Volltext: ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen (1985, Jg. 18, H. 79-83)

Ulrich Lange 
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„BAD SOLUTIONS TO GOOD PROBLEMS 
Läßt sich die Zukunft vorausdenken? Zumindest mit der Interpre- bleme beginnen da, wo die Ausschreibung aufhört, Probleme lie- 
tation des Untertitels dieses Artikels habe ich einen solchen Ver- gen in der Termingestaltung, in der Detailtreue, und letztendlich 
such unternommen. Er entstammt der Neuerscheinungsliste eines natürlich in der Baueingabe und Ausführungsplanung.” (3) Weni- 
englischen Verlages und charakterisiert ein Buch über Veränderun- ger einfach operationalisierbar als diese Problemdefinition, die aus 
gen in Organisationen, das bereits jetzt einen Einfluß auf mich aus- dem Werbeprospekt eines Anbieters für Architektensoftware ent- 
übt, also bevor es erschienen ist und ohne daß ich es lesen konnte stammt, formuliert Klaus Pracht Gestaltungsprobleme von Archi- 
(1). „Bad solutions to good problems” könnte die zynische Antwort tekten (s. Abb. 1) (4). Das Feld, in dem Architekten Probleme „pro- 
auf das marktschreierische Auftreten der modernen Problemlöser duzieren” können, scheint fast beliebig zu sein. Diese Beliebigkeit 
im Gewand der neuen Datentechniken sein. ist die Chance für gierige‘ Problemlöser. 
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Nicht K Ästen un pen n win u.a, schlechter Baugrund, ungunstiges Klıma, enge Finanzen 
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Alle Techniken können als Problemlösungsmodelle bezeichnet Schnee, Watser gedamme und Bauen und Bauteile 
werden. Aber nicht alle Problemlösungen müssen technische sein. NE PEN 7 abschneiden 
„Datentechniken” sind Problemlösungsmodelle, die auf der Abbil- Rechiragliche von Flächen und Räumen Kae 
dung (als Transformation auf der ersten Ebene), dem Transport, MODE EB OR md duch Meinı rn zerlegen. 
der Speicherung oder der Verarbeitung von Daten (durch Ver- Materialeinsatz: dr SE 
gleich, Kombination oder Veränderung - als Transformation auf MEI ON KEHSESCE Illusionen: 
der zweiten Ebene) basieren. Diese Daten sollen der Produktion  bemig Repräsentation verblalien 
von Informationen in einer Anwendungssituation dienen, um mit poker HN Cdoone 
diesen Informationen entweder das Handeln von Menschen zu Sifusche: Respekt Umnutzung seute technisch geartete: 
bestimmen, das Verhalten von Tieren oder Pflanzen zu beeinflus- Sehens: Moderial SW Kangsam ZekENSprechend Konstruktionen zeigen 
sen, oder Werkzeuge und Maschinen zu steuern. Die Produktion UA  Dauorinung) Baureci fünktionell gearlete: 
von Informationen durch Menschen aus Daten ist subjektrelativ wilscheliche: Okohm dene ES Auweien 
und situationsgebunden. Sie kann technisch nicht unmittelbar, son- 
dern höchstens indirekt durch Modellbildungen beeinflußt wer- SE  PROBLEMNUTZUNGEN _ " 
den. Insoweit ist Datentechnik „Technik” im engeren Sinne, und an anerkennen und von!Baiingungen az tulen. 
elektrotechnische, mathematische oder kybernetische Modellbil- FE TS ; / 
dungen gebunden, wohingegen Informationstechnik nur im umfas- De GESTALTUNGS-VORTEILE 
senderen Sinne als „Sozialtechnik” möglich ist.” (2) se hörler die Bedingungen, um 59 aulergewöhnliCher Cie Lösungen 
Zentrale These meines Aufsatzes soll die Behauptung sein, daß Eine Idee hat gegeberienfalls re oh ie Problematik ihrer Durchsetzung 
die Einführung von Problemlösungen durch neue Datentechniken 
der sorgfältigen Analyse des Problemfeldes vorangeht, daß „Lösun- Doch vorab einige Daten zur Sondierung des Marktes. Die Pro- 
gen” gewählt werden bevor hinreichend viele Alternativen durch- bleme eines Architekten, so darf man wohl annehmen, variieren 
dacht und auf ihre Anwendbarkeit überprüft wurden. Dies gilt für erheblich mit seinem Status. So sind gut 2/3 aller Architekten als 
zahlreiche Anwendungsfelder, für neue Netze und Dienste, und „lohnabhängige” Architekten beschäftigt und nur 1/3 arbeitet 
sollte hier kritisch auf den Bereich der baugestaltenden Berufe, und „frei”beruflich (vergl. Abb. 2) (5). 
im besonderen der Architekten, übertragen werden. 
Auch der oben gewählte Titel löst ein Problem. Er löst mein Pro- Architekten (Hochbau) nach Berufsstellung. 
blem, eine geeignete Metapher als Ausgangspunkt für die nachfol- Architekten-Erwerbspersonen 1979 
genden Überlegungen zu finden. Ob sich die Analogie als gut 
gewählt belegen läßt, wird sich erst nach Erscheinen des Buches Ark Auen 
entscheiden lassen. Und hieraus ergibt sich durch das virtuelle Selbständige EZ he 
Buch eine weitere Übertragungsmöglichkeit auf Probleme der Ein- KA Archnekten 
führung von neuen Datentechniken. Oft werden Etikett und Inhalt a BES ne 
verwechselt. Sa REICHEN Ohm mMen RE Anhaten 
\ (2500) (25500) (ca. 5900) (44 4001 
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Neue Datentechniken: die Versprechen der Anbieter Kr kn Date DE A N EEE 
Welche Probleme kennzeichnen nun Architektentätigkeiten? I a ZA N 
N ließen sich mit Hilfe von datentechnischen Systemen San Mn Ihe urn de Haufe Dinar 
„Der Entwurf als eigenständige Kunst, als Beitrag zur modernen Anmerkung: Die Berechnungen und Schätzungen insbe: Quelle: G. Feldhusen, 1982 
Städteplanung und als Bauwerk, das auch in Zukunft Bestand hat, der Volkszahlung 1970 Getingfunige Überschneidun 
das ist das Ergebnis des Realisierungswettbewerbs ... Doch Pro-  }“l4wischen Hochschullchrern und selbständigen Büroin 
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