Full text: ARCH+ : Zeitschrift für Architektur und Städtebau (1987, Jg. 20, H. 88-92)

GARTENSTADT HOECHST 
Siedlungen dienen unter anderem auch der Identitätsstiftung. Sie tun dies durch die Typologie der Außenräume, der Wege und Orte, 
und durch die Rhetorik der Bauform. Berghoff - Landes - Rang, Máckler und Kleinehanding geben mit der Gartenstadt Hoechst ein 
Beispiel für beide Aufgaben. 
D en Außenraum als Lebensraum wieder erlebbar zu ma- 
chen, bildet den Grundgedanken der Entwurfsidee der 
Siedlung Hoechst. Städtische Strukturelemente, wie Straße, 
Platz, Allee etc. werden so in das Konzept integriert, daß die 
Siedlung als ein in sich geschlossener Ort erkennbar wird und da- 
mit einen unverwechselbaren Charakter erhält. Dieser Charak- 
ter wird geprägt von der Qualität zwischen Bebauung und dem ôf- 
fentlichen Grünraum einerseits und dem Wechsel von Straßen- 
raum/Platzraum/StraBenraum/ usw. andererseits. - Die architek- 
tonische Ausbildung der Straßen und Plätze, sowie die Planung 
des Grüns werden die festgelegte Siedlungsstruktur mit den ihr 
eigenen Mitteln stärken. 
Das entstehende „Gesicht“ der Siedlung gibt dem Bewohner 
die Möglichkeit der Orientierung in - und Identifizierung mit sei- 
ner Siedlung. 
Beschreibung der Siedlung 
Der vorgegebene Landschaftspark in Nordwest-Südost-Rich- 
tung bildet mit der ihn kreuzenden Allee in Nordost-Südwest- 
Richtung die „Grüne Mitte“ der Siedlung. Die Allee ist das Rück- 
grat der Siedlung. An ihr liegen als Doppelkamm und Ficher dic 
Siedlungsteile beiderseits der ,,Grünen Mitte". Die Siedlung ist 
über eine Ringstraße und die Allee erschlossen. Die Endpunkte 
der Allee sind zu kleinen Plätzen ausgebildet, die die jeweilige 
ideelle Mitte der Siedlungsteile darstellen: 
® die „Grüne Mitte“: Park und Allee 
9 die Allee als Rückgrat für die innere Organisation als Doppel- 
kamm und Fächer 
® die Ordnung der raumbildenden Elemente in der Dualität 
Gartenstadt und Urbaner Raum 
@ das Netz der Erschließung als ein geschlossenes Gewebe diffe- 
renzierter Wege. 
© städtebauliche Profilierung als Mittel zur räumlichen Charak- 
terisierung der wesentlichen Merkmale der Siedlung. 
Grüne Mitte: Park und Allee — das Herz der Siedlung 
Die „Grüne Mitte“ wird gebildet von der Parklandschaft (der von 
dem ökologischen Gutachten geforderten „Grünen Achse“ in 
Südost-Nordwest-Richtung), die von einer städtischen Nordost- 
Südwest-Allee gekreuzt wird. Am Kreuzungspunkt liegen die ge- 
meinschaftlichen Einrichtungen der Siedlung, wie Läden, Kin- 
dertagesstätte, Arztpraxen und Bushaltestelle. 
Die Nordwest-Südwest-Allee führt aus den beiden Siedlungs- 
gebieten die Erholungssuchenden zum Park. 
Der Park gewinnt lebendige Züge einer Landschaft in einem 
modulierten Bodenrelief durch einen Teich, Wege, Bänke, Gar- 
tenpavillons. Er ist ein Treffpunkt zu allen Tageszeiten für unter- 
schiedliche Aktivitäten der Bewohner: Ruhen, Entspannen 
Sonnen, Spielen, Unterhalten und Spazierengehen. 
Siedlungsstruktur — Fücher und Doppelkamm als Organisations- 
systeme 
„Das Rückgrat“ der Siedlung bildet die Ost-West-Allee. Von ihr 
und ihren beiden Baumplätzen, den Endpunkten der Allee, ge- 
hen alle Wohnwege aus. 
Auf der Seite der Hunsrückstraße, der östlichen Seite der Sied- 
lung, bildet die Allee den Rücken eines Doppelkammes. Alle 
Grüne Mitte: Park und Allee 
— das Herz der Siedlung 
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Siedlungsstruktur 
— Fücher und Doppelkamm 
als Organisationssysteme 
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