Full text: ARCH+ : Studienhefte für architekturbezogene Umweltforschung und -planung (1969, Jg. 2, H. 5-8)

B. Fı 
EFFEKTIVITÄT DES PROGRAMMIERTEN 
UNTERRICHTS AN DER HOCHSCHULE 
Der vorliegende Beitrag berichtet von einem Experi- 
ment, durch das gezeigt werden soll, daß der PU auch 
für manche Disziplinen und Jahrgänge an Hochschulen 
eine geeignete Form der Lehre darstellt. Der PU kann 
vor allem an Technischen Hochschulen, an denen ein 
tragisches Mißverhältnis in der Anzahl der Professoren 
zu der großen Anzahl von Studenten besteht, in gewissem 
Maße die Individualität des Lehrens qualifizierter Leh- 
rer ergänzen. 
Ziel der Untersuchungen: 
Vergleich der Lerneffektivität des Einzelstu- 
diums mit linear und verzweigt programmierten 
Texten mit der Effektivität herkömmlicher Tex- 
te. 
1.9 
1. 
Vergleich von programmierten und nicht pro- 
grammierten Vorlesungen. 
Erkenntnisse über den Einfluß programmierter 
Lehrtexte und Vorlesungen auf die Ergebnisse 
der Semesterabschlußprüfungen. 
Erkenntnisse über die Dauerhaftigkeit der durch 
das Studium mit programmierten Texten und 
Vorlesungen erworbenen Kenntnisse. 
Vorbereitung der Untersuchungen 
Ausarbeitung der-Programmtexte: 
Zunächst wurden linear und verzweigt program- 
mierte Texte ausgearbeitet. Da die Adressaten 
Studenten mit abgeschlossener Mittelschule sind 
unterscheiden sich die Texte wesentlich von den 
üblichen programmierten Texten. Der Lehrstoff 
wurde nicht in kleine Lernschritte unterteilt, es 
wurden vielmehr ziemlich umfangreiche Lern- 
einheiten (Informationen) gewählt, die jeweils 
möglichst ein in sich geschlossenes logisches 
Ganzes aus dem vorzutragenden Lehrstoff dar 
stellen. 
x 
Die endgültige Form der programmierten Texte 
war das Ergebnis mehrjähriger Tests mit Ver- 
suchstexten im praktischen Unterricht. 
2.2 
Einrichtung des Hörsaals: 
Die Mehrzahl aller pädagogischen Forschungen 
auf dem Gebiet der PI sind auf zwei grundsätz- 
liche Lehrformen bezogen: die normale Lehr- 
stunde und selbständiges Einzelstudium, z.B. 
Hausstudium. Für diese beiden Lernformen 
werden Lehrgeräte konstruiert. In unserem Fall 
handelt es sich um die Einrichtung des Hörsaals 
für kollektiven Programmunterricht mit der 
Möglichkeit von Rückkopplungen. 
Die Einrichtungen bestehen aus einem Richtpult. 
das vom Dozenten bedient wird, und aus Appa- 
raten zur Auswahl vorgegebener Antworten, die 
vom Studenten bedient werden. Diese apparati- 
ven Lernhilfen wurden Telefongeräten (Wähl- 
scheiben) nachgebildet, so daß ihre Handhabung 
dem Studenten denkbar leicht gemacht wird. 
Der Unterricht verläuft folgendermaßen: 
Zu Anfang erklärt der Dozent einen bestimmten 
logisch zusammengefaßten Abschnitt des Lehr- 
stoffes, dessen Umfang die Struktur des Lehr- 
stoffes bestimmt und weniger Zeit oder Zeilen- 
anzahl. Die Darstellung des Lehrstoffes ge- 
schieht mit den üblichen Hilfsmitteln (Dia-Pro- 
jektion, Film, Modell, Versuch, ete.). 
Am Ende einer Lehreinheit stellt der Dozent 
Fragen zum Lehrstoff und projiziert einige 
(max. 4, Anm.d. Red. ) Auswahlantworten auf eine 
Leinwand. Der Student wählt eine Antwort aus 
und wählt deren Nummer auf der Telefonscheihe 
Die Anzeigentafel auf dem Richtpult des Dozen- 
ten ermöglicht nun einerseits dem Dozenten die 
Kontrolle darüber, ob der Lehrstoff allgemein 
verstanden wurde und andererseits dem Studen- 
ten, zu erkennen, ob er richtig geantwortet hat 
Ein Feld von Glühbirnen, die bei richtigen Ant- 
worten aufleuchten und den Bankreihen des Hör 
saals entsprechen, ermöglicht dem Dozenten 
einen Überblick darüber, wie viele Studenten 
den Lehrstoff verstanden haben. Über eine 
ARCH +2(1969) H. 6
	        

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