieben hat, fand sich im Nachlass ohne UVeberschrift.]

 
            
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