Volltext : ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen (1976, Jg. 8, H. 29-31)

Nyatapola Padoge. Sie beherrscht die Stadtsilhouette

Straße im Ostviertel der Stadt. Die Straßen werden als erweiterter Wohn-Jan

 Pieper

SAD ERNEUERUNG
Stadt-Entwick lungshilfe für Bhaktapur.
sulting-Firmen aufgestellt werden, ohne
Rücksicht auf die Tatsache, daß den meisten
 Entwicklungsländern die institutionell.
organisatorischen Voraussetzungen zur
Implementierung fehlen. 1) Deshalb wandern
 die Planwerke entweder in den Papierkorb,
 oder sie zieren nutzlos die Wände
 der zuständigen Ministerien, ungeachtet
 der enormen Beträge, die dafür ausgegeben
 worden sind.
Besonders fragwürdig aber wird Stadtplanung
 als Entwicklungshilfe dann, wenn
dies die erste Entwicklungsmaßnahme darstellt.
 Dies ist der Fall bei den Ärmsten
der Armen, deren Rohstoffe auf dem
Weltmarkt nicht gefragt sind, deren handwerklich
 hergestellten Produkte selbst
auf dem Binnenmarkt nicht mehr konkurrenzfähig
 sind, die somit in keiner Weise
 in Handelsbeziehungen mit den Industrienationen
 treten können, wenn sie
sich nicht anderweitig Devisen verschaffen.

Ein solches Land ist Nepal.
Bisher wurden hier die notwendigsten
Devisen — neben einem geringen Holzund
 Gewürzexport — vorwiegend durch
die Ausfuhr von Söldnern (Gurkhas) er-Unter

 dem Sammelbegriff „‚Entwicklungshilfe’
 versteht man gemeinhin den Transfer
 von Technologie, Know-How und Kapital
 in wirtschaftlich rückständige Länder
mit dem Ziel, ihre Produktivität so zu
steigern, daß sie zum leistungsfähigen Handelspartner
 werden, zum potentiellen Abnehmer
 von hochwertigen Produkten, für
die das Monopol bei wenigen Industrienationen
 liegt. In der Regel handelt es
sich bei Maßnahmen der Entwicklungshilfe
 um eine Verstärkung der Rohstoffförderung,
 oder um Investitionen im Bereich
 der Konsumgüterindustrie, wo das
Verhältnis von Kapital zu Arbeit niedrig
ist.
In fast allen Entwicklungsländern konzentrieren
 sich die ersten Industrialisierungsansätze
 auf die Hafenstädte oder einzeine
 Großstädte im Landesinneren, eine
Folge der in der Kolonialzeit betriebenen
wirtschaftlichen Umstrukturierung dieser
Länder. Da nur in diesen wenigen Zentren
nichtlandwirtschaftliche Arbeitsplätze angeboten
 werden, und da überwiegend hier
Entwicklungsmaßnahmen und Neuinvestitionen
 erfolgen, führt das zu enormen Binnenwanderungsbewegungen
 mit explosions-237



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