Volltext: Technische Hochschule Stuttgart 1939-40 (1939/1940)

bildung des Studierenden, die er fich vor dem Studium währen 
ziner bhalbjährigen YWerkftattätigleit, womöglich in einer Motor 
fabrit erwerben muß. Von befonderem Vorteil ift es aber für de 
Erfolg des Studiums und für das rafche Sortiommen im Beruf 
wenn der Studierende feine ganze praktifche Tätigkeit vor dem Stu 
dium erledigt und zwifdhen der Vorprüfung und dem zweiten Ti 
des Studiums in einer Motorenfabrik einige Zeit, möglichft ein Jah 
lang, als Techniker auf dem Ronftruktionsbüro und audh in der Ent 
wurfsabteilung für Bearbeitungsvorridhtungen, arbeitet, VOährent 
der praktifchen Tätigkeit ift Wert auch auf die Ausbildung in der 
Sießerei zu legen, denn die dort erworbenen Kenntniffe find für d 
Konftruktion der Motoren nach dem Stand der Technik unentbehrlid 
Zur prattifchen und wiffenfhaftlichen Ausbildung gehört die Ver 
juchsarbeit in den Sorfhungsinftituten. Das Inftitut für Rraftfabht 
wefen und Sahrzeugmotoren an der Technifhen Hochfdhule Stutt! 
gart, das fehr forgfältig ausgebaut ift, bietet den Studierenden eint 
gute Gelegenheit, {ih an Motoren und Sahrzeugen mit den Meß: um 
Prüfverfahren vertraut zu machen, und ermöglicht es den jung? 
Diplom-Ingenieuren, fich, in weiterer Vorbereitung auf den Beruf 
als Affiftenten einen Überblit über die Entwidlungsfragen 3u Wr 
(chaffen, wie er in der Induftrie erft bei gehobener Tätigkeit {ich ergit 
Die vielfeitigen Anforderungen an den Motorenbauer können Dil 
nur furz zufammengefaßt werden. Konftrukltive Sähigkeiten in Mi 
Geftaltungsarbeit am Reißbrett find unerläßlich und bilden nach idt“ 
durch Übung erlangten Vervolllommnung neben betriebstechnifdt 
Können die notwendige Grundlage für fpätere Erfolge in leitend 
Stellung. Der junge Motoreningenieur muß aber auch die chemift® 
pbyfilalifchen Vorgänge bei der Verbrennung und Arbeitsumfegunk 
die thermodynamifhen Grundlagen, die Schwingungserfheinung‘ 
und das Wefen der Hefchleunigqungen, Kräfte und Beanfpruchund‘ 
DOM erfaffen. 
Bei der Prüfung der Motoren und bei der Meffung ihrer Betrieß® 
verhältniffe und Betriebsbedingungen ift ein Verftehen der überal 
zahlreichen Meßgeräte erforderlich, das auf allen technifch-xoiffenfcbe? 
lichen Gebieten aufbaut. 
_ Bei derart umfangreicher Arbeit, die heute inmitten des Yufbar 
einer Voltswirtfhaft ftcht, ift es erforderlich, daß fih jeder, & 
XWefentliches Leiften will, mit feiner ganzen Kraft in die Arbeit hine! 
ftellt und es if für den Studierenden des Motorenbaus Pflicht, X 
Gelegenheit während feiner Studienzeit auszunüßen, fein Können " 
DDiffen vielfeitig und dennoch gründlich zu geftalten.
	        
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