Full text: ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen (1985, Jg. 18, H. 79-83)

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Christoph Schulten AD 
5/20 
Den früheren ‚Bohlenbau’ beschreibt Friedrich Heß in seinem 5/26 
Buch ‚Konstruktion und Form im Bauen’: „Die Möglichkeit, durch 
die Gattersäge ... 
Der Bohlenbau 
Die Möglichkeit, durch die Gattersäge Bretter und Bohlen billig zu 
erhalten, hat in Amerika zu einer leichten Bauweise geführt (Abb. 
1). Ihr Prinzip beruht auf den durch zwei oder mehr Geschosse sr 
durchgehenden Eckpfosten, welche auf einer leichten Schwelle ver- 
zapft sind und oben von einem Rähm, das zugleich zur Aufnahme 
der Sparren dient, verbunden werden. Als Zwischenständer sind 
einfache Bohlen durchgehend in 40 cm Abstand aufgestellt. Das 
Zwischenrähm ist ersetzt durch eine Bohle, die in Pfosten und Stän- 5/1! 
derbohlen eingelassen wird. Eine Querriegelbohle je Stockwerk 
dient zur Versteifung und zum Anbringen der Schalbretter. Die 
Zwischenbalkenlage ruht in Form von hochgestellten Bohlen auf 
dem Rähm. Sie werden mit den Ständern vernagelt. 
Heute spricht man von der nordamerikanischen ‚Rippenbauwei- 
se’ (Holzbauatlas) - der Begriff weist auf den engen Abstand der 
Wandrippen hin - oder vom ‚Holzrahmenbau’ (Bund Deutscher 
Zimmermeister) - der Begriff ist die wörtliche Übersetzung von 
wood frame construction. 
Innerhalb des Rippenbaus oder Holzrahmenbaus unterscheidet 
man zwei Konstruktionsweisen: 
® die Balloon Frame Construction und 
® die Platform Construction. 
n Abb. und Text aus: Friedrich Heß, Konstruktion und Form im Bauen Julius 
Balloon Frame Construction Hoffmann Verlag, Stuttgart, 1942 S. 212f 
Diese Konstruktionsweise wurde früher häufig angewandt - so wie 
Heß sie beschreibt. 
Das Wesentliche ist 
® daß die Rippen oder Ständer durch alle Geschosse gehen. Die 
Deckenträger ruhen auf in die Wandrippen eingelassene Bohlen 
(Schwellen) und sind zusätzlich mit den Wandrippen vernagelt. 
Platform Construction 
Diese Konstruktionsweise hat sich heute durchgesetzt. Hier wer- WE reuronant 
den Wand und Decke unabhängig voneinander oder besser: BRACE 
nacheinander konstruiert: Nach Aufrichten und Aussteifen det nur MINDOW:- 
geschoßhohen Wände, bestehend aus Rippen, Schwelle und Rähm 
(‚wall frame”) wird auf diese ‚Wandrahmen’ die Decke (‚platform”) N GESE Ba 
aufgelegt: stehende Bohlen in engem Abstand, an ihren Oberseiten CORNER BR. 
mit einer starken Furnierplatte beplankt. Da Platte und stehende 
Bohlen im Verbund tragen, entsteht eine Art ‚Rippendecke’. Die WINDOWS 
stehenden Bohlen oder ‚Rippen’ werden zusätzlich durch Andreas- , 
kreuze ausgesteift. Dieser Vorgang wiederholt sich beim Bau des „-  .4SOLE PLATE 
nächsten Geschosses. Dabei ersetzt die Deckenebene (‚platform”) eaver_ SEES 
ein Gerüst. Weitere Vorteile der ‚platform construction’: u 
® Die geschoßweise Trennung der Wände bietet einen erhöhten a 
Brandschutz tn BTRINGERÄJOIST 
® Die nur geschoßhohen Wände (Wall frames) können leichter Sn RO LE 
vorgefertigt, transportiert und montiert werden. CE 
Die Vorteile der ‚platform construction’ sieht auch der Bund Deut- ZZ 
scher Zimmermeister in einem jetzt von ihm erarbeiteten ‚Kon- a 
struktionsatlas Holzrahmenbau’. Dieses Handbuch ist eine Überar- . 
beitung der nordamerikanischen ‚wood frame construction’ unter Bär . 
Berücksichtigung deutscher Normen. Es soll, so das Vorwort, einen US UOTE Un ER 
‚Beitrag zum individuellen kostensparenden Bauen leisten’. L. 0. Anderson, US Department of Agriculture, 1970
	        

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