Volltext: ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen (1984, Jg. 17, H. 73-78)

SL LS 
Projekte 
Im ersten Teil dieser Ausgabe von ARCH* 
wird das Werk Christopher Alexanders mit 
Schwergewicht auf seinen Büchern „A Pattern 
Language” und „The Timeless Way of Buil- 
ding” dargestellt, die jeweils 1977, beziehungs- 
weise 1979 in Amerika erschienen sind, und 
die beide vom Löcker Verlag Wien demächst 
in deutscher Sprache herausgebracht werden 
sollen. Aber wie das halt meistens bei solch 
langwierigen und zeitraubenden Überset- 
zungsverfahren der Fall ist, ist der Inhalt der 
Bücher in gewisser Hinsicht ein wenig veraltet, 
wenn sie dann schließlich erscheinen. Beson- 
ders dann, wenn es sich, wie bei Christopher 
Alexander, um einen Verfasser handelt, der 
sich niemals mit dem Erreichten zufrieden 
gibt, der sich völlig über das Ausmaß der noch 
offenen Fragen im Klaren ist, und der mit 
ungeheuerer Energie und Einsatzbereitschaft 
seine Forschungsarbeit vorantreibt. 
Neben seiner Lehrtätigkereit an der Archi- 
tekturabteilung der Universität in Berkeley lei- 
tet Alexander das Center für Environmental 
Structure (CES), eine interessante Mischung 
aus Architekturbüro und Bauunternehmen, 
die in Amerika garnicht so unüblich ist. In den 
vergangenen Jahren hat sich das Schwerge- 
wicht am Center von der theoretischen Arbeit 
immer stärker auf Aufgaben aus der Praxis 
We von denen wir hier einige vor- rung die Patternsprache eine wichtige Rolle 
si ie mÖCHICH. b z ick. gespielt hatte, diejenige Qualität, die in dem 
Alle an Center carbeiteten Proje fe wer Buch „Die zeitlose Art zu Bauen” beschrieben Robert L Smith 
den zu einem gewissen Grad als Experimente wird, erreicht worden war, hat sich Christo- Z 
verstanden, mit deren Hilfe sich z.B. untersu- pher Alexander in den letzten Jahren verstärkt 
chen läßt, in weicher Form sich die bereits ent- | m; Problemen der räumlichen Ordnun 
wickelten Vorstellungen in die Praxis umset- beschäftigt . 8 Alb an Haus 
zen lassen. Gleichzeitig sind die dabei gewon- Die wichtigste dieser Theorie zugrunde lie- Vy 
nenen praktischen Erfahrungen aber auch „opde Annahme besagt, daß Qualität und 
wieder ‚Anlaß, die Theorie weiter zu entwik- Schönheit empirische Phänomene sind, die 
keln, SIE ZU vertiefen ‚und manchmal Sogar ZU mit einer ganz bestimmten Geometrie in Architekt und Bauunternehmer: 
revidieren. Die Verbindung zwischen Theorie RB ozjehung stehen. Es wird also gesagt, daß CES (Christopher Alexander) 
und Praxis ST also recht de ; allen Objekten, sowohl den natürlichen — 
‚Unter diesem Gesichtspunkt muß man auch z.B. Pflanzen, Kristallen, etc. — als auch allen 
die vorgestellten Projekte sehen. Sie sind nicht vom Menschen geschaffenen — z.B. Gebäu- 
unbedingt die verwirklichte Dokumentation den, Kunstgegenständen, etc. — ganz spezifi- 
irgendeiner theoretischen Vorstellung, son- sche geometrische Eigenschaften zugrunde lie- 
dern eher sehr interessante und vor allem uner- gen. Weiterhin geht Alexander davon aus, daß 
läßliche Schritte in dem andauernden Prozeß, or Wert eines Gegenstandes objektiv meßbar 
Antworten auf die noch offenen Fragen zu fin-— 4 und daß Schönheit und Harmonie nicht 
den. . , R subjektive, sondern auch objektive Phäno- 
‚So wird jede Arbeit am Center grundsätz- ‚one der physischen Umwelt sind. Alexander 
lich von bestimmten allgemeinen Prinzipien beschreibt diese Zusammenhänge sehr aus- 
beeinflußt und geleitet, die sich im Laufe der Chrlich in seinem bisher unveröffentlichten 
jahrelangen Forschungstätigkeit als unerläß- Manuskript „The Nature of Order”, was man 
lich für das Schaffen von Qualität herauskri- —\ielleicht am ehesten mit dem Titel „Von den 
stallisiert haben geordneten Zuständen” übersetzen könnte. 
Nutzerbeteiligung Ich will an dieser Stelle nicht weiter auf den 
Stückweises Wachstum Inhalt des Manuskriptes eingehen, denn ich oben: Alkover m 
Vereinigung der Tätigkeitsfelder von glaube, daß bei allen hier vorgestellten Projek- 
Architekt und Bauunternehmer in einer ‚en der Einfluß dieser neuen Denkansätze 
Person, dem Baumeister Alexanders deutlich spürbar ist. 
. Entwerfen auf der Baustelle im Maßstab Welche Stelle nun die Pattern Language 
1:1 innerhalb dieser gedanklichen Fortentwick- 
5) Experimentelle Baumethoden/ Ornament lung einnimmt, läßt sich im Moment noch 
als Teil der Bautechnik win <del sagen. Sie ist weiterhin ein 
Wir haben die Absicht, mit der Vorstellung der V!CMISEr eil der Experimente. So ist sie auch 
vom CES bearbeneien Projekte die vielfältige nie rschiedlichen Formen in allen Proick- 
N ENORSCHT N Ohen Pa m wen  Hentlich schreibung für die Eishin Schule in Japan bis 
Zu machen A hin zu einem Schritt für Schritt zu befolgenden 
Aus der Erkenntnis heraus, daß eigentlich ATMEN für das Projekt Moshav Sho- 
bei keinem der Projekte, für deren Realisie- FAST HT AST0E Susanne Siepl
	        

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