Volltext: ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen (1983, Jg. 15, H. 67, 68, [69/70], 71, 72)

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WÜRTTEMBERGISCHE BAUZEITUNQ. 
Nr. 27. 
Kleine Mitteilungen. 
In der letzten Nummer ist im Artikel „Innenräume 
von Paul Haustein“ ein Schreibfehler untergelaufen: Die 
Kgl. Lehr- und Versuchswerkstätte hat mit der Baugewerkschule 
nichts — noch nichts — zu tun, sondern ist bekanntlich der 
Kgl. Kunstgewerbeschule angegliedert. 
Der Verkauf der Legionskaserne in Stuttgart. Der 
württembergischen Abgeordnetenkammer ist eine Vorlage 
betr. den Verkauf der Legionskaserne zugegangen. Käuferin 
ist die Rheinische Kreditbank in Mannheim, mit der die 
württembergische Staatsverwaltung vorbehaltlich der stän 
dischen Genehmigung einen Kaufvertrag abgeschlossen hat. 
Der Kaufpreis beträgt 3250000 M. Die Uebergabe des 
Grundstücks, von dem ein Teil als Straßenplatz abgegeben 
werden muß, erfolgt am 1. April 1906, es ist aber der Käuferin 
das Recht eingeräumt, das ganze Grundstück oder Teile des 
selben an einem späteren Zeitpunkt, jedoch äußerstenfalls auf 
1. April 1907 zu übernehmen. Die Käuferin hat sich ver 
pflichtet, für eine dem Stadtbild zur Zierde gereichende Ueber- 
bauung zu sorgen. Der Vertrag löst sich auf, wenn die Ge 
nehmigung der Ständeversammlung bis 15. Juli 1905 nicht 
erlangt werden kann. Für anderweitige Unterbringung der 
bisher in der Legionskaserne untergebrachten staatlichen 
Behörden ist bereits gesorgt, nur bezüglich der zahlreichen 
Aufwärterwohnungen erscheint es unumgänglich, durch den 
Bau besonderer Wohnhäuser Ersatz zu beschaffen. Die Re 
gierung schlägt vor, von dem Erlös mit 3250000 M. die 
Summe von 250000 M. zu Herstellung von Familienwohnun- 
gen für niedere staatliche Beamte zu verwenden. Um diese 
Summe soll der erforderliche Baugrund erworben und drei 
Doppelwohnhäuser mit je acht Wohnungen, zusammen also 
24 Wohnungen, errichtet werden. 
—y. Oäuwasserversorgung. Am 20. Juni fand in Eutingen 
die konstituierende Verhandlung behufs Bildung der Gäu 
wasserversorgungsgruppe statt. Die Verhandlungen wurden 
von dem Referenten im Ministerium des Innern, Regierungs 
assessor Dr. Michel, geleitet. Das Projekt ist von dem Staats 
techniker für das öffentliche Wasserversorgungswesen, Ober 
baurat von Ehmann, ausgearbeitet, der die Einzelheiten des 
Planes der Versammlung eingehend erläuterte. Nach längeren 
Verhandlungen vereinigten sich folgende 21 Gemeinden der 
Oberämter Horb, Herrenberg, Rottenburg und Nagold zu dem 
Gemeindeverband der Gäuwasserversorgung: Affstätt, Haslach, 
Kuppingen, Bondorf, Nebringen, Oberjesingen, Oeschelbronn, 
Unterjettingen, Bildechingen,Eutingen,Göttelfingen.Gündringen, 
Rohrdorf, Vollmaringen, Baisingen, Eckenweiler, Ergenzingen, 
Nellingsheim, Remmingsheim, Wolfenhausen und Schietingen. 
Die Gruppe zählt nach der Volkszählung von 1900 im ganzen 
14593 Einwohner. Einigen weiteren Gemeinden wurde der 
Beitritt bis zum 1. März 1906 offen gelassen. Das erforder 
liche Wasser soll dem im Steinachtal bei Schietingen vor 
handenen reichhaltigen Quellgebiet entnommen, von dort 
mittels eines Sauggasmotors in die Höhe gefördert und von 
hier aus durch ein Hauptreservoir und eine Anzahl von Hilfs 
reservoiren in gußeisernen Druckleitungen den einzelnen 
Orten zugeführt werden. Der Bauaufwand beträgt über 
1 Million Mark, wozu der Staat den erheblichen Beitrag von 
15% leistet. Außerdem wird die Bauleitung auf Staatskosten 
übernommen. Das Unternehmen wird nach dem räumlichen 
Umfang, der Einwohnerzahl des Versorgungsgebiets und der 
Höhe des Bauaufwandes eines der bedeutendsten dieser Art 
in Württemberg sein, das bekanntlich auf dem Gebiete des 
Wasserversorgungswesen sämtlichen deutschen Staaten vor 
bildlich vorangegangen ist. Für die beteiligten Gemeinden, 
die seither unter der Wasserarmut fühlbar zu leiden hatten, 
bedeutet das Unternehmen einen großen wirtschaftlichen, 
hygienischen und kulturellen Fortschritt. 
Personalien. 
Ernannt: Professor Dr. Grad mann, Konservator der vater 
ländischen Kunst- und Altertumsdenkmale in Stuttgart, zum ordent 
lichen Mitglied der Wiirtt. Kommission für Landesgeschichte. 
ln Ruhestand versetzt: Bahnmeister Locher in Heilbronn auf 
Ansuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen und guten 
Dienste. 
Württembergische Staatsprüfung im Baufach. Bei der 
Ende April vorgenommenen ersten Staatsprüfung im Baufach 
sind folgende Kandidaten für befähigt erkannt worden und 
haben die Bezeichnung „Regierungsbauführer“ erhalten: 1. im 
Hochbaufach: A. Boilacher-Schwäbisch-Hall; A. Diez-Weins 
berg; Chr. Dorsch-Crailsheim; H. Fetzer-Stuttgart; K- Keller- 
mann-Kesselstadt (Hanau); R. Kirn-Stuttgart; W. Knoblauch- 
Stuttgart; W. Kugler-Stuttgart; A. Linder-Reutlingen; K. Maurer- 
Cannstatt; G. Montenbruck -Asbach (Coblenz); R. Rumpel- 
Kirchberg, OA. Sulz; P. Schönnagel-Stuttgart; E. Stahl-Cann 
statt; E. Wörner-Obergröningen; R. Wörnle-Eßlingen. 2. Im 
Bauingenieurfach: B. Allmendinger-Wilhelmskirch, OA. Ravens 
burg; M. Andreä-Göppingen; F. Bihler-Reutlingen; W. Bräu- 
ninger-Wallhausen; H. Decker-Sindelfingen; E. Drück-Heil- 
bronn; A. Eisenlohr-Schopfheim (Baden); G. Eisig-Heilbronn; 
W. Graner-Biberach a. R.; R. Großjohann-Brockhagen (West 
falen); K- Härlin-Marbach; G. Ikinger - Ebingen ; A. Klein- 
Lautern; J. Kohle-Blaubeuren; K- Lausterer-Ludwigsburg; 
G. Mayer-Stuttgart; H. Molfenter-Ulm; E. Molt-Untertürkheim; 
W. Neuffer-Stuttgart; H. Pfeiffer-Göppingen; M. Sautter-Sindel- 
fingen; E. Schall-Kuchen; L. Schwenzer-Berlin; M. Sieb-Bern 
bach; H. Trapp-Stuttgart; H. Wünsch-Oßweil. 3. Im Ma 
schineningenieurfach: K- Ast-Wurmberg; R. Beuter-Cannstatt; 
R. Borach - Colmar; R. Braumiller - Stuttgart; A. Bräuninger- 
Hohebuch; W. Cox-Cannstatt; R. Drautz-Heilbronn; H. Flaisch- 
len-Ulm; W. Groß - Stuttgart; W. Hahn - Cannstatt; J. Haug- 
Steinenkirch; P. Haug - Rottweil; A. Hermanuz - Cannstatt; F. 
Hoffmann-Ludwigsburg; F. Kostenbader-Stuttgart; K- Krug- 
Stuttgart; M. Künkele - Metzingen; G. Lappe-Ravensburg; 
J. Leiße-Osnabrück; A. Lendner-Stuttgart-Gaisburg; A. Ley- 
pold-Eckardsweiler; H. Maier-Ravensburg; H. Mehl-Eningen; 
H. Munding-Mössingen; O. Nagel-Bietigheim; E. Obermiller- 
Cannstatt; R. Pfähler - Stuttgart; K. Pfleiderer-Waiblingen; 
H. Schelhammer - Ehingen a. D.; B. Scheuer-Heilbronn; E. 
Schmalzried-Cannstatt; R. Schneider-Heilbronn; E. Uber-Lud 
wigsburg; A. Weidner-Stuttgart; J. Weiß-Sonthofen (Bayern); 
K. Wild - Altenburg, OA. Tübingen; M. Wilhelm - Stuttgart; 
H. Wolfer-Stuttgart. 
Büchertisch. 
Der Kunstwart. Rundschau über Dichtung, Theater, Musik und 
bildende Künste. Herausgeber Ferdinand Avenarius. Verlag von 
Georg D. W. Callwey in München. Vierteljährlich 3,50 M., das 
einzelne Heft 70 Pf. Inhalt des zweiten Juniheftes: Frei- 
luftmusik. Von Richard Batka. — Willensfreiheit und 
modernes Drama. Von Kurt Aram. — Neue Berliner Bau 
kunst. Von Albert Dresdner. — Lose Blätter: Aus Carl 
Albrecht Bernoullis „Sonderbündler“. — Rundschau; „Populari 
sieren?“ Adolf Stern. Vom Kampfe gegen die Schundliteratur. 
Poetische Wunderkinder. Ein neues Kunstwartunternehmen. Ber 
liner Theater. Münchner Theater. Festspiele. Frankfurter Museums 
programme. Dresdner Oper. Bachs Geburtshaus. Parsifal in 
Amsterdam. Liederbücher von Friedrichs. Hugo Riemanns Musik 
lexikon. Die zweite Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes. Vom 
nicht zu unecht aussehen dürfenden roten Kunststein. Zur Draht 
kultur. Nachklänge zur Schillerfeier. Müssen Flaggen langweilig 
sein? — Bilderbeilagen: AlbertWelti, Geizhals; Ludwig Richter, 
Genovefa; Ad. Zimmermann, Bildnis Ludwig Richters; vier Abbil 
dungen „Zur Drahtkultur“. — Notenbeilagen: Franz Schubert, 
Meeresstille; Heinrich Rietsch, Lied des Mirza Schaffy; Flöten 
spielerin; Gabriella Wurzer, zwei Lieder aus Goethes „Westöstlichem 
Divan“; Franz Schubert, Nachtgesang. 
Moderne Bauformen. Juni-Heft 1905. Die reich ausgestattete 
Nummer enthält einen Aufsatz von dem bekannten Kunstkritiker 
Julius Meier-Qraefe über Bruno Möhring und das neue Berlin, der 
mit charakteristischen, bisher noch unveröffentlichten Arbeiten Möh- 
rings illustriert ist. In einem zweiten Artikel, von Dr. W. Vogel 
sang, wird die Kunst des jungen holländischen Architekten Jan 
Stuyt, des Mitarbeiters und Teilhabers von Jos. Cuypers, einer ein 
gehenden Betrachtung unterzogen. Unter den farbigen Tafeln be 
finden sich zwei Entwürfe von Saarinen für das Landgut Merijoki, 
die eine Ergänzung der im April-Heft erschienenen Arbeiten bilden, 
und unter anderm eine Reproduktion der Wohnhäusergruppe des 
Stuttgarter Architekten Albert Eitel. Verlag Julius Hoffmann-Stuttgart. 
Zur Beachtung! 
Wir ersuchen diejenigen Abonnenten, welche die „Württ. 
Bauzeitung“ beim Verlag bestellt haben und mit dem Abonne 
mentsbetrag für das II. bezw. III. Quartal rückständig sind, 
um gefl. umgehende Einsendung desselben. Es empfiehlt 
sich, zur Ersparnis des Portos gleich den Betrag für zwei 
Quartale zu entrichten. 
Stuttgart, Hegelstr. 68. Verlag der „Württ. Bauzeitung“. 
Hierzu eine doppelseitige Beilage: 
Vorhalle zur Goldenen Pforte am Dom zu Freiberg in Sachsen. 
Redaktion: Adolf Fausel, Fritz Schmidt, Architekt, dipl. ing. in Stuttgart. 
Druck der Deutschen Verlags-Anstalt in Stuttgart.
	        
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