Full text: Anleitung zur geographischen Ortsbestimmung : vorzüglich vermittelst des Spiegelsextanten

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lich von der Länge desselben und der Größe 
der Schwünge ab *). Ein Pendel das Secun- 
den schwingt hat nicht an allen Orten der Erd- 
oberfläche gleiche Länge, wie Richer zuerst 
entdekte, der im J. 1672 lehrte, daß das Se- 
cundenpendel auf der. Insel Cayenne um 1,25 
Lin. kürzer sey als in Paris. Es folgt hieraus 
dafs: die Schwere. in der Gegend des Aequa- 
tors geringer seye als in Europa. Diese Ab- 
nahme der Schwere gegen dem Aequator hin, 
kommt theils von der durch die Umdrehung 
der Erde um ihre Axe erzeugten Schwung- 
kraft, theils von ihrer gegen die Pole. zusam- 
mengedrükten Gestalt her. | So fand’Bouguer 
die Länge des Secundenpendels unter der 
Breite 0° 13’ von 458,69 pariser Linien auf 
dem Pichincha, unter der Breite von 0° 25 
aber und am Meer = 459,10. Mayer in Kola 
unter der Breite 68° 52 von 44x,5% Linien; 
eine Tafel von beobachteten Pendellängen an 
verschiedenen Orten der Erde: findet man in 
Herrn Prof. Bode’s Kenntnifs der Erdkugel 
S. 85. / In Gotha fand Herr vor Zach die 
Länge des Secundenpendels — 440,695 Lin. 
(Suppl. Band zu Bode’s astr. Jahrbuch S. 196. 
Diese Pendellängen beziehen sich auf ein Pen- 
del das aus einem feinen Faden, den man sich 
ohne Schwere gedenkt, und einem angehäng- 
ten Gewicht, dessen ganze Schwere man sich 
in einem Punct vereinigt vorstellt, besteht, 
und ein einfaches Pendel heißt. Ein Pendel, 
: art 
” *) Kästners höhere Mechanik, S. 326. Aufgabe 33, 2. 
Auflage. - 
K 5 
  
 
	        

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