Winkel zwischen Kanten und
Flächen, Volumina, Trägheitsmomente
und Schwerpünkte zu
berechnen. Regelmäßige Vielekke
können automatisch eingepaßt
werden, Schraffuren, Beschriftungen
und Vermaßungen
unproblematisch angelegt werden.
Die so bearbeiteten Objekte
können in einer Datenbank abgelegt
werden und bei Bedarf
weiter modelliert oder verändert
werden. Bei der Modellierung
wird die dreidimensionale Kontrolle
dadurch erleichtert, daß
der Körper im Grund-, Auf- und
Seitenriß gezeigt werden kann.
Darüberhinaus sind beliebige
Perspektiven und Axonometrien
möglich, verdeckte Kanten und
Flächen werden bei Bedarf ausgeblendet.
Zu ihrer optimalen
Darstellung stehen 3 Algorithmen
(Tiefenpuffer, Scan-Linie
und Newell-Newell & Sancha)
für unterschiedliche Anforderungen
zur Auswahl.
Animationen in Echtzeit kón-Die
Stadt Den Haag will ein neues
Rathaus bauen und lobte aus
diesem Grunde einen beschränkten
Wettbewerb aus, zu dem
u.a. Richard Meier, Helmut Jahn
und Rem Koolhaas (OMA) eingeladen
waren. Die Jury empfahl,
sich zwischen Meier und
Koolhaas zu entscheiden, doch
die Politiker, die plötzlich Angst
vor der eigenen Courage bekamen,
schieben nun die Bürger
vor, ihre Meinung sei ausschlaggebend.
Ein großes Hearing
(2000 Zuhörer), auf dem die Architekten
ihre Pläne vorstellten,
geriet zur spektakulären Performance,
bei der diejenigen die
meisten Sympathien verbuchten,
die das Publikum am besten amüsierten.
(Meier: „I am happy to
be here today - I think this is a
great Moment for The Hague...“;
Koolhaas: „Wir haben
die Gebäudehöhen zu einer Art
stalinistischem Flachbau reduziert.“)
Doch auch die Entwürfe von
Koolhaas und Meier weckten das
größte Interesse, während die
Entwurf Helmut Jahn
L
i]
ZEITUNG
nen in dieser Phase der Bearbeitung
auf dem Bildschirm wiedergegeben
werden. Für Designer
ist bei der Oberflächenmanipulation
der Objekte von Bedeutung,
daß die Farben sowohl nach dem
physikalischen RGB-Modell, als
auch nach dem eher intuitiv arbeitenden
HSL-Modell gemischt
und elementbezogen aufgetragen
werden können. Die so diffizilen
gläsernen und metallischen
Oberflächen können mit Gouraud-
oder Phong-Interpolationen
synthetisiert werden. Sie erscheinen
durchsichtig bzw. metallisch,
erhalten Glanzpunkte
(Highlights) und sehen somit täuschend
echt aus. Die Software
kostet 16-38 TDM, die Hardware
(HP) 40-100 TDM.
So fleißig und trocken diese
immer noch unvollständige Auflistung
von features des PYTHA-Programms
auch erscheinen
mag, so soll sie doch exemplarisch
verdeutlichen, daß hier,
von den meisten Architekten unbeachtet,
ein neues Werkzeug
für den Entwurf dreidimensionaler
Körper, für Grafik und Zeichnung
heranreift. Eine Herausforderung,
die auch die traditionelle
Architekturerstellung in 5-10
Jahren umwälzen wird.
Spaziergang durch den Entwurf
Die „Entwürfe werden das Laufen
lernen“. Man kann schon
heute im Vorentwurfsstadium
das CAD-Modell elektronisch in
einen Videofilm des Baugrundstückes
oder des Straßenraumes
collagieren und so die räumliche
Verträglichkeit, das Design
überprüfen. Je mehr die Grafik
durch Hardware unterstützt
wird, eine aktuelle Entwicklung,
die bereits Produkte auf dem Personal-Computer-Standard
(Amiga, Atari, Apple u.v.a.) belegen,
um so schneller kann Grafik
vom Rechner aufgebaut werden.
So sind denn Spaziergänge
durch das CAD keine Utopie
Ein neues Rathaus
für Den Haag
Entwurt von Richara Meier. Das Gebäude mit dem wellenförmigen Dach ıst aas
neue Musik- und Tanztheater van0 ) MA 17 7 im Rant
mehr, wenn sie auch das traditionelle
Holz- oder Papp-Modell
eher unterstützen als verdrängen
werden. Ausgezeichnete Beispiele
für die Qualität solcher
Animationen (SPEA, MENTAL
IMAGES etc.) werden wir Ihnen
in der náchsten ARCH" prásentieren.
Wer sich bis dahin auf
dem Laufenden halten will. dem
empfehlen wir ,,Nachhilfeunterricht“
bei einer Generation von
Teenagern, die sich von „geiler“
Reklame und Video-Musik-Clips
unterhalten läßt. Hier wird
graphische DV auf hohem Niveau
demonstriert. Die Bilder lassen
eine Ahnung von Schwerelosigkeit
und Immaterialität graphischer
„Synthetics“ aufkommen.
Vielleicht auch eine Ahnung
des sich beschleunigenden
und abnutzenden Wettlaufs der
Effekte, der uns erwartet.
Kay Friedrichs,
Günter Stöhr & Gregor Wessels
übrigen unter dem Motto „groß
und vielversprechend" abgelegt
wurden. Vor allem Meiers Projekt,
das sich fast selbstverständlich
an dieser Stelle integrieren
läßt, belebt die Stadt zur Seite
von Kalverstraat und Spui, einer
vielbefahrenen Durchgangsstra-Be
zum Zentrum, mit einem óffentlichen
Raum am neuen Musik-
und Tanztheater von OMA.
Das Konzept von Koolhaas
(OMA) besteht aus drei parallelen
Gebáudescheiben, eine
Skulptur aus Turmkulissen. Die
Assoziation mit einer Miniatur-Skyline
von Manhattan wurde
vom Verfasser von der Hand gewiesen.
Gerade die Scheiben und
die Art der Büros seien ausgesprochen
europäische Gebäudetypen.
Der Stadtrat muß sich entscheiden,
ob er mit einem subtilen
oder mit einem gewagten
Rathausentwurf repräsentieren
will. Prächtige Architektur ist es
in jedem Fall, glücklicherweise
eine qualitätsvolle
Konrad Wohlhage
Entwurf Rem Kaalhacas (OM A)
P.