Full text: ARCH+ : Studienhefte für architekturbezogene Umweltforschung und -planung (1970, Jg. 3, H. 9-11)

Versuch 1 
Umwelt 
| 
Umwelt 
odjektre1a N | 
x? 
Infor- 
\mation 
( Axtion) 
Ay 
Subjekt 
Projektions 
ebene 
ransforma 
tion 
homo_sapiens 
Wissen 
homo_ludens 
Planen,Spielen 
homo faber 
Handeln 
Versuch 2 
Umwelt 
1. Änderung der Bewußtseinsinhalte der Subjektseite 
durch Informationsaufnahme aus den Objektfeldern der 
Umwelt. Transformation dieser Information in ein "inne 
res Abbild der Außenwelt". 
2. Durchspielen beabsichtigter Handlungen an diesem 
"inneren Abbild (Modell) der Außenwelt", um optimale 
Verhaltensweisen zu bestimmen. 
Der Plan, ein strukturierter Satz von Handlungsanwei- 
sungen, ist das Ergebnis dieses Spieles. Er stellt in die- 
sem Sinne den inneren Endzustand des Subjektes vor der 
Ausgangstransformation dar . 
3. Veränderung der realen Umwelt aufgrund der modell- 
haften Vorwegnahme der realen Situation. 
Der Transformator, der den Plan in einen realen Zustand 
übersetzt, kann als Realisator bezeichnet werden. (4) 
Klaus: "... das Modellhandeln dient der Einwirkung des 
erkennenden und planenden Subjektes auf die Umwelt 
als auch der Kontrolle der Erkenntnis über die Umwelt." 
"... die Rückkopplung mit der realen Umwelt ist aller- 
dings ein wesentlicher Bestandteil dieser Erkenntnis. 
Planung und Veränderung bilden über die Subjekt-Ob- 
jekt-Beziehung einen kybernetischen Regelkreis und sind 
untrennbar miteinander verbunden." (2) 
Dieser kybernetische Regelkreis, der Lern- und Anpas- 
sungsprozesse beinhaltet, ermöglicht es dem Subjekt, in 
seiner Umwelt zu überleben und sich und seine Umwelt 
zu optimieren. 
In der hier dargestellten Form ist der Regelkreis aufgrund 
seiner absoluten Isoliertheit ultrastabil. Im allgemeinen 
wird sich ein Gesamtsystem aus mehreren solcher Regel- 
kreise zusammensetzen, die dann nur noch relativ isoliert 
zueinander sind, in dem Sinne, daß ein Kreis ein ganz- 
heitliches Verhalten gegenüber den anderen Kreisen des 
Systems zeigt. 
Die hier in sehr allgemeiner Weise dargestellte Kopplung 
und Rückkopplung gilt prinzipiell für jede denkbare 
Subjekt-Objekt-Beziehung. Jedes Subjekt ist insofern 
ein Planer, als es Programme für seine spezielle Umwelt 
entwickelt. 
Betrachten wir die Implementation eines erstellten Planes 
als Steuerung, so geht diese Steuerung dann in Regelung 
über, wenn der Plan aufgrund der veränderten Umwelt- 
zustände, die er herbeigeführt hat, selbst eine Änderung 
in der Rückkopplungsphase erfährt. 
A 
homo_sapiens 
besser Wissen 
homo_faber 
Zzweckmässiger 
Handeln 
homo_ludens 
zweckmässiger 
Planen, Spielen 
Der Plan ist nicht reversibel, aber er kann seine eigene 
Veränderbarfkeit "planen". 
In diesem Sinne sind Planungsprozesse immer in Entwick- 
Ilungsprozessen enthalten. 
Feld der Planung der Planung 
Objekt- und Subjekt-Begriff sind nur in ihrer gegensei- 
tigen Relativität zu verstehen. 
Im speziellen Fall kann das planende Subjekt aus seiner 
Beziehung zu einem konkreten Erkenntnis- bzw. Planungs- 
objekt heraustreten und sich selbst in dieser Beziehung 
zum Erkenntnis- bzw. Planungsobjekt machen. 
Auf der Stufe der Erkenntnis über Erkenntnis bzw. Pla- 
nung der Planung gewinnt das Subjekt Information über 
seine Beziehung zum konkreten Planungsobjekt. 
Die Betrachtung der eigenen Situation kann ebenfalls als 
Abbildungsprozeß dargestellt werden. Die Abbildung 
kann dann in Instruktionen bzw. Handlungsanweisungen 
für die konkrete Erkenntnis- bzw. Planungssituation trans- 
formiert werden. 
Auf der Ebene der Planung der Planung ist das Planungs- 
subjekt mit sich selbst rückgekoppelt, es befindet sich 
in Reflexion über die eigene Planungssituation. 
Berücksichtigen wir, daß das konkrete Planungsobjekt 
ebenfalls eine Subjekt-Objekt-Beziehung beinhalten 
kann, ergibt sich eine Hierarchie übereinandergeschalteter 
Regelkreise . 
ARCH+ 3 (1970) H. 9
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.