Volltext : ARCH+ : Studienhefte für architekturbezogene Umweltforschung und -planung (1968, Jg. 1, H. 1-4)

Organisationsschema des Institutes für das Jahr 19697

Die Organisation des Institutes ist wohl in den Grundzügen festgelegt, jedoch ist sie so flexibel,dass sie den wechselnden
 Aufgaben angepasst werden kann. Nicht dargestellt sind die vielfältigen personellen Verknüpfungen zwischen den
einzelnen Sektionen, die den unmittelbaren Informationsaustausch unter allen Beteiligten fördern.

Schweizerischer Schulrat

Kuratorium

| Beratende Kommission

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Institutsdirektor

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3 Leitbilder
u.Richtlinien

|| 5 Unterricht

2 Verkehr

4 Beratung

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Charakter der ORL-Planung
Das wesentliche Merkmal der Planung ist offenbar die
Gesamtschau. Interessen nach allen Strahlen der Windrose
 und umfassendes Wissen zeichnen den Planer aus
— sollten ihn auszeichnen. Leider sind universelle Genies
 vereinzelte Glücksfälle in der Geschichte der
Menschheit. Der bloss normalbegabte Planer muß deshalb
 die Gesamtschau auf Kosten der Tiefe anstreben.
Damit kommt die Planung nicht selten in den Geruch
der Oberflächlichkeit. Zu Unrecht; denn ihre Aufgabe
ist ja mehr Koordination als tiefe Einzelforschung:
der Planer ist z. B. dafür verantwortlich, daß Straßen
am richtigen Ort liegen - er hat sich aber nicht mit
der Ausführung der Entwässerung zu befassen, obschon
 diese für die Sicherheit des Verkehrs von größter
 Wichtigkeit sein kann. Der Planer muß dafür besorgt
 sein, daß den Menschen genug Raum zum Wohnen
 in richtiger Umgebung zur Verfügung steht - aber
ob diese Menschen dann hinter kristallenen, plastischen
oder bloß charakterlosen Fassaden wohnen, liegt außerhalb
 der planerischen Verantwortung.

Aufgaben des ORL-Institutes
Wenn das ORL-Institut einen wirklichen Beitrag zur
Lösung der uns bedrängenden Planungsprobleme leisten
 will, dann sind seine Aufgaben durch das oben Gesagte
 klar gestellt:

- Das interdisziplinäre Denken und Handeln muß geschult
 werden; wir bilden Fachleute zum '"Planer''
aus. Daß dabei eine gewisse Planungsmethodik und
-doktrin angestrebt wird, versteht sich von selbst.

Die Gesamtschau muß durch materielle Unterlagen
gefördert und erleichtert werden; wir bearbeiten
nationale Leitbilder (Plural!), weiche die verschiedensten
 Zielsetzungen und Kriterien zur Diskussion
stellen. Dies bedeutet Erforschung der Grundlagen.

- Die Bedarfsermittlung und die möglichen Maßnahmen
Zur Befriedigung des Bedarfs müssen systematisch
durchgeführt werden können; wir fassen das heutige
(vermeintlich) beste Wissen zusammen in Form von
Richtlinien und Empfehlungen. Dies verlangt kritisches
 Sammeln von Einzelwissen.
Kenntnisse und Erfahrungen müssen zur Verfügung
stehen und bekannt gemacht werden; wir haben einen
 Dokumentations- und Informationsdienst aufgebaut,
 der jedermann zur Verfügung steht. Daneben
beraten wir, aufgrund unserer Erfahrungen, den
Bund, einzelne Kantone, Gemeinden und Private.

Diese Zurückhaltung in Einzelheiten, das freie Gewährenlassen
 in der Realisierung, verlangt vom Planer
nicht selten große Selbstbeherrschung. Seine Belohnung
 liegt in der Unbefangenheit zur Gesamtschau.
Diese Gesamtschau, die zur Koordination führt, setzt
voraus, daß der Planer über ein gewisses Verständnis
aller beteiligten Disziplinen verfügt. Er muß, um das
Modewort zu benützen, interdisziplinär denken und
handeln können. Zum mindesten muß er die anderen,
die Fachleute und Spezialisten, verstehen. Er ist, in
gutem Sinne, Politiker und Schöpfer von Kompromissen.

Diese Aufgaben sind, nebenbei bemerkt, in großen
Zügen bereits im Jahre 1961 im Reglement des Institutes
 (Art. 21) festgelegt worden. Die Lösung dieser

ARCH + 1(1968)H3
            
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