Full text: ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen (1984, Jg. 17, H. 73-78)

den Augen nicht wehtut, und wir können 
erreichen, daß es ein wenig von dem 
Charme der alten Dörfer gewinnt. 
Dank dem wachsenden Geschmack 
aller Schichten gibt es ein zunehmendes 
Bedürfnis nach irgendetwas von dieser 
Art. In den Großstädten gibt es zahl- 
reiche Menschen, die das häßliche und 
schreckliche Leben, zu dem sie verurteilt 
sind, hassen, die das Land und das Leben 
auf dem Land lieben und bereit sind, 
lange Anfahrtswege zu ihrer Arbeit in 
Kauf zu nehmen, um ein solches Leben 
genießen zu können. Die Menschen 
möchten nicht in isolierten, von ihren 
Nachbarn nicht einzusehenden Häusern 
leben; sie sind Stadtmenschen mit einem 
geselligen Charakter; aber sie möchten 
auch nicht an einem bloßen Stadtrand- 
zipfel wohnen. Was sie wirklich wollen, 
sind ländliche Dörfer, kleine Zentren des 
Lebens, die groß und vielfältig genug 
sind, um ihnen eine interessante mensch- 
liche Gesellschaft und einige der not- 
wendigen Annehmlichkeiten des moder- 
nen Lebens bieten zu können, wie etwa 
ein Postamt, einen Bahnhof und eine effi- 
oben und links: ziente Wasserver- und -entsorgung (...) 
- Entwurf von Barry Parker . . 
und Raymond Unwin Nicht weit von den großen Städten 
men 5 für eine Hausgruppe um einen entfernt wechseln Grundstücke und 
"Dorfanger”, etwa 1898/99 Bauernhäuser laufend ihre Besitzer, und 
das zu einem Preis, der nur wenig über 
ihrem Wert als landwirtschaftlich ge- 
nutztes Land liegt. Oftmals ziehen Unter- 
nehmer den Nutzen aus dieser Nachfrage 
nach Häusern auf dem Lande: Sie geben 
einige hundert Pfund aus, um ihren 
Erwerb als Bauland reif zu machen, 
indem sie Straßen schütten und Kanali- 
sation legen lassen; dann zerstückeln sie 
das Gelände in kleine Parzellen und 
verkaufen es zum drei-, vier- oder fünf- 
fachen Preis. Wenn einige von denen, die 
sich ein Haus auf dem Lande sichern 
möchten, solch ein Gelände oder ein 
Bauernhaus gemeinsam erwerben wür- 
den, könnten sie alle den Vorteil des 
billigen Landkaufs selbst genießen. 
Wenn sie dann das Gelände noch 
gemeinschaftlich nutzen würden, könn- 
ten sie in den Genuß vieler weiterer 
unten: dauerhafter Vorteile kommen. Die Häu- 
Lageplan der Colleges ser könnten so gruppiert werden, daß 
“in Oxford. Die allseitig um- jedes Sonne und eine freie Aussicht 
DEE rin! Mirkmal erhielte, und ein Teil des Geländes 
S der Bebauung. könnte - um dies sicherzustellen - für 
immer von Bebauung freigehalten wer- 
den. 
Die städtebauliche Anordnung, die zu 
wählen ist, um das bestmögliche Resul- 
tat zu erreichen, hängt ganz von den 
Eigenschaften des Geländes ab. Sollte es 
sich um den Kamm eines ansteigenden 
Geländes handeln, wäre vermutlich die 
beste Lösung, die Häuser beidseitig einer 
breiten Straße anzuordnen - die Dorf- 
straße als Vorbild. An einem Südhang 
wäre die beste Lösung, die Häuser und 
andere Gebäude dreiseitig um einen 
Freiraum zu gruppieren - der Dorfanger 
als Vorbild (...) Sollte es sich um zwei 
vi DL > Seiten eines Tales handeln, könnten 
. } A Dörfer auf beiden Abhängen plaziert 
a 5 und die Mitte freigehalten werden, um 
A aa % beiden Dörfern einen angenehmen Aus- 
0A blick zu bieten. Die spezielle städtebau-
	        

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