Volltext: ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen (1983, Jg. 15, H. 67, 68, [69/70], 71, 72)

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Die IBA wurde 1978 verpflichtet, die 
KAPUTTE STADT ZU RETTEN. Dieses 
Motto impliziert einen Hauch von Selbtkri- 
tik: Es wird zugegeben, daß der Subventions- 
städtebau ä la West-Berlin die kriegszerstörte 
Stadt nicht „geheilt“ hat, oder sogar, daß er sie 
noch kaputter gemacht hat. Für die Südliche 
Friedrichstadt, gibt es darüber auch gar keine 
Zweifel: Die Entwicklung dieses Gebietes 
nach 1945, so das Resümee der von der IBA 
beauftragten Bauhistoriker _Biller und 
Schäche, „war in jeder Beziehung durch 
völlige. Konzeptionslosigkeit gekennzeich- 
net“. - „Konzeptionslosigkeit“ natürlich nur 
aus heutiger Sicht. Demgegenüber wird ein 
neues städtebauliches Konzept kreiert: die 
Respektierung des historischen Stadtgrund- 
risses. Dieses postmoderne, dem 19. Jahrhun- 
dert verpflichtete Stadtbaukonzept zielt mit 
der Erhaltung der Straßenführung der Res- 
pektierung des historischen Baubestands der 
Wiederherstellung einer ornamental geglie- 
derten Blockrandbebauung in relativ einheit- 
licher Gebäudehöhe auf die formale Betonung 
Öffentlicher Räume. 
Bei der Realisierung dieses - vorgegebenen - 
Leitbildes ist „der Bürger“ zur „Mitgestal- 
tung“ aufgefordert, denn die IBA beansprucht 
ein Demokratisches Selbstverständnis. Die 
IBA will also besser planen, besser im Ergeb- 
nis wie im Verfahren. An einigen Aspekten der 
Planung für den Block 9 der Südlichen Fried- 
richstadt am Askanischen Platz soll die pro- 
pagierte internationale Vorbildhaftigkeit dis- 
kutiert werden. 
Planung des Blocks 9 heißt konkret: Wett- 
bewerbsverfahren (1981: „engerer Bauwettbe- 
werb mit städtebaulicher Aufgabenstellung“) 
- also Vorbereitung eines Wettbewerbes 
seitens der IBA, städtebauliche Entwürfe 
seitens der Wettbewerbsteilnehmer, Entschei- 
dung eines Preisgerichts über die Entwürfe. 
Mit anderen Worten: Architekten bestimmen 
am Anfang, in der Mitte, am Ende. Dieses 
Verfahren ist zunächst nicht so neuartig. Und 
die Ergebnisse? 
® Der größere räumliche Bezug des Blocks 9. 
Die Wettbewerbsunterlagen verweisen auf 
den „städtebaulichen Kontext“ mit zwei wei- 
teren Blöcken der Südlichen Friedrichstadt 
(Block 19 im Süden, Block 20 im Südosten) 
und verpflichten die Teilnehmer, ein „städte- 
bauliches Gesamtkonzept“ für alle drei Blöcke 
vorzulegen. Faktisch ist der räumliche Bezug 
des Blocks 9 aber ein ganz anderer (auch, weil 
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Harald Bodenschatz, Johannes Geisenhof 
Postmoderner Städtebau? 
Zur IBA — Planung rings um den Askanischen Platz 
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1. Anhalter Bahnhof und Askanischer Platz 
gegen Ende des 19. Jahrhunderts, Vogelschau 
von F. Neubronner, aus: U. Krings, Deutsche 
Großstatdt-Bahnhöfe des Historismus, Band 2 
Köln 1981, Abb 78. 
2. (1) Berliner Mauer; (2) Martin-Gropius-Bau, 
ehem. Kunstgewerbemuseum, Ort der Preus- 
senausstellung 1981; (3) Prinz-Albrecht-Gelän- 
de, an der Wilhelmstraße bis 1949 das Prinz-Al- 
brecht-Palais, seit 1934 Hauptquartier des 
Reichssicherheitshauptamtes (Heydrich), im 
Norden des Geländes der ebenfalls unkenntlich 
gemachte ehem. Sitz der GESTAPO; (4) besetz- 
tes Haus Anhalter Str. 7, KuKuCK; (5) Excel- 
sio-Hochhaus; (6) ehem. Anhalter Bahnhofsge- 
lände; (7) Neubauten im Südteil des Blocks 9. 
4. Mit der Sprengung des kriegbeschädigten An- 
halter Personenbahnhofs 1961 und dem Bau 
des Excelsior-Hochhauskomplexes 1965-68 ver- 
schiebt sich der städtebauliche Schwerpunkt 
auf die andere Seite der Stresemannstraße, der 
Platz (-rest) wird umorientiert, er öffnet sich 
dem Blick nach Süden hin. Bahnhofsruine und 
Hochhaus zusammen sind eines der vielen un- 
nachahmlichen Glanzpunkte des West-Berliner 
Städtebaus (Foto 1981). 
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INTERNA TIONALER ENGERER 
WETTBEWERB ”WILHELMSTRASSE” 
DER IBA‘ BLOCK 9 (6,11 ha) 
Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen: 
4.5.81 
Preisgerichtsentscheidung unter Vorsitz 
von Prof. Düttmann: 
11.12.81 
Teilnehmer 
Tarrago - Gruppe 2C, Barcelona 
(1.Preis: 15.000,- DM) 
Brandi und Partner, Berlin/Göttingen 
(2.Preis: 12.000,- DM) 
D. von Beulwitz, Berlin 
(3.Preis: 10.000,- DM) 
Maurice Culot, Brüssel 
(Ankauf: 8.000,- DM) 
Franz / Hauser, Stuttgart 
Van Hausen / Rave, Münster 
Bearbeitungsgebühr für jeden Teilnehmer: 
20.000.-DM 
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