Full text: ARCH+ : Studienhefte für architekturbezogene Umweltforschung und -planung (1970, Jg. 3, H. 9-11)

Praxisbezug vernachlässigt haben. Auch für die vorlie- 
gende Arbeit ergibt sich daraus die Notwendigkeit, die- 
jenigen speziellen Problembereiche zu benennen, die 
beim augenblicklichen Stand der Praxis der Stuttgarter 
Reformversuche Schwerpunkte darstellen und darum dif- 
ferenziertere Aussagen erfordern. Auch hier hängt die 
Konkretisationsebene der theoretischen Aussage ab vom 
Stand der Arbeiten in den Projektgruppen. Entsprechend 
ist der Validitätsbereich der hier möglichen Aussagen 
begrenzt. 
3.22 Eingrenzung der Aussagenvalidität der Arbeit nach 
spezieller Situation beim Entstehen 
Eine weitere Begrenzung ergibt sich aus der spezifischen 
Situation, in der diese Arbeit entstanden ist: Sie ist nicht 
das Ergebnis einer Gruppenarbeit und unterliegt somit 
den unter (1) geschilderten Einschränkungen, sie ist da- 
mit generalistischer in den Aussagen, als unter Bedin- 
gungen einer einigermaßen organisierten Gruppenarbeit 
nötig wäre. Es ist insbesondere eine scharfe Trennung von 
hypotetischen und empirischen Aussagen weniger klar 
möglich gewesen, als ein abstrakter Anspruch an "Wis- 
senschaftlichkeit" es wohl erforderlich erscheinen ließe. 
Eine genauere Beschreibung der empirischen Grundlagen 
dieser Arbeit (an anderer Stelle) kann helfen, die im 
folgenden gemachten Aussagen zu relativieren. 
3.23 Benennung spezieller Aussagenbereiche und deren 
Einschränkung auf den Fall arbeitsteilig/interdisziplinärer, 
selbstorganisierter Projektgruppen 
Ich werde mich im wesentlichen auf Aussagen zum oben 
beschriebenen Fall 6 beschränken, also zu projektbezo- 
gener Gruppenarbeit, die arbeitsteilig/interdisziplinär 
und selbstorganisiert stattfindet. Für den Aufbau von 
Gruppen dieser Art liegen erste Erfahrungen vor. 
Das Ziel der Stuttgarter Reformversuche ist, diese Form 
der Gruppenarbeit als Richtschnur für die Studientätig- 
keiten zu differenzieren und verbindlich zu machen. Es 
ist natürlich intendiert, die Grenzen zu Fall 7 (Zusam- 
menarbeit mit anderen Gruppen) zu überschreiten, die 
Reform stößt dabei jedoch auf, in der augenblicklichen 
Situation kaum zu überwindende Schwierigkeiten. Es 
fehlen viele materielle Voraussetzungen für eine derar- 
tige Arbeitsweise: Die materielle Produktion in der Bau- 
wirtschaft und die Verhältnisse im Planungsbereich sind 
nicht auf derartige Produktionsformen eingerichtet; die 
Struktur der Hochschule ist weit davon entfernt, für der- 
artige interdisziplinäre Gruppenverbände sinnvolle Ar- 
beitsbedingungen herzustellen: hier sei auf die Schwie- 
rigkeiten bei der Organisation von Information exempla- 
risch hingewiesen. Die Organisationsfähigkeit von den- 
jenigen, die in solchen Gruppenverbänden arbeiten 
müßten, ist zumindest in der Studienrichtung Architektur 
bei weitem nicht hinreichend entwickelt: es steht nur 
ein Bruchteil der nötigen Mittel zur Verfügung. Die Aus- 
sagenbereiche, in denen eine weitere Differenzierung 
vorgenommen werden soll, werden also schwerpunktmäßig 
auf projektbezogene, arbeitsteilig/interdisziplinäre, 
selbstorganisierte Arbeit in Gruppen beschränkt bleiben. 
Es sind die Bereiche: Qualifikation in Gruppenarbeit am 
Projekt, projektgruppenbezogene Beratung, Tutorium. 
Die Arbeit in selbstorganisierten, arbeitsteilig/ 
interdisziplinären Projektgruppen 
Entwicklung von Kriterien für Aussagen zur Grup- 
penarbeit 
Bedingungen für die Realisierbarkeit von Qualifi- 
kationszielen in der Gruppenarbeit 
Die Bedeutung individueller Qualifikationsinteres- 
sen für die Gruppenarbeit 
Individuelle Motivation in der Gruppenarbeit 
Die Rolle der individuellen Motivation bei der 
Arbeit in Gruppen 
Praxisbereiche für das Konkretisieren individueller 
Motivation 
Wechselbeziehungen: Individuelle Motivation - 
Selbstorganisation, Arbeitsteiligkeit, Interdiszi- 
plinarität, Projektbezug 
Fehleinschätzungen des Stellenwerts der Beschäf- 
tigung mit individueller Motivation 
Zusammenfassung, Fachpraxisbezug 
Fachinhalte (Informationen) in der Gruppenarbeit 
Entwicklung von Kriterien zur fachinhaltlichen 
Qualifizierung durch Gruppenarbeit 
Praxisbereiche (in der Gruppenarbeit) für das 
Konkretisieren fachinhaltlicher Aussagen 
Fachinhaltliche Aussagen - Selbstorganisation, 
Arbeitsteiligkeit/Interdisziplinarität, Projektbe- 
ZUg 
Fehleinschätzungen beim Umgang mit Fachinhal- 
ten 
Zusammenfassung, Organisation 
Organisation (Selbstorganisation) der Gruppen- 
arbeit 
Entwicklung von Kriterien für die Organisation 
der Gruppenarbeit 
Praxisbereiche für die Organisation 
Organisation - Projektbezug, Arbeitsteiligkeit/ 
Interdisziplinarität, Selbstorganisation 
Fehleinschätzungen 
Zusammenfassung, individuelle Motivation - 
Fachinhalte - Organisation 
Zusammenfassung von Abschnitt 4 
Kriterien für Gruppenarbeit 
Anforderungen an gruppenbezogene Beratung. 
Kriterien aus der Sicht der Gruppenarbeit 
A 
4.12 
4.2 
4.21 
4.22 
4.23 
4.24 
4.25 
4.3 
4.31 
4.32 
4 33 
4.34 
4.35 
4.4 
4.41 
4.42 
4.43 
4.44 
4-45 
4.5 
4.51 
4.52 
4. Die Arbeit in selbstorganisierten, arbeitsteilig/inter- 
disziplinären Projektgruppen 
4.1 Entwicklung von Kriterien für Aussagen zur Grup- 
penarbeit 
4.11 Bedingungen für die Realisierbarkeit von Qualifi- 
kationszielen in der Gruppenarbeit 
Im vorigen Abschnitt wurden Kriterien zur Arbeitsweise 
in Gruppen angegeben. Im folgenden sollen Qualifika- 
tionsziele, ihre Realisierbarkeit in Gruppen (nach Fall 
6) und auftretende Schwierigkeiten untersucht werden. 
Der Sinn der Gruppenarbeit ist die Qualifikation der 
Gruppenmitglieder. Qualifikation ist hier verstanden 
als die Fähigkeit, zu einem wohldefinierten Zweck 
konkrete Aussagen zu machen und in der Praxis zu rea- 
lisieren. Das Qualifikationsziel bestimmt den Praxisbe- 
reich, in dem die Zweckmäßigkeit einer Aussage aufge- 
ARCH+.3 (1970) H.. 11
	        

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