II. Tatsachen und Zahlen zum Wiederaufbau der Hochschularbeit.
1) Allgemeiner Charakter der Hochschule.
Die Technische Hochschule Stuttgart wurde im Jahre 1829
gegründet und besitzt neben den technischen Fakultäten auch eine
Fakultät für Natur- und Geisteswissenschaften. Sie entwickelte sich |
aus der Staatlichen Gewerbeschule auf wissenschaftlicher Grundlage
zur Württembergischen Landeshochschule für die technischen und
naturwissenschaftlichen Wissenschaften und stand in Deutschland
mit an erster Stelle. Besonders bekannt wurde sie durch die Leistungen
ihrer wissenschaftlichen Institute. Gemäß der Schulreform
von 1875 traten die Studenten mit etwa 18 Jahren nach Absolvierung
der neun Jahre beanspruchenden höheren Schule in die Hochschule ein.
Durch das Abitur wurde die allgemeine Erziehung abgeschlossen.
Mit der Zulassung zur Hochschule begann die Spezialausbildung.
Im allgemeinen werden 4 Jahre benötigt, um.das Diplom zu erlangen.
Der Zeitpunkt der Promotion ist vom Beginn und Umfang einer
evtl. beabsichtigten Doktor-Arbeit abhängig. Die Hochschule verleiht
zwei Arten von Doktorgraden: Dr.-Ing. und Dr.rer.nat.
Entsprechend der Vergrößerung der Studentenschaft und der
Forschungsaufgaben wurde die Raumnot das Hauptproblem der letzten
20 Jahre, da die Hochschule kein eigenes zusammenhängendes Gebäude
("Campus") besitzt. Sie besteht aus einem Hauptgebäude (vgl. Abb. 1
der Anlage I) und 25 Instituten und Laboratorien, die seit Kriegsbeginn
über das ganze Stadtgebiet von Stuttgart und dessen Umgebung
verstreut sind und bis zu 50 km auseinanderliegen. Ein groüzügiges
Projekt, das im Jahre 1929 entworfen wurde und eine Verdoppelung
des Raumes der Hochschule vorsah, mußte auf Grund der weiteren
Entwicklung der Verhältnisse zurückgestellt werden.