Full text: ARCH+ : Zeitschrift für Architektur und Städtebau (1988, Jg. 20, H. [93], Jg. 21, H. 94-97)

Sonnenenergie Strom Wasserstoff Anwendungen 
BO - (Sauerstoff) Brennstoffzelle 
z Elektrolyse Speicherung ; 
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Wärme 
Solarzellen a 
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Kraft 
1850 19. 198 
Funktionsschema der Solar-Wasserstoff- Technologie Die 3 Kurven zeigen, wie sehr die durchschnittlichen Temperaturen auf der Nord- und 
Südhalbkugel sowie der ganzen Erde seit 1861 zugenommen haben. Quelle: Geo 2) 
1987, 8.34 
vielfältige Verbindung von Informationen, von Massen und von dern, wegen seiner Bedeutung und weil er es besonders schwer 
Energieflüssen. Transport als solcher ist nicht unökologisch, er hat. Aber er hat eine Chance, wenn sich gute Leute der Sache an- 
muß nur wieder möglichst wenig schädigend erfolgen, d.h. also nehmen, gute Unternehmer, z.B. einen ‚Ford der Sonnenerner- 
in Röhren. gie‘, das ist genau der Punkt. Aber die gibt’s, die kann ich Ihnen 
Und mit wenig Energie auch zeigen. Zweitens muß die Energiewirtschaft, wie sie be- 
8 E1E. steht, innovationsfreudiger werden und endlich einsehen, daß sie 
Das Ideale ist eigentlich die Röhre, deswegen fließt in unseren ja nicht Kernenergie verkauft, sondern Strom und andere Ener- 
Adern das Blut, transportiert Stoffe von dem einen Ort zuman- gieträger, und es denen eigentlich egal sein könnte. Sie müßten 
deren, Sauerstoff usw. In Analogie dazu könnte man sicheine Zi- mehr als bisher bereit sein, eigenes Geld — und denen geht's ja 
vilisation vorstellen, wo der Transport weitgehend abgekapselt recht gut-in die Sonnenenergie zu stecken undsie nicht zu behin- 
von der Biosphäre in Röhren vor sich geht. dern. Das Dritte — und das ist jetzt eher ironisch und nicht ganz 
S : ; . ernst gemeint - sind noch einige weitere Skandale und Umwelt- 
Ich versiche Me schon, Sie wollen sich auf. diese Alenen dezenira- katastrophen. Wenn jetzt das Ansteigen der Weltmeere und der 
len Sachen als eine Lösung des Problems nicht einlassen, obwohl N sstisch erhä ind. alses bi 
Sie sie propagandistisch für wichtig halten. Besteht aber irgendeine Talllemperatursn ESSOr SEATISUSCH CHTEMOL WE RS CRNS AU 
Hoffnun Un ich über den A SH ale wraler Ve 5 heutigen Tag der Fall ist, und man das entsprechend publizistisch 
NUN NIC er den Ausdau dezentralen | ETSOTEUNGS- vermarktet, dann würde das auch helfen. 
möglichkeiten die Entwicklung beschleunigt oder sind das Orchi- e TE sten 
deen? Z.B. dieses Modell von dem Ingenieur Tegström in Schwe- Die Abstumpfung gegenüber Katastrophen ist ja nun auch be- 
den, da ist man erst einmal beeindruckt. Der fährt sein Auto noch kannt. — Also eine Frage zum Schluß nach dieser eher zynischen 
mit Wasserstoff.. TEE En Sie N CE daß wir dieses 
N . ; . msteigen in der Energie rechtzeitig schaffen‘ 
Das sind Pilotprojekte. Da kommt zusammen, daß dieser Mann Ja. ich bin da optimistisch! Ich. meine, wir werde halfen} 
sicher Geld hat, zweitens über großen technischen Sachverstand don Sinne Kan NEN N as E dcr N Pe en N ars N Ende der 
verfügt. Es ist der Markt der technisch Neugierigen, die sagen, a en MOSES TOR ONET UBS NDS! 
mir kommt es jetzt einmal nicht darauf an, ich möchte es anders Menschheit bedeutet, aber es wird natürlich viel auf der Strecke 
haben. Dazu gehört der sicher. Bei MBB gibt es auch einige. Böl- ge3lichen SC bis wir umgestiegen sind. A150 nehmen war die 
kow ist einer. Er kann sich’s leisten, er möchte es anders haben en Sachen, Sie fossilen Pnerpien nd 99) die Kernenergie. Zu 
er weiß genau, daß mit Kollektoren und Fotovoltaik das Ganze ann tOSSHER ENCIBIEN: Diese Klimaänderung ist schon SE laufen, 
noch teuer ist, aber er möchte es anders haben. Dazu gehört auch we Eder Mn ver mehr Ua N Klima wird se 100 Tab: 
der Tegström, die können das. Gleichzeitig hat er aus dem eige- pen ANNENS SCH BIS ES JEHT SEEN als & Olgs werden Sich riesiee 
nen Hobby einen Beruf gemacht. Wenn Sie ein Einfamilienhaus Umstellungszwänge ergeben haben: Vielleicht können wir unse- 
haben. können Sie das bei ihm kaufen Er macht’s ja mit Wind re Nahrungsmittel nicht mehr selber produzieren und müssen sie 
Das geht an der Nordseeküste. Sie müssen etwa mit 150.000 DM von: Sibirien einführen, WO dann die Kornkammer Sem wird. 
technen. für Windrad und einen 20 bis 3m hohen Turm Aber deshalb wird die Menschheit nicht zerbrochen sein, sie hat 
z SS sich halt verändert. Und die Kernenergie: Ich meine, die eigentli- 
Ich kann die Frage auch anders stellen: Die Struktur unserer Ener- che Gefahr sind ja nicht noch weitere Tschernobyls, sondern, daß 
. . . 8 a . . . . . . . J . . y 
giewirtschaft ist total verkrustet und starr, per freiwilliger Einsicht das kriegerische Potential eines Tages hochgeht, also der atoma- 
bewegt sich da wenig. Gibt es die Hoffnung auf irgendwelche Me- re Winter. Dann ist allerdings echt zappenduster. Aber wenn 
chanismen, wie z.B. den Markt, so daß die Notwendigkeit etwas jetzt, sagen wir, alle fünf Jahre ein Tschernobyl passiert, das hält 
einzusehen in dieser verkrusteten Struktur wächst? Dann geht es die Welt leicht aus, dann gibt es halt mehr Krebstote, etwas mehr. 
nämlich schneller. Aber das wird die Menschheit als Ganzes nicht in ihrem Bestand 
Sn en " KG efährden 
Drei Dinge müssen dazukommen. Erst einmal wie Sie sagen, daß N Die Laufwig-Bölkow Stang Id anlitzige Stiftung des Öffentliches 
1 a 1 IQ 7 % ze LUdWIg Ölkow Slıflung ıst eine gemeInnutz!| e Stıflung des OffentiC 7 
ein Markt wächst, der eine gewisse Eigendynamik entfaltet... Rechts und ach der Satzung dient sie der Förderung von Forschung und Entwick- 
> 7 / Umwelt und sozialverträglichen Techniken insbesondere auf dem Gebiet 
Hat der eine Chance gegenüber dem hochkonzentrierten Sektor? der Entrale- und dor N Vanporechnik. CEHME SENSE 
Ich a SE N 2) Lutz Wicke, Die ökologischen Milliarden, Kösel Verlag 1986 
ch glaube schon. Der Staat muß ihn natürlich anfangs auch för- 31 Frederic Vester, Das Ei des Kolumbus. Ein Energiebilderbuch, München 1980
	        

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