Full text: ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen (1985, Jg. 18, H. 79-83)

Überlagerungen von 
Informationen in ei- 
nem Plan (1. OG) 
Ausführungsplan 
Ausführungsplan 
mit gelöschter Bema- 
Bung (1. OG) 
Löschung aller In- 
formationen außer 
„Betonobjekte“ und 
Positionen (1. OG) 
Grudriß Erdge- 
schoß, Ausführungs- 
plan 
Fassade + Objekte: 
Fassadenelemente 
/. Detail mit sichtbaren 
„hidden lines“ 
5. Detail der richtig ge- 
zeichneten Fassade 
9. Übertragungsfehler 
durch objektweises 
Arbeiten 
® Die Zeichnung verfügt über eine solche Genauigkeit, daß die gleichen von Schnitt und Grundriß ist erst nach dem Plotten mög- 
Maße direkt aus der Zeichnung errechnet werden können, wodurch lich. Der typische CAD-Arbeitsplatz muß daher mehr im Sinne 
die für herkömmliche Zeichnungen typische Diskrepanz zwischen eines traditionellen Architektenarbeitsplatzes mit Plänen an Stell- 
Zeichnung und Bemaßung vermeidbar wird. wänden organisiert werden. Ideal wäre natürlich, wenn der Zeich- 
® Die Eingabe im Detail wird aber auch zu einem umgekehrten ner am CAD-Arbeitsplatz alle Informationen im Kopf hat, d.h. der 
Entwurfsprozeß verführen, den Thomas Schmid einmal für das Entwerfer sollte die Dateneingabe selbst vornehmen. Bei einem 
Bauen mit Systemen verlangt hat. Dieser Entwurfsprozeß ist aber Projekt dieser Größe ist das Ein-Mann-Team aber illusorisch. Aus 
ebenso falsch wie der traditionelle Prozeß, der vom Wettbewerbs- der Arbeitsteilung ergibt sich die Notwendigkeit der Kontrolle der 
entwurf (im 1:500) oder der Vorentwurfsskizze über das 1:200 zum Pläne auf Fehler, die zu einem zusätzlichen Arbeitsschritt im Sinne 
1:100 zu Ausführungsplänen 1:50 und schließlich zum Detail führt. des Suchbild-Zeitvertreibs „Original und Fälschung“ führt. 
Das Entwerfen muß gleichzeitig von beiden Seiten, der städtebauli- 
chen Gesamtkonzeption und dem Detail, beginnen. nn 
® Die genaue Eingabe im Detail hat den weiteren Nachteil, daß der Möglichkeit der leichten Planänderung . 
Zeichner am Bildschirm leicht den Überblick verliert, die Daten- ® Im Zuge der Erstellung der Ausführungspläne ist die Möglichkeit 
eingabe über die Tastatur verlangt, jeweils an einem kleinen Aus- der Planänderung ein großer Vorteil. Selbst Anderungen, die im 
schnitt zu arbeiten. Während der mit Bleistift am Zeichenbrett ar- herkömmlichen Zeichnen ein Neubeginn bedeuten würden, wie 
beitende Architekt einige Schritte vom Arbeitsplatz zurücktritt, um das Addieren einer Achse in der Mitte des Baues, lassen sich im 
den Überblick zu bekommen, muß der Architekt am Bildschirm Handumdrehen erledigen. 
aus- und einblenden. ® Der Plan ist immer perfekt und ohne Spuren vom Kratzen oder 
® Da der Architekt gewöhnlich nur über einen graphischen undei- Radieren. Aus dem papierlosen Andern auf dem Bildschirm ergibt 
nen alphanumerischen Bildschirm verfügt und nicht über mehrere sich aber, daß mit jeder Anderung ein neues Original notwendig 
graphische Bildschirme, ist es schwierig, den Überblick zu behal- wird. Dadurch entsteht eine Flut von ungültigen Originalen im 
ten, wenn z.B. aus dem Grundriß ein Schnitt erstellt werden soll. An Büro. Das papierlose Zeichnen führt im Endeffekt zum Paradox 
einem typischen Architekten-Arbeitsplatz hängen die Wände bzw. eines Mehrverbrauchs an Papier. 
Stellwände voll von Plänen. Der Zeichner am Bildschirm muß, um ®& Auch die Leichtigkeit, mit der Varianten erzeugt werden, z.B. bei 
z.B. beim Zeichnen des Schnittes Informationen aus dem Grundriß der Erstellung von Perspektiven mit unterschiedlichen Standpunk- 
zu bekommen, den Schnitt auf dem Bildschirm löschen. Das Ver- ten und Blickrichtungen, ist ein weiterer Vorteil der CAD-Technik, 
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