Volltext : ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen (1980, Jg. 12, H. 49- 51/52, [53], 54)

lich die praktische Politik) die folgenden
\ ie folg,
drei Schwerpunkte verstärkt zu berück
sichtigen: IN zu DerHck-1.

 Wie kann das vorhandene architektonisch-technische
 Know-How
insbesondere Erkenntnisse der Alternativarchitektur,
 auf die Altbaumodernisierung
angewendet werden?
2 Wie können Informations- und
Organisationsprozesse unterstüt z{
werden, die das Bewußtsein der Problematik
 vermitteln und Durchsetzungschancen
 für eine alternative, energiebewußte
 Stadterneuerungspraxis schaffen?
3 Welche förderungspolitischen
Verbesserungen sind notwendig,
um sicherzustellen, daß die sozial ohnehin
 kaum vertretbaren Mietsprünge bei
Sanierungs- und insbes. Modernisierungsmaßnahmen
 außerhalb von Sanierungsgebieten'zumindest
 nicht weiter vergrößert
 werden? Die bisherigen Möglichkeiten
 der öffentlichen Förderung im
Rahmen des Modernisierungs- und Energieeinsparungsgesetzes
 reichen hier wegen
 der hohen Investitionskosten einer
konsequent energiebewußten Stadterneuerung
 nicht aus. Andererseits könnten
 durch Mittelumverteilungen (z.B. bei
den Aufwendungen des Bundes zur Energiesicherung)
 die Kosten ohne Mehrbelastungen
 für die öffentliche Hand aufgebracht
 werden; — wenn der politische
Wille bzw. Druck vorhanden ist.

Anmerkungen
1) Jürgen Wolf, Sozialorientierte Wohnumfeldverbesserung,
 in: ARCHT, 43/44, 1979,
S. 25. Wolf bezieht sich zwar vor allem auf
Modernisierung außerhalb von Sanierungsgebieten,
 doch wird eine ähnliche Strategie
 auch für Sanierungsgebiete vorgeschlagen.

2) Vgl. hierzu die gerade abgeschlossene Untersuchung
 von Sieverts/Volwahsen über
„Rationelle Energieverwendung im Rahmen
 der Stadterneuerung” im Auftrag des
BMBau (bisher unveröff.)

3) Krause, Florentin/H. Bossel/K.F.Müller-Reißmann,
 Energiewende. Wachstum und
Wohlstand ohne Erdöl und Uran. Frankfurt
 1980, S. 35. Die dort errechneten
Daten und die darauf gestützen Empfehlungen
 entsprechen dem „Energiepfad”
Nr. 4 (Sanfte Energieversorgung) des
Szenarios, das die Enquete-Kommission
„Zukünftige Kernenergiepolitik” dem
Bundestag vorlegen wird; die Durchführung
 des „sanften Weges” wird von der
Kommission für politisch nicht realisierbar
 gehalten. (Vgl. FR vom 19.4.80, S. 1
S. 2, S. 3). Im vorliegenden Zusammenhang
 ist es jedoch zweitrangig, ob die zu
grundeliegenden Schätzungen genau zutreffen
 und das gesamte Sparprogramm
den Politikern als realisierbar erscheint.
Wesentlich ist, sich die potentielle Bedeu-Kung
 des Wohnbereichs, speziell der Al” 12) Allein seit Herbst 1978 haben sich die
giepolitik zu vergegenwärtigen und diesen N BOFEGHTODWOLL Sch dis N Nderel Ener:
EEE STE SESO mit- gieträger (Kohle, Gas) nur een
z teuert haben als die allgemeinen
4) Vgl. Arnold, Ulli und Bodenstein, Ger-  Tebenshaltun ind di
. A aha an gskosten, sind die Kosten
hard: Pnerglepoltische Strategien im Kon: für Elektrizität, Wasser und Brennstoffe
; a nn "zn: vom Dez, ür den 4-Personen- eit-998
 a son Bd. 6, Villingen, nehmerhaushalt mit mittlerem Einkom-5)
 Vgl. Krause, Florentin u.a., a.a.0. S. 53-85 BON! EN CE han
6) Vgl. ebd. bes. Tab. 2.6, 5. 77 u. 2.7, 83; EA dom:  AVurtschaft
bei Einführung des Gebäudetyps 4, Null- KO NE stk " Ch EOS 193 On Ver
n %, x ne DE un atis 5 „5. N -
Energichausi und seinem ANEIISRLE% —_—— doppelung dir Preise Für leichtes Heiz]
bedarf auf 39% des heutigen Wertes bis an deutet TE A ae 6l
zum Jahr 2030 abgesenkt werden; s.5.83. NEN ME AINCHE Erhöhung um
7) Volks- und betriebswirtschaftlich EA 75 — DM!
wäre ein Festhalten am bisherigen Vorge- ) Sn nn .
hen, den Einbau moderner Hekaystome 13) In den USA und Kanada gibt es bereits
und die Wärmedämmung unabhängig mehrere Ansätze von Energieversorvoneinander
 zu betreiben: Wird eine zen- N KREE BEE E N U Ve ekrng
tralbeheizte Wohnung später wärmegedämmt, , N {
erweist sich die  Heizenlage als überdimen- von Maßnahmen zur wirksamen Energiesioniert
 und damit weniger effizient; gleiches nutzung im Haushalt an EEE
gilt für (Block-)Heizkraftwerke und Fern- rungen zu verzichten. Nie Ve unk:
wärmeversorgung; in Kopenhagen ist die tion in EI ST Ye Less
Benutzungsstundenzahl der Fernwärme bezüglich die Sta ae ec x m dic
nach verstärkten Wärmedämm-Maßnahmen brücken wahr, si NE ua nat en
um 10% gesunken, was deren Wirtschaft- Aktion „Energie-Einspar-Finanzierung
lichkeit erheblich senkt (vgl. BMBau: anlaufen ließ, Neben einem konkreten
Schriftenreihe Bd, 06.035: Ansätze inte- UT U GE
grierter örtlicher Versorgungskonzepte TUE Un  ühhohkeit der Maß:
im Ausland, S. 41). Notwendig ist deshalb ah SONS mitten die Stadtwerke Kredidie
 integrierte Planung von Energiebewah- E u So de ıkonditionen bei der Stadtd
 Energieversorgung im Wohnbe- S ZU ON n
a un sparkasse.
ä Experten bewegen 14) Daß diese Interessenüberschneidung be-De
 Griechen ER EoHen Yon 20. 30% . reits in die gesellschaftliche Praxis umge-9)
 Unter anderem: Vorkaufsrecht der Ge- setzt wird, beweisen die vielen Versuche
meinde, Gemeindliches Grunderwerbs- von Umweltschutz-Initiativen, kommurecht;
 — zu prüfen ist, ob ein Anschluß- nale Alternativ-Szenarien zu erarbeiten;
zwang an ein (Block-)Heizkraftwerk oder z.B. Arbeitskreis Alternativenergien, Albestimmte
 Wärmedämm-Maßnahmen als ternatives Energiekonzept für die Stadt
Bestandteil des Sanierungszweckes aufge- Tübingen, c/o W. Feist, Institut für theofaßt
 und so über 8 15 StBauFG durchge- retische Physik. Auf der Morgenstelle
setzt werden kann. 14/8, 7400 Tübingen.

10) Vgl.beispielhaft die Schriften des Instituts
 für Baubiologie in 8200 Rosenheim
und den Reader „Gesundes Bauen, gesundes
 Wohnen”, hrsg. v. Forschungskreis
f. Geobiologie, 6930 Eberbach.
11) Von der architektonisch-technischen Seite
 her bieten sich hier reizvolle, auch
relativ kurzfristig umsetzbare Möglichkeiten;
 als Beispiel seien genannt die Schaffung
 von kleinen Biotopen mit ausgeklügeltem
 Kleinklima, Wasserflächen usw.
in Blockinnenbereichen oder auf Freiflächen;
 Bewuchs der Häuser, Nutzung des
Regenwassers usw. Die ökologisch notwendige
 Schaffung größerer Biotope bei gleichzeitiger
 Entflechtung der Städte scheint
jedoch bei der gegebenen kapitalistischen
Struktur des Bodenmarktes nicht durchsetzbar.


Ingo Maier

Energiesparen durch Einsatz des richtigen
Energieträgers
Dargestellt am Beispiel einer großstädtischen Energieversorgung'

Das elektrische Heizen ist keineswegs so
umweltfreundlich, wie oft angenommen
wird. Denn in den Dampf- und Atomkraftwerken
 fallen enorme Mengen von
Abfallwärme an, die unsere Umwelt
stark belasten und offensichtlich die
ersten westdeutschen „‚Grenzen des
Wachstums” sein werden. Diese Abwärme
 ist somit unser schwerwiegendstes
 Umweltproblem, hinter dem alle
übrigen Umweltbelastungen zurücktreten.
 Ferner vermehrt diese Verlustwärme

 den Rohenergiebedarf unnötig und
kostet zusätzliche Devisen. Schließlich
muß das Uran für die Atomreaktoren
ebenfalls eingeführt werden. Der Verbrauch
 von Strom für Wärmezwecke
ist daher kritisch zu überdenken, zumal
man auch mit Erdgas oder Fernwärme
„modern heizen” könnte. Das wäre
jedenfalls volkswirtschaftlich sinnvoller.
Auch gäbe es genügend Erdgas, würde
es in den Kraftwerken nicht verplempert.


Elektrisches Heizen ist eine arge
Verschwendung

Der Normalverbraucher ahnt nur selten,
welche Verschwendung an Energie das
elektrische Heizen oder Kochen eigentlich
 ist. Denn ein Dampfkraftwerk — ins:
besondere ein Atomkraftwerk — erzeugt
mehr Energieverluste als Strom. Im Vergleich
 zu dieser Verlustwärme ist das bißchen
 Energie belanglos, das beim Transport
 der Elektrizität verloren geht. Alle

27
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.