Full text: ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen (1984, Jg. 17, H. 73-78)

{m August 1983 wurde in Darmstadt 
zin Wettbewerb entschieden, dessen W ttb b 
Ergebnis auf neue Impulse für den € ewer 
nnerstädtischen Wohnungsbau hof- 
ien lassen. Die erklärten Zielsetzun- B t ß D t dt 
zen der Stadt waren CSSUNGECTS ra C, arms a 
P unmittelbare Zuordnung der 
Freiräume zu den Wohnungen 
3 kostengünstige Herstellung durch 
möglichst einfache Grundformen 
Verzicht auf aufwendige Parkie- 
rungsanlagen 
kostengünstige Unterhaltung 
durch entsprechende Bauausfüh- 
rung, durch energiesparende 
Bauformen und Bauweisen 
Vergabe der Grundstücksflächen 
ın die Bewohner 
Spielraum für eigene Dispositio- 
nen der Bewohner beim Ausbau 
durch eigene Leistungen (Wand- 
beläge, Trennwände ...) 
Zusätzliche Wohnqualität bei 
gleichzeitiger Einsparung von 
„vorausgestatteter” Wohn- und 
Heizfläche durch Wintergärten/ 
(jlashäuser 
Mit diesen Ansprüchen gab die Stadt 
Jem Wettbewerb eine Bedeutung, 
die weit über ie Grenzen der Re- 
zion hinauswirken und gar einen an en 
weiteren Beitrag zur deutschen Bau- el 7 BE Se 
zeschichte leisten soll, in der Darm- Un S Udo Nien A anal 
stadt auf gewichtige Traditionen hin: A 3. Udo Nieper, 4. Uwe Las 
weisen kann. Al 5 
ehrat EEE Ankäufe: 1. Paul Schröder, 2. Hol- 
m Ausschreibungstext heißt es: | ger Raschke, 3. Christel Frank und 
„Bei diesen Vorstellungen bei der rn wur Manfred Grossbüsch, 4. Detlef Un- 
Vergabe ihrer Baugrundstücke läßt von Rüdiger Kramı glaub und Wilhelm Horvath 
sich die Stadt leiten von der allgemei- 
en Verpfli ler ö ich . 
Hand, ypfüichlung der lat un mität, Annahme der überschauba- Trotz aller Auflagen und Eıin- . 
‚on dem Bewußtsein der besonderen ©" Wohnungsvorbereiche und schränkungen sind jedoch die we- ARCHt+ sucht Architektur- und 
Tradition als einer Stadt, in der mit 1 achbarliche Kontakte ohne auf-  sentlichen Qualitätsmerkmale noch Städtebauzeitschriften, 
den Jugendstilausstellungen von 1901 dringliche soziale Kontrolle. erhalten: städtebaulicher Entwurf, - . 
- 1914, den Meisterbauten der Wie- Dieses einem Baum ähnliche Er- differenzierter Baukörper mit den insbesondere zur Zwischenkriegs- 
deraufbauzeit und heute mit den Mo-  3Chließugnssystem wird konsequent  Stapelgrundrissen, eigene Eingänge, zeit (Bauwelt, Baumeister, Was- 
dellvorhaben wie dem IWU-Projekt 1“ allen Geschossen beibehalten,  cnergiebewußte Bauweise von hoher nuths Monatshefte für Baukunst, 
in Kranichstein neue Bewegungen im wobei allerdings in Kauf genommen Wohnqualität durch Wintergärten; Städtebau etc.) und Nachkriegs- 
Wohnungsbau aufgegriffen und ge- werden muß, daß im Vergleich zum als klarer Mehraufwand sind die zeit (Baukunst und Werkform, 
fördert werden: Massenwohnungsbau der letzten Wintergärten und die verglasten Er- Baumeister, Die Neue Stadt etc.). 
‚ahre mit einen erhöhten Herstel- chließungssysteme zu schätzen: daß ; ; 
Tatsächlich kam bei dem Wettbe- ungsaufwand zu rechnen ist. Doch dies im Rahmen des sozialen Woh- Des WENCIEN suchen wir Archi- 
werb eine Arbeit auf den ersten <Önnte gegenüber einem solchen 1ungsbaus möglich ist, kann im dop- jektürfotos. 
Platz, die durch differenzierte Ver- Kalkül die Qualität der Erlebnisbe- pelten Sinn als eine Leistung der ® 0241 / 50 47 95 
schränkung von Natur und Stadt- eiche, die über die Erschließung, Stadt angesehen werden, die dies in . 
raum in zugleich schlichter und doch Treppenhäuser und Laubengänge der Wettbewerbsausschreibung vor- Broschüren und Ausstellung 
verspielter Architektur neue Anstö- nit ihren Ausweitungen erzielt wer- gesehen hat als 1. Preis prämierte Stadt - Natur”! 
ße für den sozialen Wohnungsbau den kann, eine Besonderheit des und nun auch die bereits auszuma- - 
geben könnte. Im Erläuterungstext Entwurfs darstellen, mit der Darm- chenden Mehrkosten als „Spitzenfi- Die Naturschutzverwaltung des Ber 
des Architekten heißt es: ;tadt dem in der Ausschreibung for- ıanzierer” tragen sollte. ae Umweltsenats a One Ausstel- 
ulie A 1 gerecht werde . ; ; e 
‚Die stadträumlich vorgezeichnete ve Anspruch eSrecht ysıden Da in Darmstadt der mittlerweile ich und eindeufe die N Notwendigkeit 
Führung der Zeilen mit der entspre- Auf Empfehlung des Preisge- Ve En der en ıach mehr Natur in der Stadt zeigt. 
;henden Nor. d-Süd-Orientier ung der chts, das dem Entwurf bescheinigt, augeschichte oft nd gem be Kontakt: Senator für Stadtentwick- 
Wohnungen wird als Chance genutzt, MER einfach und überzeugend hoheln 9rsn 710: "raucht man an Eule A nd Umweltschutz Otto-Suh 
auch im Rahmen des sozialen Woh- Wohnqualität und wohltend diffe.  orsätze nicht zu erinnern. Viel- Alle 18-20 1 000 Berlin: 9 to-Suhr- 
ungabaus Aspekte der Solararchi- —‚enzierte Freiräume” zu bieten, ging mr Solien AR En WET U | 
jektur geltend zu machen: Die Süd-BaRe Planung inzwischen in eine neue Meter a Chan en m ar Stitut für Baubiologie + Öko- 
(assade ist als vielfältig gegliedertes bpase Dabei wurde die Umsetzung ANGER A NN OT NO RRIS 
System von Vorbauten, Wintergärten lıe< Entwurfs mit seinen von der Wan Ansätzen im Wohnugsbau ist logie 
und Loggien so ausgebildet, daß sich SEE . Az nicht nur in Darmstadt breites öf- - n 
And LOßS SE IC Ausschreibung und vom Ergebnis rtliches I scher — beson- In seiner Selbstdarstellung schreibt 
die dadurch erhöhte Wohnqualität nochgeschraubten Erwartungen er a WE U hi nt das Institut: „Der besondere Zweck 
‚unmittelbar mit der Ppassıyen Nutzung iemlich schnell durch Bearbeitung hohe Dr Setzu man and 1er des Instituts besteht darin, die von 
von Sonnenenergie verbindet.‘ Zu- ch Normen, Bestimmungen, Ver- chen eissizungen und ausge Ager Wohn-Umwelt verursachten 
jleich wird durch die — besonders im rdnungen relativiert. Als erstes fiel zeichneten Planungen einer Stadt psycho-somatischen Schäden zu 
Er dgeschoß — ausgeprägie Binneng- as differenzierte Wohnungsangebot IS Profil zu geben versucht und erforschen und aus den Erkenntnis- 
'iederung des Gebäudes im Kontrast 16 Ir N 1E Be damit überregional Aufmerksamkeit e : x A : 
ur Teletiv sirengen Großform der lem Rotstift zum Opfer, dann wurde u okt. sen der Baubiologie, Ökologie, 
2 Anlare das Konten eier Vielfalt Jas Projekt insgesamt von den Be- Aa wWir sind gespannt. Wohnphysiologie, Wohnpsycholo- 
ANGE . » hörden in Wiesbaden in Frage ge- gie die notwendigen Konsequenzen 
im Einfachen” ablesbar stellt: Maisonetten und Laubengän- im Dienst für Gesundheit und Wohl 
Das gilt auch für die Nordfassade der 8° bezuschussen wir nicht! Obwohl Sk£izze zum Freiraumkonzept des Menschen ganzheitlich zu zie- 
südlich gelegenen Wohnzeile, die — En Verhandlungen eine woh- on Rüdiger Kramm nen. Sn 
dicht mit Efeu bedeckt — durch Lau- 1gsbaurechtliche Abstimmung er- _ Der Schwerpunkt der Tätigkeit 
bengänge, Loggien und kleine zeicht werden konnte, steht zu be- jegt in der baubiologischen und öko- 
Wohnhöfe gleichtum in die Garten- ürchten, daß die vom Wettbewerb ‚ogischen Lehre — Ausbreitung bau- 
'andschaft hineinwächst. erwarteten Innovationen bei stren- oiologischer und ökologischer 
zer Anwendung der Richtlinien auf Kenntnisse — praxisnah orientierter 
Der Entwurf sieht eine Mischungaus Kosten des Spielraums für eigene Forschung — Altbausanierung — 
Geschoß- und zweigeschossig Orga- Anwendung der Richtlinien auf Ko- Planung gesunder Neubauten — Bil- 
nisierten Vohnungen vor die Woh- ten des Spielraums für eigene Di- dung von Dorf- bzw. Siedlungsge- 
nungen werden über identifizierbare positionen der Bewohner beim meinschaften. 
individuelle Eingänge erschlossen,  sbau nicht mehr zu finden sind. Wer mehr über das Institut, sein 
z.B.: 4 Wohnungen, Erd- und 1. Denn dieses für die Stadt offenbar so Lehrangebot, seine Zeitschriften 
OG-Wohnungen erschließen sich wichtige Vorhaben als eine Baumaß- „Wohnung + Gesundheit” und 
über einen Zugang, 2 Wohnungen nahme im Rahmen des experimen- , „Gesundes Wohnen” wissen 
von dort aus über eine gemeinsame tellen Wohnungsbaus auszuweisen, < möchte: . 
Treppe. Damit werden Impulse ge- hat die planende Verwaltung Fe — Institut für Baubiologie + Ökologie, 
zeben zur Reduzierung der Anony-: schlicht versäumt Holzham 25, 8201 Neubauern
	        

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