Full text: ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen (1983, Jg. 15, H. 67, 68, [69/70], 71, 72)

Michael Peterek 
Bebauung 
im Aachener 
Rehmviertel 
(AN 
) BESTAND 
A ARD 
STRUKTUR M1:2000 
Se 
0! 
o‘ 
Diplomarbeit an der 
RWTH Aachen 1982 
Strukturplan 
des Rehmviertels: 
Bestand und Planung 
Das Rehmviertel entstand im vorigen Jahr- 
hundert als erstes Viertel außerhalb des mit- 
telalterlichen Mauerrings nach Sättigung der 
alten Stadtstruktur. Städtebauliches Grund- 
element ist das sog. Aachener Dreifenster- 
haus, ein Haustyp, der sich in seiner Integra- 
tion von Wohnen und Gewerbe bis auf den 
Prototyp des mittelalterlichen Stadthauses 
zurückführen läßt. Der Planungsvorschlag 
stellt den Versuch einer neuen Interpretation 
dieser bewährten städtischen Hausform dar. 
Das Viertel 
Das städtische Raumgefüge basiert auf einer 
Struktur geschlossener Baublöcke. Die 
Struktur wird „von oben”, morphologisch, 
durch ein orthogonales Straßenraster be- 
stimmt. Die Stadt- und Straßenräume sind li- 
near, geschlossen, kontinuierlich, überschau- 
bar. Die Struktur wird „von unten”, typolo- 
gisch, durch eine repetitive schmal-tiefe Par- 
zellierung und entsprechende städtische Rei- 
henhäuser bestimmt. Das bedeutet: 
& stete Wiederholung und Aneinanderrei- 
hung gleicher Typen als wahrnehmbarer 
Grundelemente des Stadtbaus, 
9 Identität von Haus und Wohnung und un- 
mittelbare Einbindung in den öffentlichen 
Straßenraum (sichtbares Zeichen: die 
nicht gereihten Hauseingänge), 
9 Kleinteiligkeit und Funktionsneutralität 
als Voraussetzungen für Wachstum und 
Veränderungen. 
Das gebaute Gewebe des Stadtviertels zeich- 
net sich durch funktionale Mischung und 
Nutzungsverflechtung auf unterschiedlichen 
Ebenen aus: im Haus, auf der Parzelle. im 
Block, im Viertel. 
Diese charakteristische, die Identität des 
Viertels ausmachende Struktur wird durch 
die Eingriffe der letzten zwei Jahrzehnte 
weitgehend negiert und zerstört (maßstabs- 
sprengende Baustrukturen, Annullierung ei- 
nes Haustyps als wahrnehmbaren Grundele- 
ments des Stadtbaus, Abschottung der Woh- 
nung vom öffentlichen Straßenraum, funktio- 
nale Differenzierung und Beschränkung auf 
reine Wohnbautypologie, Verhinderung von 
Wachstum und Veränderungen und somit 
Auflösung der Nutzungsverflechtung des tra- 
ditionellen Gewerbes) 
Repetitive typologische Struktur 
LAGEPLAN 
M 1:500 
4. 
Der Block 
Der Block bildet das strukturbestimmende 
Element des städtischen Gewebes. Er be- 
stimmt die Zuordnung von Gebäuden, Stra- 
ßen, Plätzen und Höfen. 
Der städtische Raum erfährt durch den 
Block eine Gliederung in ein System sowohl 
in ihrer formaler Beschaffenheit als auch in 
ihrer Nutzung differenzierter Raumzonen: 
1) öffentlicher Straßen- und -Platzraum, 
2) Randbebauung als stabile Grenze zwi- 
schen Innen- und Außenbereich und zur 
Bildung der öffentlichen Räume, 
überbaubarer privater Parzellenbereich, 
Innenbebauung (eingeschossige Gewer- 
be- und Nebenbauten), 
5) halböffentliche blockinterne Erschließung 
und kollektiv nutzbarer Blockinnenraum. 
Die Gebäude schwimmen nicht in einem 
„neutralen” Raum, sondern sind in ihrer 
Straßen- wie Hofbeschaffenheit in ein kom- 
plexes Gefüge eingebunden, das vor allem 
durch Raumpolaritäten — vorne/hinten, for- 
mell/informell, außen/innen, öffentlich/privat 
— charakterisiert wird. 
Lageplan der beiden vervollständigten Baublöcke 
| 
HE = 
Hera ar 
HF 
A. 
= 
RN 
X 
OO 
1 
MO 
ADALBERT STUNGEF 
— 
XS
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.