Volltext : ARCH+ : Studienhefte für Planungspraxis und Planungstheorie (ab H. 28: ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen) (1975, Jg. 7, H. 25-28)

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Zur Erhöhung des Gebrauchswerts von ARCH+ für die
Leser sind in der Redaktion folgende Ideen im Gespräch:

— eine gesonderte Beilage, welche unterschieden vom
redaktionellen Teil es Basisinitiativen, Studentengruppen
 usw. ermöglicht, sich darzustellen, ohne
gleich wissenschaftlichen Ansprüchen konfrontiert
zu werden
Ringdiskussionen zu zentralen Vorgängen oder Veröffentlichungen
 statt individueller Buchbesprechungen

Bereitstellung von Arbeitshilfen, Bibliographien usw.
eine Anzeigenrubrik, in der nach Berichten, „grauer
Literatur‘, Kontakten zu anderen Gruppen oder Personen,
 mit ähnlichem Arbeitsschwerpunkten inseriert
werden kann.
— mehr Bilder, Pläne, Graphiken, Karikaturen.

Zur Verbesserung der Möglichkeiten der Mitarbeit an
ARCHE ist in der Diskussion:
- frühzeitige Ankündigung in Aussicht genommener
Schwerpunkte, damit evtl. Autoren einen Arbeitsanreiz
 erhalten oder durch frühzeitiges Einsenden von Arbeitsentwürfen
 nicht länger ins Blaue hinein fertige
Artikel produzieren müssen.
Vorbereitung von Themenschwerpunkten durch Arbeitskonferenzen,
 zu denen sporadische Mitarbeiter
und solche, die es werden möchten, eingeladen werden,
 um diese Mitarbeit auf breitere Basis zu stellen.
Die Realisierung solcher Veränderungen — schwerpunktmäßig
 im Jahr 1976 — setzt eine intensive Diskussion
 zu beiden Komplexen, dem inhaltlichen, in diesem
Editorial nur angerissen, und dem mehr praktisch:organisatorischen
 voraus, eine Diskussion, die nach unseren
Intentionen nicht von der Redaktion allein geführt werden
 sollte. Denn stärker als ein theoretisierendes ‘Organ‘
 ist eine Zeitschrift, wie sie ARCH+ (immer noch
nicht) ist, auf die Mitarbeit derjenigen angewiesen, die
sie gebrauchen und mit ihr arbeiten.
Wir benötigen also Eure Stellungnahmen zu den von
uns skizzierten politischen Vorüberlegungen für die weitere
 Entwicklung der Zeitschrift ebenso wie Eure Kritiken.
 Korrekturen und Vorschläge zu dem,was sich an
praktischen Maßnahmen im Stadium der Diskussion befindet,Leserzuschriften
 zu diesem Editorial, die wir dann
auch (selbstverständlich nach Rücksprache) veröffentlichen
 und dokumentieren möchten, sind also nicht nur
willkommen, sie sind notwendig. Nur so kann die Intention
 dieses Editorials, eine „Tendenzwende“ in der Publikationspraxis
 und im Arbeits- und Kommunikationsstil
 der Redaktion einzuleiten, zu mehr als einer bloßen
Deklamation werden.

Wolfgang Ehrlinger, Adalbert Evers, Christoph Feldtkeller, Mark
Fester, Sabine Kraft, Nikolaus Kuhnert, Jörg Pampe

BEI UMZUG NEUE ADRESSE ANGEBEN!

ARCH+ 7. Jg. (1975) H. 27

Dieses Editorial ist Zwischenergebnis einer Diskussion der
Redaktion über die künftige Publikationsstrategie von ARCH+.
Weitere Beiträge hierzu sollen folgen. Auch die Redaktionsmitglieder,
 die dieses Editorial nicht mit unterschrieben haben, pla;
nen einen Beitrag. Wir würden uns freuen, wenn auch aus dem
Kreis der Leser Stellungnahmen zu den hier angeschnittenen
Fragen kommen würden.

L)
2

Vgl. Editorial, ARCH+, Heft 20. .
So wurden in ARCH+ einige „rein”” theoretische Artikel
veröffentlicht, welche vielleicht besser in der PROKLA
oder ähnlichen Organen erschienen wären: Die Konkretionsstufe
 der theoretischen Aussagen vermittelte sich
nicht mehr zu deren konkreten politischen Anlaß. Während
 aber z.B. die Grundrente-Artikel in Heft 17 wenigstens
 in einschlägigen Seminaren an einigen Hochschulen
als Kurzfassung der Marx’schen Rententheorie herangezogen
 werden konnten, vermittelte sich z.B. der Artikel von
Marc Fester in Heft 23 („Infrastruktur und Kapitalverwertuüf
obschon er versuchte, über ein bloßes Marx-Exzerpt hinauszukommen,
 zu keiner laufenden politischen oder theoretischen
 Diskussion mehr.
Vgl. dazu das BDA-Manifest „Für Architektur — Wider das
Bauen ohne Gestalt‘‘, aber auch die BDA-Ausstellung „„Partizipation
 — Alibi oder Grundlage demokratischer Planung‘‘,
 1973, konzipiert von S. Goerner u. Ch. Schaller
(Planungsgruppe „dt8”, Köln).
Wenn hier Beiträge einzelner Redaktionsmitglieder behandelt
 und kritisiert werden, so ist dies nicht als individualisierende
 Kritik zu verstehen, sondern als kollektive
Selbstkritik der Redaktion, welche zumindest mehrheitlich
 diese Beiträge in ihren Grundaussagen mitgetragen
hat.
Helga Fassbinder: Kapitalistische Stadtplanung und die
Illusion demokratischer Bürgerinitiative, Probleme des
Klassenkampfs, Sonderheft 1; und dies.: Bürgerinitiativen
 und Planungsbeteiligung im Kontext kapitalistischer
Regionalpolitik, Kursbuch 27, 1972.
In diesem Kontext vor allem Offe’s „Disparitätenthese‘“,
allgemein vgl. Müller/Neusüß, a.a.O0. und SOPO 6/7.
Auch wenn wir dies in Bezug auf die „Bürgerinitiativen‘‘
für eine schlecht abstrakte Kritik halten, so war diese —
und das ist im Hinblick auf die späteren Positionen hervorzuheben
 — eine explizit politische Kritik.
Man muß dies natürlich alles vor dem historischen Hintergrund
 und im Zusammenhang mit der — nur in den
Köpfen vollzogenen — „proletarischen Wende‘‘ der zerfallenden
 Studentenbewegung verstehen: es galt eben
nachzuweisen, daß ohne Partei der Arbeiterklasse sich
„Nichts machen” ließe, deren Aufbau — oder schneller:
deren Proklamation — war also die Tagesparole.
In chronologischer Reihenfolge:
Adalbert Evers: Städtische Strukturen und Staatsinterventionismus,
 insbes. Teil IV.2, H. 20, S. 33ff
Lokale Demokratie — Beteiligung der Bürger an der
Planung, Diskussionsbeiträge von Helga Fassbinder,
H. 21
Editorial zur Berufspraxis der Architekten, H. 22
Helga Fassbinder: Der Sozialplan nach StBauFG —
eine kritische Untersuchung aus dem Vergleich mit
dem Sozialplan bei Unternehmenssanierung nach
BetrVG, H.22;
vgl. auch die beiden letzten Seiten des früheren Artikels
in Kursbuch 27 (vgl. Fußnote 5)
Vgl. Lokale Demokratie — Beteiligung der Bürger an der
Planung, Diskussionsbeitrag H.F., a.a.O. und Editorial
Heft 21, 5. 1. Zur Kritik dieses Erklärungsmusters, welches
 einen engen Kausalnexus zwischen ökonomischer
Lage und politischer Aktion unterstellt: H.U. Wegener:
Subjektivität und reproduktive Konflikte, unveröff, Ms.
Aachen 1975

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