Full text: ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen (1985, Jg. 18, H. 79-83)

En AUT 
WS? 
hinaus bestehen für die Freiflächengestaltung Freiräume, die für Zw den Materialien 
die Bewohner Entwicklungsmöglichkeiten offenlassen. Die Siedlung entsteht mit dem Anspruch, keine umwelt- und 
Wege und Stellplatzflächen gesundheitsschädlichen Materialien zu verwenden und im wesent- 
- a lichen auf mineralische und vegetabile Baustoffe zurückzugreifen; 
Die Zufahrten zu den einzelnen Hausgruppen münden in einer der Einsatz knapper und nicht nachwachsender Baustoffe soll 
Stellplatzfläche, auf der die KFZ-Stellplätze als gedeckte; z.T. auch möglichst vermieden werden. Dieses Prinzip stößt allerdings an 
offene Stellplätze gruppiert sind. Diese Zufahrt ist ca. 3,00 m breit gewisse Grenzen: 
gepflastert, die ca. 1,00 m breiten Bankette sind aus Schotterrasen ® Für den Architekten sind es die „anerkannten Regeln der Bau- 
Lehm ausgekleidete Rinne zur Aufnahme übersehen Regen .1°CEnIK" und die Gewährleistung, von denen nieht ohne aus 
wassers bei extremen Regenfällen drückliche Zustimmung des Bauherrn abgewichen werden kann, 
N @ für den Bauherrn - wie für den Architekten - steht die Dauer- 
haftigkeit der getätigten Investition infrage. Ressourcenspa- 
Haustypen rendes Bauen heißt auch, die eingesetzten Materialien mit vertret- 
Für den ersten Bauabschnitt sind zwei unterschiedliche Haustypen barem Aufwand erhalten zu können, 
vorgesehen: | ® standortbezogene Probleme, insbesondere Gründungsschwie- 
Hogan-Bauform: So genannt nach der Bauform der Navajo-In- rigkeiten auf bereits vorher bebauten Grundstücken, 
dianer, mit konzentrischer Raumform und einer Dachkonstruk- @ unverzichtbare Forderungen der Bauaufsicht, besonders der 
tion, bei der Balkenfelder gegeneinander verdreht, aufeinander Brandaufsicht, 
geschichtet sind und so ein kuppelförmiges Dach ergeben. Der @ Komfortansprüche der Bewohner. 
Grundriß setzt sich AUS OEL Aneinanderreihung eingeschossiger ? Beispiele für solche Kompromisse bei unserer Siedlung sind z.B. 
achteckiger Raumeinheiten zusammen. Die einzelnen Raumein- die Verwendung von Folien unter dem Grasdach, die Dämmung 
heiten werden über EINST, Zentralraum (EBdiele) erschlossen, SO mit kaschierter Steinwolle, stahlbewehrte Fundamente und Blech- 
daß keine Flure notwendig sind. Die IV ischen den achteckigen verkleidung zur Verhütung des Feuerüberschlags zwischen den 
Raumeinheiten liegenden quadratischen Räume werden für Häusern. So ist die Materialwahl im Laufe der Werkplanung ein 
Nebenräume bzw. Raumerweiterungen benutzt. stetes Ringen um die ökologisch vertretbare Lösung. 
Kernhaus-Nebenhaus-Bauform: Diese Bauform ist gekennzeichnet Altmaterialien 
durch ein linear entwickeltes zweigeschossiges Kernhaus geringer Beim Bau eines Spielhauses für einen Abenteuerspielplatz, das aus 
Tiefe. Hier liegen die ständig genutzten Räume, denen im Süden Spenden finanziert und in Eigenhilfe errichtet wird, machten wir 
eingeschossige Glashäuser und Nebenräume im Norden vorge- erste Erfahrungen in der Verwendung „alter” Baumaterialien. Hier 
lagert sind. Die lineare Bauform erlaubt die Ausrichtung aller wurden aus Abbruchhäusern Materialien gesammelt, bei Fenster- 
Wohnräume nach Süden. Glas- und Nebenhäuser dienen der herstellern die Lagerbestände an Fehlbestellungen aufgelöst, bei 
Solarenergienutzung bzw. der Verminderung von Wärmever- Firmenauflösungen Restmaterialien erbeten und in den Neubau 
lusten. Hinter dieser einfachen Bauform steht die Idee, durch eine integriert. 
strenge Vorgabe ein über die Materialeinheit hinausgehendes Diese Prinzipien werden beim Bau der Siedlung weiterverfolgt. 
Ordnungsprinzip vorzugeben, das je Haus „chaotisch” interpretiert So werden z.B. 80 Jahre alte Holzdielen und Beschläge wieder 
wird. So ist jedes Haus anders und dennoch in seinen Elementen eingebaut. Anfragen bei Abbruchunternehmen endeten aber auch 
den anderen ähnlich. Die einzelnen Häuser sind innerhalb dieses manchesmal in Enttäuschungen: Weil gerade bei jüngeren 
Rahmens auf die individuellen Bedürfnisse der Bauherren hin Häusern wertvolle Materialien mit nicht zerstörungsfrei lösbaren 
entworfen. Verbindungen eingebaut waren. 
HA 
x FH ya 
5
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.