Full text: Projekt einer Elektrischen Centrale für die Haupt- und Residenzstadt Stuttgart

A; 
In erster Linie wird durch diese Anordnung‘ der Anschluss kleiner Installationen, für 
die sich die Aufstellung eines besonderen Transformators nicht mehr lohnen würde, ermöglicht; 
ferner können durch die Verbindung vieler Konsumstellen die Transformatorentypen grösser 
und damit billiger, ökonomischer und sicherer gewählt werden und es erfolgt bei der ange- 
nommenen Disposition bei ungleicher Belastung der einzelnen Consumstellen ein Spannungs- 
ausgleich durch das gemeinsame Verteilungsnetz, das den Fortbetrieb aller Consumstellen auch 
bei Störungen an einzelnen Transformatoren gestattet. 
Schliesslich bietet die Konzentration der Transformatoren‘ unter Verwendung eines 
Niederspannungsverteilungsnetzes die Möglichkeit, in den Jahreszeiten mit geringem Consum 
einen Teil der Transformatoren auszuschalten und gegenüber der Verwendung von Einzeltrans- 
formatoren den Verlust um mindestens 10 bis 15 “o der gesamten Jahresleistung zu vermindern. 
Ein gemeinsames Verteilungsnetz, wie es im vorliegenden Fall in Aussicht genommen 
ist, wurde von anfang an systematisch in den Wechselstromcentralen Zürich, Karlsbad und 
Heilbronn ausgeführt und zeigten sich dabei keinerlei Nachteile; bei fast allen andern Wechsel- 
stromcentralen, so z. B. in Rom, Köln, Wien u. s. W. bildete sich dasselbe System nach und 
nach von selbst aus, indem auch bei diesen an einzelnen Transformatoren 4 bis 5 Häuser 
allmählich angeschlossen werden. 
Grosse Lichtanlagen und grössere Motorenbetriebe, bei denen ohnedies grössere Trans- 
formatoren in Anwendung kommen können, würden auch im vorliegenden Falle zweckmässiger 
mittelst besonderer Transformatoren direkt an das Hochspannungsnetz angeschlossen, da sonst 
das Verteilungsnetz unnötig stark dimensioniert werden müsste. 
Kabelnetz. Das städtische Leitungsnetz Plan Nr. 1 und 2* (Tafel I) soll bereits im 
ersten Ausbau, soweit es in diesem zur Verlegung kommt, mit den für den vollen Ausbau 
berechneten Dimensionen ausgeführt werden, 
Hiedurch erhöhen sich allerdings die Leitungskosten bei der geringen Stromdichte, 
die für den ersten Ausbau angenommen ist, sehr bedeutend. Es werden jedoch dadurch spätere 
Verstärkungen vermieden, welche nicht nur bedeutende Mehrkosten, sondern auch Störungen 
im Betriebe und im Verkehr mit sich bringen würden. 
Ich habe für sämtliche Leitungen eisenbandarmierte concentrische Bleikabel vorge- 
sehen, deren Widerstandsfähigkeit und Isolation sich für Spannungen von 3000 Volt, wie sie 
in Stuttgart zur Verwendung kommen, vorzüglich bewährt. 
Hausanschlüsse und Elektrizitätszähler. Die Kosten für Hausanschlüsse und Elektrizi- 
tätszähler wurden nach den bei anderen Centralen gemachten Erfahrungen geschätzt. 
Diverses. Für Reserveteile und Unvorhergesehenes wurden reichliche Beträge eingesetzt. 
C. Stromverteilungsanlage für den Bahnbetrieb. 
Dadurch, dass die Stadt, wie oben erwähnt, sämtliche Einrichtungen für den elek- 
trischen Betrieb der Strassenhahn bis zur Arbeitsleitung erstellt, wird dem Bahnbetrieb der 
Strom für die Elektromotoren an bestimmten Strassenstellen ebenso zur Verfügung gestellt, 
wie den Kleingewerbetreibenden, die auch den elektrischen Strom an beliebigen Stellen der 
Strassen beziehen können. 
Hiedurch wird ferner der Trambahngesellschaft der Anschluss der Bahn an das Elek- 
tricitätswerk, welcher für das städtische Unternehmen von grösster Wichtigkeit ist, sehr er- 
leichtert. Ausserdem wird der Vorteil erreicht, dass die Kabel, welche vielfach für Beleuch- 
tung und Strassenbahn in gemeinschaftliche Gräben verlegt werden können, in einheitlichem 
Besitz und unter der Verwaltung der städtischen Behörden verbleiben, 
Bauarbeiten. Für die schon erwähnte Sekundärstation für die Strassenbahn wurde der 
jetzige Maschinenraum des Hoftheaters in Aussicht genommen, der durch Anschluss des 
letzteren an die Centrale disponibel werden würde, und wurde zur Entschädigung für Über- 
Jassung der nötigen Räumlichkeiten, sowie für die baulichen Änderungen ein entsprechender 
Betrag ausgeworfen. 
Maschinelle Einrichtungen in der Sekundärstation. Die Wechselstrom-Gleichstrom- Um- 
former bestehen aus einem Wechselstrom-Motor und aus einer mit diesem direkt gekuppelten 
beziehungsweise combinierten Gleichstrommaschine. Ähnlich wie für die Primärstationen wur- 
* Nicht vervielfältigt. 
(
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.