Volltext : Stuttgarter Hochschulführer 1932/33 (1932/1933)

Wa ngerfahrten im Shwabenland

Kur Ziudierende unferer Hochfchule wird nicht verfäumen, auch das
zapb Zhürttemberg kennen zu lernen. Auf angenehmfte Weije ijt dies
euch Mochenendfahrten zu erreichen, zu denen das zentral gelegene
Shukkeart Falt unerfchöpfliche Möglichkeiten bietet. ;
Sregeit Norden dehnt fich das liebliche Nedartal mit dem anmutigen
Seisbrom und dem romantifchen Heidelberg als Abfchluß. Zm Nordpfien
 Heat der Schwäbifche Wald, ein beliebtes Wandergebiet für
Freunde der Maldeinjamteit. Zhm {hließt fih das Hohenlohijhe an,
reich an f[hünen Landfchaftsbildern und alten Erinnerungen,
Das bedeutendfte Ausflugsgebiet Württembergs {ft die Shwäbifche
Alb, cin Gebirgszug, der fchräg von Südweften nach Nordoften das Land
durchzieht und bis zu Erhebungen von über 1000 Meter anjteigt. Diefjer
Höbenzug it wohl das eigenartigjte der deutjchen Mittelgebirge, Als
grose Hochebene, von der Südfeite flach anfteigend, bricht die Alb auf
der Nordfeite in fchroffen Felsabftürzen jäh gegen das vorgelagerte
Neckartal ab, Weit hinaus reicht der Blie vom Albtrauf ins [hwäbifche
Yand. Hier hat faft jeder Berg in der Bergangenheit eine Rolle gefpielt.
Da ift der Hobhenitaufen, der alte Naiferberg, der Nechberg mit feiner
jtattlichen Ruine, der Neußenftein, die Ted, der Neuffen, eine der gewaltigjten
 Burgruinen Deutjchlands, Hoben-AUrach, die Acdhalm, der
jagenumwobene Lichtenitein, der ftolze Hobenzoller und noch viele
andere. Auf der Südfeite der Alb treten zwei herrlide Gebiete hervor:
der Donaudurchbhruch bei Beuron und der Blautopf bei Blaubeuren,
Den Meften des Landes befchließt der Schwarzwald mit jeinen herrliden
 Tannenwäldern. Wer möchte nicht in Freudenjtadt gewefen fein?
Bon Bad Feinach, Hirfau und Bad Liebenzell im Nagoldtal Führen
töftliche Wanderwege hinüber ins Enztal nah dem weltbekannten
Wildbad,
Das legte Glied in der reichen Nette hervorragender Schönheiten
in Württemberg ijt das Schwäbifche Meer. Am Weg zum} Bodenfee
liegt die ehemalige freie Neichsftadt Ulm mit dem höchften Kirchturm
der Erde. Am Bodenfee, der Heimat der Zeppeline und des Do X find
zwei Dinge vereint, die fonft faum fo jchön beieinander zu finden find:
Waffer und Berge.
Der Ausflugsverkehr in Württemberg i{jt hoch entwidelt, Gute Zugsverbindungen
 nach allen Richtungen und ein vorbildlihes Syftem von
Sonntagsrücfahrkarten bringen Sonntag für Sonntag Taujende
binaus zu dem Biel ihrer Wünfche. In kaum zwei Stunden ift der Stuttgarter
 auf der Alb, im Sommer fahren ihn befchleunigte Züge in 3 bis
4 Stunden an den See, überallbin mit der billigen Sonntagsrüdfahrfarte,
 Für größere Rundreifen gibt es verbilligte Rundreifefarten, Und
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