Full text: ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen (1983, Jg. 15, H. 67, 68, [69/70], 71, 72)

Tabelle 5: Vergleich der jährlichen Haushaltsbelastung (DM/m? Wohnfläche) 
1. Jahr 
1 
Z 
AB 
6 
8 
9 
10 
11 12 
13 
14 
15 
16 
Sozialer 
Wohnungsbau 
direkte 
Förderung 
Steuerminder- 
einnahmen 
aufgrund 
$ 17 BerlFG 
Steuerminder- 
einnahmen 
aufgrund Wer- 
bungskosten 
und AfA! 
fiskalischer 
Aufwand 
insgesamt 
» 
268 555 863 1.194 1.550 1.933 2.344 2.789 3.268 23.785 4.342 4.943 5.584 6.294 7.052 
600 648 700 756 816 882 952 1.028 1.111 1.199 1.295 1.399 1511 1.632 1.762 (2 
302 628 694 764 829 899 985 1.079 1.180 1.288 1.406 1.553 1.655 1.787 1.929 (1.152) 
902 1.544 1.948 2.383 2.839 23.330 23.870 4.451 5.079 5.756 6.487 7.2714 8.109 9.003 9.986 8.204 
Kommunaler 
Wohnungsbau 
Investitions- 
summe 
Rückflüsse 
(Abschreibung) 
fiskalischer 
Aufwand 
insgesamt 
2.735 2.953 3.190 3.445. 3.720 24.018 4.340 4.687 5.062 5.467 5.904 6.376 6.886 7.437 8.032 (2 
- 27 57 89 123 160 201 244 291 341 396 455 519 588 662 743 
7135 2926 23.133 3.356 23.597 3.858 4.139 4.443 14.771 5.125 25.508 5.921 6.367 6.849 7.370 (-743) 
Differenz 
Zeile 8-5: 
Mehr- (+) bzw. 
Minder- 
ausgaben (-) 
beim kommu- 
nalen 
Wohnungsbau +1.833 +1.382 +1.185 +973 
+758 +528 +269 
= 
-308 631 -979 -1.353 -1.742 -2.154 -2.616 (-7.461) 
1) Zu 50% entspr. d. Anteil steuerpflichtiger Investoren 
2) ohne Neubauprogramm im 16. Jahr 
Programmjahr (reduziert um zwei Degres- 
sionssprünge), plus der Rate für das zweite 
Programmjahr (reduziert um einen Degres- 
sionssprung) plus der Rate für das dritte 
Programmjahr (in voller Höhe). 
Betrachtet man die haushaltsmäßigen Aus- 
wirkungen der indirekten (steuerlichen) Sub- 
vention, so sind die Unterschiede zwischen ge- 
meinnützigen und steuerpflichtigen Woh- 
nungsunternehmen zu berücksichtigen. 
Steuermindereinnahmen infolge $ 17 BerlFG 
(Berlindarlehen) fallen bei allen Investoren 
während der Bauzeit an. Sie sind - wiederum 
mit 8% Steigerungsrate - in Zeile 3 der Tabel- 
le 5 eingesetzt. Werbungskosten und erhöhte 
AfA werden dagegen nur von steuerpflichti- 
gen Investoren geltend gemacht. Ihr Anteil am 
Investitionsvolumen im 1. Förderungsweg hat 
in den letzten Jahren laufend zugenommen 
und lag 1979 bei ca. 50%. Um im Vergleich 
„auf der sicheren Seite“ zu bleiben, nehmen 
wir an, daß sich dieser Anteil nicht noch weiter 
erhöht. Wir setzen AfA und Werbungskosten 
dementsprechend mit 50% des Wertes aus 
Tab. 4 an. Nach Modellrechnungen der 
Gesamtbudgetanalyse! fallen auch diese Min- 
dereinnahmen überwiegend in den ersten Jah- 
ren an, und zwar - etwas vereinfachend - zu je 
40% in den ersten beiden Jahren und zu je 2% 
in den darauffolgenden 10 Jahren. Für jeden 
Baujahrgang erhöhen wir den Betrag für Wer- 
bungskosten und AfA wiederum um 8%. Tab. 
5, Zeile 4, enthält die aufsummierenden Be- 
träge dieser Mindereinnahmen aus 15 Pro- 
grammjahren. 
Für den kommunalen Wohnungsbau ist 
alles viel einfacher: es wird die Investitions- 
summe (Gesamtkosten) für 1 m? Wohnfläche 
aus Tab. 1 im ersten Programmjahr einge- 
setzt. Für jedes weitere Jahr wird diese Summe 
ebenfalls um eine Preissteigerungsrate von 8% 
erhöht (Tab. 5, Zeile 7). In der Vermietungs- 
phase gibt es Rückflüsse durch den Abschrei- 
bungsanteil in der Miete in Höhe von 1% der 
Investitionssumme. Die —aufsummierten 
Rückflüsse aus den Mieten für die einzelnen 
Baujahrgänge sind in Zeile 8 dargestellt. Der 
fiskalische Aufwand (Zeile 9) ist die um diese 
Rückflüsse verminderte Investitionssumme. 
Der Vergleich zwischen dem fiskalischen 
Aufwand für den sozialen Wohnungsbau, wie 
er derzeit finanziert und gefördert wird, und 
dem fiskalischen Aufwand für einen direktfi- 
nanzierten kommunalen Wohnungsbau ist in 
Zeile 10 (Tab. 5) als Mehr-(+) bzw. Minder- 
ausgaben (-) für die öffentliche Hand darge- 
stellt. 
Der Vergleich zeigt beim kommunalen 
Wohnungsbau wie erwartet Mehrausgaben, 
die in den ersten Jahren nach Umstellung noch 
beträchtlich sind, bis zum 7. Jahr aber abneh- 
men; schon vom 8. Jahr an ist der kommunale 
Wohnungsbau für die Öffentliche Hand 
günstiger. Die Einsparungen werden umso 
größer, je länger der Zeitraum ist, auf den sich 
der Vergleich bezieht. (Tab. 5) 
Finanzierungsquellen für die Anlauf- 
phase eines kommunalen Wohnungsbaus 
Der bisherige Vergleich basiert auf der An- 
nahme, statt der bisherigen Subvention im 1. 
Förderungsweg würden kommunale Sozial- 
wohnungen in gleichem Umfang aus Haus- 
haltsmitteln direkt finanziert. Anfängliche 
Mehrbelastung einerseits, mittel- und lang- 
fristige Haushaltsentlastung andererseits, sind 
also in Relation zu den sonst für den 1. 
Förderungsweg erforderlichen . öffentlichen 
Mitteln dargestellt. Die „Starthilfe“, die ein 
kommunales Wohnungsbauprogramm in 
Form zusätzlicher Haushaltsmittel benötigt, 
ist im 1. Jahr am höchsten. Sie beträgt für 
1.000 WE (ca. 78.500 m? Wohnfläche) jähr- 
lich - ein Programm, mit dem im IBA-Neu- 
baugebiet zwischen 1984 und 1987 sämtliche 
Mietwohnungen erstellt werden könnten - ca. 
144 Mio DM im „kritischen“ ersten Jahr, ab- 
nehmend auf ca. 76 Mio DM im vierten Jahr. 
Derartige Beträge erscheinen auf den ersten 
Blick als unvereinbar mit der Forderung nach 
Haushaltskonsolidierung. Bei näherer Be- 
trachtung zeigt sich jedoch, daß die Beträge, 
die der Senat den Berliner Investoren und 
Hauseigentümern neben der Förderung des 
sozialen Mietwohnungsbaus aus Steuergel- 
dern zuschanzt, viel höher sind. Neben der 
Subvention des Sozialen Mietwohnungsbaus 
(und neben der Modernisierungs- und In- 
standsetzungsförderung, die hier nicht zur 
Diskussion steht) subventioniert der Senat 
noch den Mietwohnungsbau im 2. För- 
derungsweg und den Bau von Eigenheimen 
und Eigentumswohnungen in drei verschiede- 
nen Programmen. Die Mietwohnungen mit 
ca. 12,- DM/m? Anfangsmiete und die Eigen- 
heime mit einer im allgemeinen noch höheren 
Wohnkostenbelastung sind jedoch keinesfalls 
mehr dem Bereich einer sozialen Wohnversor- 
gung zuzurechnen. Nach derzeitigen Verhält- 
nissen fließt mehr als ein Viertel der Neubau- 
förderung in diesen Bereich. Darüber hinaus 
gibt es Erträge aus früheren Wohnungsbau- 
investitionen des Landes Berlin, die für einen 
30
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.