Full text: ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen (1985, Jg. 18, H. 79-83)

5 ATNEHN 
, ir träumte ich sei ein Schmetterling ch teile vollständig Ihre Auffassung, daßiidie gedanklichen Verknüpfungen kaum 
| \/ und wärmte mich auf einen Gong ingä@@Einstein sich «in seine Metaphysik ver-Ailden Grad von Klarheit und Eindeutigkeit 
A VA der Mittagssonne. Plötzlich wurde derrannt» hat. Da nämlich aus seiner Metaphy-Merhalten, der für die naturwissenschaftliche, 
ong angeschlagen und ich erwachte. - Da saß ik folgt, daß in dem «objektiven Realzu-@Arbeit die Voraussetzung ist. Fast jeder For 
ch nun als der Minister China zwischen all den| tand» der Ort eines Makroobjektes immeräscher ist auch bereit, neue Erfahrungsin 
Papieren und Anordnungen und dachte: was«quasi-scharf bestimmt» sein müsse. Daßihalte aufzunehmen oder neue Ergebnisse 
werde ich sein, wenn ich jetzt erwache? ein ’Makrokörper‘ stets einen quasi-scharf anzuerkennen, wenn sie in den Rahmen sei. 
Chinesisch bestimmten Ort hat, halte ich für unwahr, dafiner philosophischen Einstellung passen. E 
ich keinen prinzipiellen Unterschied vonfikann aber im Fortschritt der Wissenschaft| 
4 - : ikro-und Makrokörper sehen kann und miüvorkommen, daß ein neuer Erfahrungsbe- 
Fu Einsteins Grundeinstellung gehörte ir ein weitgehend unbestimmter Ortälreich nur dann voll verständlich wird, wen 
4 PL die Überzeugung von der Möglichkeit mer so angenommen werden muß, wiel die enorme Anstrengung geleistet wird, die- 
einer vollständigen Trennung der Weltla;o Wellennatur des betreffenden physikali-Misen Rahmen zu erweitern und die Struktur, 
in einen objektiven und einen subjektiven chen Objektes sich im Prinzip zeigt. des Denkens selbst zu ändern. 
Bereich und die Hypothese, daß man über die 
objektive Seite in einer unzweideutigen Weise, 
eden können müsse. Diesen Forderunge ; 
aber konnte die Quantenmechanik nicht genü: DE SCREEN 
gen, und es sieht nicht so aus, als könne die en 
aturwissenschaft jemals wieder zu den Ein , 
steinschen Postulaten zurückfinden. ; ) 
W. Heisenberg; ; 
Einstein hatte die Relativitätstheorie auf das 
Prinzip gegründet, daß Begriffe, die sich au © 
nbeobachtbares beziehen, keinen Platz in 
der Physik hätten: ein fester Punkt im leeren 
Raum ist solch ein Begriff, ebenso die absolute & 
leichzeitigkeit zweier Ereignisse an verschie- © 
denen Raumstellen. Die Quantentheorie is 
dadurch entstanden, daß Heisenberg dies Prin 
zip auf die elektronische Struktur der Atome| 
anwandte. Das war ein kühner, fundamentale 
Schritt, der mir sogleich einleuchtete und 
bewirkte, daß ich alle meine Kräfte in de 
Dienst dieser Idee stellte. Es war mir dan 
nfaßbar, daß Einstein sich weigerte, dies vo: 
selbst mit größtem Erfolg angewandte 
Prinzip in der Quantentheorie gelten zu lassen; 
er bestand darauf ein physikalischer Zustand 
üsse objektiv, reel existieren, auch wenn ma: 
ihn prinzipiell nicht festlegen könne, und eine 
Theorie, die dagegen verstößt, sei unvollstän- 
dig. Er hat das so ausgedrückt, daß ihm die Phi- 
losophie des «esse _est percipi» zuwider sei. 
M. Bo 
Es ist klar, daß die Quantenmechanik auch für, 
makroskopische Kügelchen im Prinzip Gültig 
eit beanspruchen muß; denn wenn die Quan- 
tenmechanik richtig ist, muß auch ein Makro- 
körper im Prinzip Beugungs - (Interferenz- 
Phänomene zeigen - es wird nur technisch 
Schwierig sein wegen der Kleinheit der Wellen- L ateinische Umschri} T Wissen ist Gottes Gabe, göttlich ist es, erkennen z 
Einstein gesehen, daß er Anstand nimmt an Dum sibi quisque sapit nec iusti examina cernit, nicht auf Abwägung des Gerechten achtet, so schenk} 
der für die Quantenmechanik wesentlichen arus Lcariis nomina donat acyi, enalsein Icarus icarischen Gewässern seinem Namen 
oraussetzung, daß der Zustand eines Systems 
erst durch Angabe einer Versuchsanordnung defi-WWstand» und die Idee des «losgelösten Beo Iso handelt es sich vielleicht gerade 
niert ist. «Daß also der Zustand eines SystemsiWbachters», ob: also etwas, worüber man A um eine Flucht aus der Wirklich: 
davon abhängt, wie man es anschaut». Davon(nichts wissen kann, doch existiert, darübe keit? Dies ist ein Gebrauch de 
ill Einstein absolut nichts wissen. Er hat dastsoll man sich - wie. O. Stern kürzlich sagte Kunst, der vielen von uns, seit die Empfind: 
’philosphische‘ Vorurteil, daß sich (für makros-ldoch wohl ebensowenig den Kopf zerbre-isamkeit ihn entdeckt hat, naheliegt. U 
kopische Körper) unter allen Umständen einfichen, wie über die alte Frage, wieviel Engel Weiner solchen Deutung vorzubeugen, müs 
’real‘ genannter) Zustand ’objektiv‘ defninie-Wauf einer Nadelspitze sitzen können. sen wir den Sinn der barocken Illusio 
ren läßt, d. h. ohne Angabe der Versuchsanord: W. Pauli (1954) lgenau bestimmen und von der ’romanti 
nung, mit deren Hilfe das System (der makr.. chen‘ Illusion unterscheiden. Die barocke 
örper) untersucht wird, bzw. der das SystemAlle wissenschaftliche Arbeit geschieht jaß@lllusion ist nämlich stets eine bewußte und 
’unterworfen‘ wird. Es scheint mir, daß sich dielbewußt oder unbewußt auf der Grundlagefälgewollte, sie will nie die Seele verführen 
Diskussion mit Einstein auf diese seine Vor-einer philosophischen Einstellung, einer/Moder auch nur den Verstand täuschen, son 
aussetzung reduzieren läßt, die ich die IdeefiWbestimmten Denkstruktur, die diese dern immer nur die Sinne. Eine der große 
oder ’das Ideal‘) des ’losgelösten Beobachterst Denken einen festen Halt gibt. Ohne eine #Schöpfungen des menschlichen Geistes 
genannt habe solche Einstellung könnten die Begriffe und die man doch in keiner Gesichte der Erfin
	        

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