ARCH+ 6.Jg. (1974) H. 22
Konkrete Schritte anzugeben, fällt angesichts der oben angedeuteten
Hemmnisse schwer, muß notwendig spekulativ
bleiben. Denkbar erscheint der Versuch, zunächst informelle
Arbeitsgruppen zu initiieren, welche sich möglichst aus
Mitgliedern der wichtigsten Einzelgewerkschaften rekrutieren
und aktuelle Probleme der Verschlechterung der Lebensbedingungen
aufgreifen, welche als Gewerkschafter u.U.
auch in entsprechenden Bürgerinitiativen mitarbeiten in
dem Bemühen, die ‘gewerkschaftliche Dimension’ derartiger
Interessen aufzuzeigen und auf der anderen Seite
die Gewerkschaften zur Initiative zu veranlassen.
Die Ausweitung der gewerkschaftlichen Strategie auf Probleme
der Reproduktionssphäre kann daher aktuell nicht
unter der Devise ‘Weg mit der entfremdeten Arbeit’ erfolgen,
sondern nur ‘Gegen die Verschlechterung der Lebensbedingungen’.
Fragen der Reproduktion der Arbeitskraft
sind, soweit es nicht um den Lohn geht, Fragen aller Einze’
gewerkschaften.