Volltext: ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen (1979, Jg. 11, H. 43-47, [48])

An einem Samstag im März trafen wir 
uns mit den Hausbewohnern, türkische, 
deutsche und jugoslawische Familien. Ein 
Teil der Entwürfe zeigten wir in Original- 
größe und führten außerdem das dafür ver 
wendete Bildmaterial als Diapositive vor. 
Die Hausgemeinschaft akzeptierte unser 
Konzept, wobei „das Besondere von Kunst 
in einem normalen Mietshaus’’ spontan be- 
grüßt wurde. Man machte sich bereits, be- 
vor das Bild montiert wurde, Sorgen um 
Schutz und Erhaltung der Arbeiten. 
Die anschließende Diskussion bot für 
die älteren Berliner Mieter Gelegenheit, 
eigene Erfahrungen aus diesem Zeitab- 
schnitt einzubringen. Für die ausländi- 
schen Familien dürfte dies eine erste Ge- 
legenheit gewesen sein, sich intensiver mit 
der Berliner Historie auseinanderzusetzen 
Einen Teil dieser Geschichte verkörpert 
der ehemalige Elektrotechniker des Sie- 
menskonzerns Herr Kupsky (Foto), der 
bereits 45 Jahre in diesem Haus wohnt 
und dessen Portrait auf allgemeinen Vor- 
schlag „‚verewigt’” werden soll. Befriedigt 
stellten die Hausbewohner fest, daß quas‘ 
als Nebenprodukt unserer Arbeit, bei der 
Auseinandersetzung mit den Entwürfen, 
man sich zum ersten Mal länger miteinan- 
der unterhielt. Das Gespräch zwischen den 
Hausbewohnern und mit den Künstlern 
soll nicht abreißen: als nächstes ist ein 
„Mieterfest’” anläßlich der Anbringung 
der fertiggestellten Platten geplant. 
Wir malten auf wasserfesten Holztafeln 
(2 x 6 m), die an der Wand befestigt war- 
den. Es war unsere Absicht, nach dem 
Montageprinzip den geschichtlichen Ab- 
lauf zu formulieren und dem Betrachter 
in der Art eines erzählenden Lehrstücks 
Deutungen zu ermöglichen. 
Die Abbildungen zeigen den Zustand kurz 
vor Abschluß 
Klaus Dubois / Gerd Wulff 
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