Full text: ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen (1984, Jg. 17, H. 73-78)

Mitglieder ohne Gewinnabsicht wirtschaften, ® eine langfristige Bindung des Gesell- 
gemeinnützige Zwecke verfolgen, auf soziale schaftsvermögens zu garantieren und 
Lebensformen und das „sittliche Prinzip“ eventuelle Gewinne bzw. Wertzuwachs der 
persönlicher, gegenseitiger Hilfe gründen, Gemeinschaft zugute kommen zu lassen, d.h. 
steht die Genossenschaft im Vordergrund allen ihren Mitgliedern und nicht etwa Einzel- 
derartiger Überlegungen und ist geradezu personen; 
prädestiniert dafür, die Rolle einer Träger- ® mit ihrem Vermögen für eventuelle Ver- 
schaft für ökologische Siedlungsprojekte zu bindlichkeiten zu haften, ohne die einzel- 
übernehmen. nen Mitglieder direkt zu belasten; 
Die Grundgedanken der Genossenschaft, ® durch Vergemeinschaftung von Eigentum 
die durch ihre historische Entwicklung ein Organisations- und Finanzierungs- 
traditionell verankert sind, beziehen sich auf modell zu praktizieren, welches der heute 
Selbstverantwortung, Eigeninitiative, Selbst- üblichen Wohnungspolitik entgegensteht und 
hilfe, Partizipation, Solidargemeinschaft, de- eben nicht Wohnungsbauförderung als Wirt- 
mokratische Selbstverwaltung und entspre- schaftsförderung betreibt?; 
chen vollkommen den umfassenden ökolo- ® einen sozialen Ausgleich zu schaffen und 
gisch-ökonomisch-sozialen Zielsetzungen. eine Durchmischung verschiedener Be- 
Die Rechtsform der Genossenschaft bietet völkerungsgruppen zu begünstigen, da mit 
die Möglichkeit: Hilfe des gemeinschaftlichen Finanzierungs- 
MN UNS konzepts eine Art Kapitalausgleich erreicht 
A \ dr *- ® die Gründungsziele sowie die Rechte und Werden kann; 
Ve RP Ta + Pflichten der Mitglieder gegenüber der . 
a KÄRNTA Siedlungsgemeinschaft satzungsmäßig dauer- Kapitalquellen 
. META haft festzuschreiben, die Aufnahmebedingun- f s 
WETSDIITTAUDET gen zu regeln und dabei Eintritt und Austritt 7. N 
x BNTRUTSTMSEIIIS, mit relativ einfachen Formalitäten (s. 88 15, _Materielle „Finanzielle 
NENNE 15a GenG und $$ 65ff. GenG) und lediglich Eigenleistungen Eigenleistungen 
DAHIN! geringen Kosten zu verbinden; (Arbeitsleistungen) (Genossenschaftsanteile 
. PER an. ® trotz sogenannter offener und freiwilliger 
« rear! Mitgliedschaft die Vergabe von Bau- und > TEN S 
; alttrete Baunutzungsrechten auf bestimmte Personen ® organisierte Selbsthilfe im baulichen Be- 
ea zu beschränken, d.h. sie nur Mitgliedern zu _ reich mit der Hilfe zur Selbsthilfe im so- 
überlassen (dies wird insbesondere bei als Zlialen Bereich zu verbinden; 
+ gemeinnützig anerkannten Wohnungsbau- ® sowohl als Bau-, als auch als Wohngenos- 
UP unternehmen relevant, für die, sofern sie als _ senschaft wirksam und gemeinschafts- 
8 Genossenschaft eingetragen sind, nach8&511 1 bildend zu arbeiten; 
K WGG eine Sonderregelung besteht); ® trotz verbindlicher Genossenschaftsstatu- 
Fr ® als gemeinnützig anerkannt zu werden, da . ten für die einzelnen die Verwirklichung 
: . ein ökologisch orientiertes Gesamtkon- Cines Höchstmaßes an persönlicher Freiheit 
; Rz zept einer ressourcensparenden, umweltscho- Zuzulassen. 
n Ns nenden, kostengünstigen und nutzungsge- Ökologisches Siedeln und Bauen beinhaltet 
ie . u ‚rn rechten Bau- und a eindeutig neben ganz pragmatischen Gesichtspunkten 
SS N He A SS SUTeL U N Zwecke verfolgt; u den ideellen Grundgedanken der Aussöh- 
Be ; FE “ON, ® aufgrund ihrer internen, demokratischen nung mit unserer natürlichen Umwelt oder, 
FEN, Fr. SER SS Rechtsstruktur eine gleichberechtigte, per- anders gesagt, die Abkehr von der Beherr- 
k AI Ka S sonenbezogene, also kapitalunabhängige Ein- schung der Natur hin zu einem kooperativen 
; + Az flußnahme bei Entscheidungen der Gemein- GJeichgewicht. Als Rechtsform bietet die 
4 aa 5 " schaft zu garantieren; | Genossenschaft in ihrer traditionellen Aus- 
® NE + € ® für Planung, Bau und Bewirtschaftung richtung auf ideelle Zielsetzungen dafür den 
ns rn ui . der Siedlung einen organisatorischen Rah- geeigneten Rahmen. 
. EEE ei AA men zu bilden, also auch wirtschaftlich tätig 
zz, zu sein in Form von Bauorganisation, Bau- 
na ® Ken leistung, Ankauf von Baumaterialien, Waren- 
N 7A verteilung und Verwaltung (im Gegensatz 
> zum Verein bietet sie den gesetzlich erfor- 
. Wa En derlichen Rechtsverkehrsschutz mit wirk- 
EL | samem Gläubigerschutz); 
& 1 E S SE * & 4 Y $ * ® die gesamte Siedlungsgemeinschaft nach 
de A VA außen hin zu vertreten, ohne Gewinnab- 
x “Ss Se en A se: Ze sicht die wirtschaftlichen Interessen der Anmerkungen: 
1 5_S So N Es Gemeinschaft durchzusetzen und nach dem ı) Die Zielsetzungen: Ressourceneinsparung, Umwelt- 
x = Cl < N Prinzip der Nutzenmaximierung zu arbeiten, schutz, nutzungsgerechtes und kostengünstiges Bauen, 
LS S S \ \ intern ihre Mitglieder durch Information, Selbsthilfe und Förderung sozialer Gemeinschaften 
Sa <=} Beratung und Weiterbildung zu fördern, indi- sind anhand eines konkreten Projektes dargelegt in 
Ss var eh ; X . : ; EN „Ökologisch Grientiertes Bebauungskonzept für ein 
EVEN «= viduelle und gemeinschaftliche Kreativität innerstädtisches Wohngebiet am Beispiel der Stadt 
Al Gehölzpflanzungen und kulturelle Aktivität zu unterstützen, den Herford“, einer Vorstudie der Gemeinschaft für öko- 
(al  ckernickope sozialen Bedürfnissen ihrer Mitglieder ge- logisches Planen und Bauen in Heiförd. —— 
2 recht zu werden; Vgl. Franziska Eichstädt-Bohlig, Die bundesdeutsche 
landwirtschaftliche Nutzfläche . . Wohnungsbaupolitik - Wirtschaftsförderung mit 
(incl. Gartenbau- und Weideland) ® für ein langsames Wachstum und eine suk- Sozialstaatsmäntelchen; in: Bauwelt 35, September 
HAUSgärten Zei Eat KING der SONS DEM Rai Becker, Grundzüge der Wohnungspolitik in 
s Ab Erweiterung der Anzahl der GEnOSSENSCHAUST der BRD seit 1949: Subventionen für das Bauherren- 
< A Bebalung mitglieder ohne Veränderung ihrer Geschäfts modell, Wohnungsbauförderung oder Geldverschwen- 
und Rechtsstrukturen offen zu sein: dung?, in: ARCH+ 57/58, Juli 1981
	        

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