Volltext: ARCH+ : Studienhefte für architekturbezogene Umweltforschung und -planung (1968, Jg. 1, H. 1-4)

dung von Planern, Lehrorganisatoren und Entscheid ern 
übernehmen die unter 6. erwähnten Planunasakademien 
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Planungsakademie 
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Fluktuierender vermaschter 
Teamkomplex mit 16 Planern 
in 5 Teams 
Die großen soziotechnischen Systeme sollen nicht mehr nur 
nach Aufgabeninhalten geteilt werden, sondern nach (infor- 
mationellen ) Prozeßarten, die durch einen unterschied- 
lich starken Determinationsgrad unterschieden werden. 
Die Tabelle auf der folgenden Seite zeigt drei solcher 
Prozeßarten: 
"dp" = Leistung, die vorwiegend in determinierten 
Prozessen erbracht wird, 
"pP" = Leistung, die vorwiegend in probabilistischen 
Prozessen erbracht wird, 
"ep" = Leistung, die vorwiegend in experimentellen 
Prozessen erbracht wird. 
Mit Hilfe dieser Tabelle kann sich der Soziotechniker 
folgende systemanalytische Fragen stellen: 
Wie sind die Arbeitszeiten eines soziotechnischen Systems 
auf die 3 Prozeßarten "dP", "pP", "eP" verteilt? 
Wie wird sich diese Zeitverteilung im künftigen Zeitraum 
x verschieben? 
Ist die formale Struktur des Systems den gewünschten Zeit- 
anteilen angemessen? 
Ist die Personalstruktur, der Technisierungsgrad, der Inno- 
vationsgrad, die Strategische Planung, die Diversifika- 
tionsplanung der gewünschten Entwicklung angemessen? 
abschaffen, die Last der Arbeit bleibt Menschen immer 
aufgetragen. Für das, was einer tut,kann kein anderer die 
Verantwortung übernehmen: es gibt nur Selbstverantwort- 
ung. Für diese Selbstverantwortung gibt es weder innerbe- 
triebliche Bereichsgrenzen, noch kann solche Verantwortung 
an den Betriebstoren enden. 
Der Zusammenhang zwischen unserem Tun und seinen Fol- 
gen,der Zusammenhang zwischen unserer eigenen Verant- 
wortung und der Politik in Wirtschaft und Staat muß offen- 
gelegt werden. 
Die grossen Kooperations- und Leistungsbereiche der hoch- 
industrialisierten Länder werden stärker voneinander ab- 
hängig, verschmelzen zu grösseren organisatorischen Ein- 
heiten und beschleunigen dadurch den soziokulturellen 
Wandel . Zu diesen Bereichen zählen Wissenschaft, Wirt- 
schaft und staatliche Organe. Es entsteht dadurch ein Be- 
darf an: langfristiger Vorschau,Bereichsgrenzen überschrei 
tender Kooperation, Organisation des Zugriffs zu einem 
explosionsartig anschwellenden Wissensstoff, Methodisier- 
ung komplexer Problemlösungsverfahren und soziotechni- 
scher Strategien. 
Es ist ein Bedarf an Planungswissen. 
Auf dem Weg zu verstärkter Rationalisierung und erweiter- 
ter Planung halte ich folgende Zwischenziele für realis- 
tisch: 
Umwandlung streng voneinander abhängiger Alleinent- 
scheider in Kollegial-Regierungen, 
Trennung der fachlichen von der disziplinarischen Kontroll- 
funktion, 
Abschaffung der starren Aufgaben von Abteilungen, zugun- 
sten einer flexiblen Bündelung der Funktionen - damit Ab- 
schaffung der Abteilungsbildung auf das Berufswissen ein- 
zelner Vorgesetzter hin, 
Einführung eines systematischen Entscheidertrainings an 
konkreten Aufgaben, 
Einführung demokratischer Kontrollinstrumente, in dem Um- 
fang, in welchen Machtkonzentration aus Gründen schneller 
Reaktionen soziotechnischer Systeme notwendig bleibt, 
Einführung eines Leistungsbewertungsverfahrens, das auf 
Leistungsmessung (vorläufig ? ) verzichtet, 
Änderung des Lob-Tadel-Systems der soziotechnischen 
Systeme in einer Richtung, die z.B.die Entprivatisierung 
des Wissens zur Folge hat, Rollenwechsel fördert - auch 
bei älteren Menschen - und die Lernwilligkeit und Kooper- 
ationsbereitschaft stimuliert. 
8. Zusammenfassung 
Ich habe diesen Vortrag, in ähnlicher Form, Mitte Januar 
vor jungen, noch studierenden, Betriebswirten gehalten. Sie 
fragten mich in der Diskussion immer wieder,teils erschrok- 
ken, ‚teils empört, wo in den von mir entwickelten Model- 
len denn die "Kompetenzabgrenzung" und die "Verant- 
wortung" geblieben sei.Ich konnte mich ihnen nicht ver- 
ständlich machen, daß das Problem nicht darin liegt, Kom- 
petenzen abzugrenzen, auch nicht darin, Kontrollen zu er- 
sinnen und anzuwenden, ob innerhalb des Kompetenzbe- 
reiches alles "nach Vorschrift" verlaufen sei.Dort wo die 
Aufgaben definierbar sind, liegen genügend organisatorische 
Techniken vor : ob wir sie Dienstanweisungen, Fertigungs- 
pläne oder Pert- und CPM-Pläne nennen. Das Problem be- 
ginnt dort, wo die Komplexität der Entscheidungsprozesse 
die Überschreitung der Kompetenzgrenzen in jeder Rich- 
tung verlangt, dort, wo Verantwortung nicht mehr delegier- 
bar ist. Selbstverständlich können wir das Repetitive nicht 
DM 
ARCH + 1(1968)H2
	        

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