Full text: ARCH+ : Zeitschrift für Architektur und Städtebau (1988, Jg. 20, H. [93], Jg. 21, H. 94-97)

Abb. rechts: Öffentliche Förderung der Regenerati- SCHWINDENDE MITTEL Ja, Natrium als Wärmetäuscherflüssigkeit einzusetzen hat ther- 
ven Energien. Quelle; Spiegel 341987 SE MEGEn Mal Glen Ba STE modynamische Gründe. Bei gegebener Einstrahlungsenergie 
können sie etwas mehr Strom erzeugen 
Aber wehe es kommt mit Luft in Berührung! 
Marktanteil einiger Energieträger (Marccetti Ja, dann explodiert es. Also ohne jetzt auf die einzelnen Zahlen 
Diagramm) einzugehen, ist es so, daß mit der Wende 1982 die Förderung re- 
A generativer Energien geradezu dramatisch heruntergegangen 
ist. Vor allen Dingen die kleinen Projekte. Aber wir haben Hoff- 
nung, daß sich jetzt etwas ändert. Das hat sicher mit TschernobvI 
zu tun. Solche Dinge helfen mehr... 
x Das hat sicher auch mit Nukem zu tun. 
Das wird wieder ein bißchen helfen. Es hat auch damit zu tun, daß 
sich immer mehr Leute, und zwar Leute, die gehört werden, da- 
für einsetzen. Sonnenernergie ist eine ganz normale Energie- 
quelle und genau wie die Kernernergie braucht sie Mittel, die ver- 
i gleichbar sind mit den Mitteln, die man in die Kernernergie hin- 
eingesteckt hat. Es muß nicht genauso viel sein, aber auch nicht 
fach die Durchsetzung des Verursacherprinzips oder die ‚Opera- nur 1% von diesen Mitteln. Man braucht vielleicht 30% oder 
tionalisierung‘ des Verursacherprinzips. Weil dann die Kohle- 40%. Die werden benötigt, um diese Sache zu entwickeln, und es 
oder die Kernernergie, wenn man es etwas weiter faßt, mit den werden auch Institutionen gebraucht, es hat keinen Sinn nur mit 
möglichen oder tatsächlichen Schäden die sie verursachen, bela- einzelnen Leuten. Das heißt, man muß für die Regenerativen — 
stet werden. Es würde ungefähr 50,- bis 200,- DM/pro Tonne genauso wie man das für die Kernenergie oder für die anderen 
Steinkohle ausmachen, je nachdem wie man rechnet; die Okolo- etablierten Wissenschaften getan hat — Institutionen schaffen, 
gen oder die Umweltschützer haben versucht, solche Dinge zu mit Fachleuten, die in dieses Gebiet ihren beruflichen Ehrgeiz 
quantifizieren. Z.B. Lutz Wicke in Berlin vom Umweltbundes- hineinstecken, ihre Karriere an diese Sache koppeln. Im Solarbe- 
amt hat ein Buch über die ökologischen Milliarden herausgege- reich muß man eine Vielfalt von Gebieten bearbeiten. Man muß 
ben.” Es gibt auch andere Schätzungen, manche kommen be- von der Biomasse, über Solarthermik, Fotovoltaik bis zur Wind- 
trächtlich höher, z.B. die von Frederic Vester (Ein Baumist mehr energie viele Sachgebiete abdecken. Dann muß man Materialfor- 
als ein Baum ”), weil er die ökologischen Funktionen des Baumes . 
auch mit einrechnet. Er sagt, wenn der Baum nicht mehr da ist, ; 
dann müßt ihr eine Fabrik bauen, die die atmosphärischen Um- 
sätze des Baumes künstlich nachmacht, und dann wird das natür- 
lich wesentlich teurer. Kurzum: Die Internalisierung der Kosten, 
die Durchsetzung des Verursacherprinzips würde helfen, genügt 
aber nicht. 
Das wäre aber doch ein wesentlicher Schritt, damit die EVU’s sich 
stärker umorientieren und nicht eine Option für die bestehende 
Form der Energiegewinnung auf 50 bis 60 Jahre haben. 
Natürlich müssen sie mehr machen als sie bisher gemacht haben. m a % 
Aber man muß auch sehen, daß sie einiges tun,z.B. die Umset- Nach unten korrigierte Energieprognoser SR DE NE ae 
zung der Großfeuerungsverordnung, d.h. sie bauen die großen Kom ner und ohne &i C 
Katalysatoren und Entschwefelungsanlagen IN Das wird Sen schung betreiben, Produktionstechnologien entwickeln, es 
SR E NT GLS ENGER AER DELETE ETC En NE zweigt sich also auf. Es ist ein schr breites Gebiet, wobei jeder 
ist ein kleiner Spalt geöffnet worden. Es saleine Zeit, die ist och Forschungsschwerpankt sicher nicht Soviel Geld benötlgr wie die 
. . 3 . 7. Kernenergie, aber es sind sehr viele Forschungschwerpunkte. 
gar nicht lange her, als auf diesen Tagungen der ‚Regenerativen 
noch gar keine Leute der EVU’S waren. Das waren zwei ver- Nun zur Frage ‚zentral/dezentral‘. Wie ich Bölkow verstanden ha- 
schiedene Welten. Das hat sich geändert. Man nimmt sich zur be, sieht er seine solare Wasserstoffwirtschaft im weltweiten Zu- 
Kenntnis, und es werden immerhin kleine aber doch bemerkens- sammenhang der Energieversorgung und will darüber auch einen 
werte Pilotprojekte von diesen Unternehmen mitfinanziert, wie bestimmten Ausgleich zwischen Industrieländern und Dritter Welt 
z.B. vom Bayernwerk. Aber auch von anderen. schaffen. Meine Frage ist die: Wenn es wiederum auf eine hochzen- 
Die staatliche Förderungspolitik im regenerativen Bereich hat aber alisien Te Graf Jechnölngie EDS Foto Cie 8 A 
extrem abgenommen, während die Förderung im atomwirtschaft- der Sahara un EN Verbund: und Leifungmeizen hans 
Kehen-Bereich=da N HRUG Iitsich die ungeklärte Entsorgungsfrage be- laufen soll, liegt es dann nicht auch an dieser Perspektive, daß die 
merkbar= zugenammendiat Umstellung solange dauern muß? Ist da nicht ein anderer Weg 
Ä denkbar mit der Möglichkeit des Ausbaus von dezentralen Versor- 
Wenn Sie die letzten 2 Jahre betrachten, dann ist das, glaube ich. gungsnetzen? Im Gegensatz zur Kernspaltung, die nicht jeder ir- 
nicht ganz richtig. gendwo bewerkstelligen kann, sondern die wirklich die entspre- 
: : chenden Apparaturen und Hochtechnologien braucht, sind die 
Teh ‘beziehe mich da auf das Diagramm aus dem Spiegel. Sonne und der Wind ubiquitär. Von daher schemen Überlegungen 
Solarthermik liegt völlig danieder, weil man alle Mittelineinbe- in dezentraler Richtung naheliegend. 
Stimmies Projekt gesteckt hat. Das ist das Almeria-Projekt, was wir haben eigentlich niemals gesagt, daß nur große Anlagen ge- 
FUSAMIMEN mit Spanien gemacht wird. Das ist nıcht schr gut ge- schaffen werden müssen, um Sonnenenergie für die Menschheit 
laufen. Ursprünglich sollte da ein sehr großes Solarkraftwerk d nn d eine Misch C al dd 
entstehen. Es hat dann einen Natriumbrand gegeben. So etwas 5“ NUT EN/ SONCELN ES Wire SING MISCHUNG AUS ZENMACNUNG CE- 
istschwer zu löschen zentralen Anlagen sein und welche Nutzungsform die bessere ist, 
das hängt ab von der Bevölkerungsdichte der Menschen und der 
Soviel ich weiß, soll der Schnelle Brüter in Kalkar auch mit Na- Dichte der natürlichen Solarquellen, die dort vorhanden sind. Es 
trium gekühlt werden?! wäre töricht, einen ländlichen Raum mit Solarenergie zu versor- 
SS)
	        

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