Full text: ARCH+ : Zeitschrift für Architektur und Städtebau (1988, Jg. 20, H. [93], Jg. 21, H. 94-97)

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REITEN 
präsentative zentrale Halle mit 
siner gläsernen Kuppel gelangt 
man in die 3 verschiedenen Nut- 
id zungsbereiche Kunstpalast, 
Y Kunstmuseum und Saal. Der al- 
Düsse orf te Arkadenhof wird wiederher- 
gestellt, in der Höhe jedoch um 
ein Geschoß aufgestockt. Diese 
Aufstockung bringt erhebliche 
funktionale Vorteile für das 1. 
gereichten Wettbewerbsarbei- OG und fällt auch nicht unange- 
ten der 1. Stufe und die 10 Teil- nehm gegenüber dem „Original“ 
nehmer der 2. Stufe in den alten auf. Insgesamt wirkt der HPP- 
Hallen des Kunstpalastes, Betrat Entwurf von allen Preisträgern 
man die Ausstellung, hatte man am selbstverständlichsten. Bei 
das Gefühl, nicht in Düsseldorf, längerer Betrachtungsweise hat 
Nordrhein-Westfalen, zu sein, man das Gefühl von einem posi- 
sondern in einem Kombinat tiven amerikanischen Touch des 
VEB Kunstpalast, wo man 40 gesamten Gebäudes. Beim 2. 
Jahre versucht hat, den Verfall Preisträger Ungers aus Köln ist Lambart Düsseldorf, 1, mut 
der Bausubstanz mit primitiven das Problem der Heterogenität 
Mitteln zu verhindern. Kurzum des Umfeldes ganz anders ge- 
es waren traurige Räumlichkei- löst. Um einen Hauptbaukörper 
ten. Hier die Arbeitenderneuen gruppiert Ungers kleinere geo- 
Kunstpalastkonzepte mit metrische Baukörper, die das 
Schwung, Elan, Progressivität, Hauptgebäude an die umgeben- 
guter Laune etc. beurteilen zu de. Bebauung anbinden. Dieser 
müssen, setzte mehr alseinenge- Lösungsansatz ist generell sehr 
sunden Optimismus voraus. Alle interessant, die Enge der Zwi- 
Arbeiten der 1. Stufe wareninzu schenräume zwischen Planung 
kleinen Kojen aufgehängt. Man und Bestand entwerten die 
fragte sich, wie ein 14-köpfiges Grundidee jedoch leider. Man 
Preisgericht gleichzeitigeine Ar- hat das Gefühl, als ob die richti- 
DJeit gemeinsam hat ansehen gen Proportionen noch nicht op- 
oder diskutieren können. Zu- timal getroffen seien. Vergleicht 
dem waren die Arbeitennichtsy- man die Arbeit der 2. Stufe mit 
stematisch, z.B. nach prinzipiel- der der 1. Stufe, so stellt man ei- 
len Lösungen oder sonstwie ge- ne enorme Verbesserung fest, 
ordnet aufgehängt, sondern an- die man der schwachen Arbeit 
scheinend nach dem Zufallsprin- der 1. Stufe gar nicht zugetraut Zahl-Duisburo 
Zip. hätte, Der 3. Preisträger Kölsch 
Es fiel auf, daß die meisten aus Essen ist der interessante 
Teilnehmer die aite symmetri- Versuch, sich völlig, bis auf die 
sche Hallenanordnung beibehal- Lage des Haupteingangs, von 
ten und ergänzt hatten, oder dem Kreisschen Konzept abzu- 
neue in sich symmetrische Ge- wenden. Das Konzept wirkt lo- 
bäude entworfen hatten. „Freie“ gisch, klar und hat eine wohltu- 
Gebäudetypen, High-Tech- ende Wirkung für die Nachbar- 
oder „transparente“ Gebäude bebauung, da die „Ecken“ des 
waren eindeutig in der Unter- Glaskörpers des neuen Gebäu- 
zahl. Unter den in der 1. Stufe des nicht so hoch sind. Unver- 
ausgeschiedenen Arbeiten hätte ständlich bleibt lediglich die for- 
der Entwurf von Stockhausen male Gestaltung des Skulpturen- 
mehr Erfolg haben sollen. Das hofes. Hierdurch wird eine un- 
neue Kunstpalastgebäude ist nötige Enge zwischen Kunstpa- 
wohltuend niedriger als die last und Victoria verursacht. 
Kreisschen Gebäude und hat ei- Dieser Wettbewerb hat wie- 
ne konsequent moderne Gestal- der einmal gezeigt, wie wichtig 
tung. Innerhalb der vielen Achs-, eine klare und eindeutige Auslo- 
Richtungs- und Blickbeziehun- bung ist. Die Stadt Düsseldorf Mo-hnusen-Wesel 
gen wirkt es wohltuend beruhi- hat Glück gehabt, daß trotz ihrer 
gend. Einen ganz anderen Lö- dürftigen Wettbewerbsausarbei- 
sungsansatz zeigte der Entwurf tung und -ausstellung ein über- 
von Lambart mit einer asynıme- zeugender 1. Preisträger prä- 
trisch liegenden Ausstellungs- miert worden ist. Spekulation 
halle und einem kleineren massi- muß leider bleiben, was alles hät- 
ven Baukörper. Dieser Entwurf te entstehen können, wenn... 
löst die Hauptschwierigkeit, die Symptomatisch für den Wett- 
vielfältigen Richtungen desstäd- bewerb ist auch, daß die Stadt 
tebaulichen Umfeldes mit Victo- Düsseldorf der Presse noch nicht 
rnaversicherung, Wohnbebau- einmal Modellfotos zur Verfü- 
ung und Ehrenhof aufzuneh- gung stellen konnte. Jede kleine 
men. Entwürfe mit „rundem Ab- Gemeinde hätte das zustande ge- 
schluß“ waren da prinzipiellvon bracht. In der Landeshauptstadt 
Vorteil, da sie vermittelnd und hält man dies anscheinend nicht 
beruhigend wirkten. Der 1. Preis- für nötig 
träger HPP (Düsseldorf) der 2. 
Stufe hatte ein Gebäude dieses 
Typus entworfen. Durch eine re- Jürgen Bahl 
Der: wn-Iuissetdorf. 1. Stur.
	        

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